Night Watch (2004)
Mittleres Mittelmaß | Direktlink  | Vor kurzem Ergab eine neue Studie eines rennomierten Marktforschungsinstitutes, daß männliche Jugendliche im Alter von 14-20 Jahren am liebsten folgende Inhalte in Filmen sehen wollen:
15% Ritterschlachten
20% Vampire
15% Flugzeugkatastrophen
20% Schlägereien
20% Schnelle Autorasereien
10% Laute Rockmusik
Folglich entschloss sich Regisseur Timur Bekmambetov genau diese Themen in einem abendfüllenden Spielfilm aufzugreifen, schuf eine aberwitzige und vollkommen konfuse Rahmenhandlung um all diese Elemente unterzubringen und erzählt diese nun in einem eliptischen Stakkato aus dutzenden von Flashbacks und Vorhersagungen in dem jeder einzelne Schnitt - in bester Hollywood-Manier - seinen eigenen Soundeffekt spendiert bekommt ("Wooosh!" - die Vergangenheit!, "Zzzummm!!" - zurück in der Zukunft!!").
Viel kann ich deshalb über die Story, nicht sagen, aber es geht anscheinend um irgendeinen Kampf zwischen den Herren des Lichts und der Finsternis, und unser Held ist eine Art übernatürlicher Polizist (ein Nightwatcher) der aufpassen soll, dass der Waffenstillstand zwischen den beiden Seiten gewahrt wird. Die Action Szenen sind jedenfalls recht kompetent und kreativ umgesetzt, und vor allem der visuelle Stil ist die größte Stärke des Films. Ich erinnere mich hier vor allem an eine kleine animierte Zwischensequenz oder die Darstellung eines Kampfes als 3D Prügelspiel auf der PlayStation 2.
Leider fehlt es dem Film trotz den schönen visuellen Gimmicks in der Austattung, den Kostümen und der Besetzung an Style. Gesser und Zavulon zum Beispiel, die beiden übergewichtigen, verschwitzen Herren des Lichts bzw. der Finsternis, sehen in ihren Adidas Trainingsanzügen eher aus wie zwei sächsische Hausmeister. Mag ja sein, dass es alles als Anti-Hollywood-Aesthetik gedacht ist, letztendlich erschien es mir aber, als ob hier die Detailarbeit ganz einfach den großen Effekteszenen weichen musste, und somit wirkt das Gesamtergebnis eher zusammengeschustert. Wer's nicht sieht, verpasst also nicht wirklich was. | Kaminari sah diesen Film im Cinema, München | |           03.04.2005, 18:10 | | |
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Blade auf Drogen | Direktlink  | In den Film haben mich ja eher die großen Werbesprüche a la "erfolgreichster Russicher Film aller Zeiten" und der Herr der Ringe Vergleich reingezogen, aber Pustekuchen. Der Herr der Ringe Vergleich ist mal wieder so eine Rosebud-Frechheit. Außer dem anfänglichen Intro von ca. 5 Minuten, ist hier nichts mit Herr der Ringe und somit auch nichts mit Fantasy, in dieser Hinsicht.
Ein Matrix Vergleich ist auch sehr weit hergeholt, stattdessen hat man sich sehr stark an Blade angelehnt, und gerade Blade kann ich überhaupt nicht abhaben. Lächerliche Buffy-Vampire in der Großstadt und dann noch so ein oberflächlicher möchtegern cooler Held, der außer Muskeln und chronisch krankem Sonnenbrillen-Fanatismus, nichts zu bieten hat, was den anspruchsvollen Zuschauer irgendwie befriedigen könnte - Kino auf MTV-Video-Niveau.
Und irgendwie ist Night Watch auch nicht mehr. Nette Bildkompositionen, die einen aber nie vom Hocker reißen und schon gar nicht neu sind, alles schon tausend Mal gesehen. Der Hauptdarsteller schlürft wie der ehemalige Nexus-Killer Deckard in Blade Runner, relativ kaputt, verwirrt, verschlafen, wie ständig auf Drogen durch die Szenen, was aber noch durchaus interessant anzusehen ist. Außer dem ganzen Genre-Kauderwelsch-Mix, der zwar durchaus zusammen passt, aber niemals neu wirkt, bietet der Film auch keine innovative Story sondern holt das übliche gut-und-böse Thema heraus, wobei mich die Endsequenz auch wieder ein wenig an Blade Runner erinnert, von allem halt etwas.
Wer so etwas mag, Blade vergöttert, der kann sich den Film durchaus geben, er ist an sich recht gut umgesetzt, wer aber nachvollziehbares, innovatives, anspruchsvolles sucht und vor so einem Genre-Kauderwelsch ebenso die Augenbrauen verzieht, wie ich, der bleibt lieber fort und wundert sich, dass so ein Film in Russland scheinbar familientauglich ist, aber The Simpsons auf der Anklagebank sitzt. Denn bei einige Szenen, dürften "Normalos" ganz schön geschluckt haben, ohne das Splatter-Freunde da wirklich ihre Freude dran hätten. | Horowitz | |           10.04.2005, 14:02 | | |
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Night Matsch | Direktlink  | Zusammenfassend gesagt, der Film ist murks. Mit recht aufwändigen SFX und CGI versuchte man eine miserable Inszenierung zu umschiffen. Reizvoll war, einen Film aus Russland zu sehen, welches in dem Genre nicht wirklich zu Hause ist. Der Lokalkolorit und auch die für Genreprodukte ungewohnte russische Mentalität hätten ein netter Faktor sein können, den Film aufzuwerten. Leider ist dies alles gerade NICHT Teil der Inszenierung. Wahllos werden US-Vorbilder zitiert (MATRIX, LOTR, BLADE, UNDERWORLD etc.), die schon allesamt selber nicht zur Crème gehören. Als miese Kopie, mit schlechten Darstellern und einer fürchterlich langatmigen Inszenierung macht es den Film jedoch zur reinen Zeitverschwendung.
Die Plot-Idee ist ganz hübsch, aber mies in Szene gesetzt, so dass man ganz deutlich vor diesem Langweiler warnen muss.
Mirco Hölling | Mirco Hölling sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg | |           19.04.2005, 10:24 | | |
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Ein russischer Film | Direktlink  | Ein Werk sofort als unvollständig und somit nur bedingt kritisch rezipierbar zu erfahren gereicht diesem sicher nicht zum Vorteil, aber da diesmal wenigstens nicht so viel Geld wie bei Matrix, Star Wars oder Kill Bill verschwendet wurde, kann man darueber hinwegsehen, auch oder grade weil man hier trotz Anleihen hier und dort Kino aus einem anderen Kulturkreis erfaehrt und zwar durchaus großes eindrueckliches bildergewaltiges Kino, das zwar am Anfang wirklich nach Herr der Ringe aussieht, aber davon sollte man sich nicht stoeren lassen. Wie lassen sich heute noch Referenzen meiden ?
Trotz des positiven Eindrucks bleibt aber das Gefuehl zurueck, die Schreiber des Films haben doch zuviel schon jetzt gesagt, was, sei unerwaehnt an dieser Stelle, aber was da inhaltlich noch kommen soll, ich weiß es nicht.
Stoert aber auch nicht, solange man sich auf die visuelle Eindringlichkeit einlaeßt...
Ein guter Film | QuintenQuist sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg | |           20.04.2005, 08:54 | | |
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