 |
|
|
A Bittersweet Life (2005)
Kann ein Mensch immer nur gut sein? | Direktlink  | Vorneweg: Mein erster Film dieses Jahr, nachdem ich Kiss Kiss Bang Bang dank eines Freundes verpasst habe (er hat vergessen die Karten zu besorgen). Umso mehr war ich auf diesen Film hier gespannt, der in meine Filmliste reingerutscht ist wegen des Trailers.
Kim Seon-woo wird uns bereits am Anfang als "Problemlöser" vorgestellt. Er ist dabei äusserst berechnend und kühl bei seiner Aufgabe zugegen. Da er das Vertrauen seines "Präsidenten" (lauter BWL-Bezeichnungen für die ganzen Typen - konnte mich nie so recht damit anfreunden) geniesst, bekommt er als "einfache Aufgabe" die Überwachung der jungen Geliebten vom Chef. Gesagt getan, das Mädel geht fremd, Kim verliebt sich leider in die Kleine und damit ist er in den Augen seines Präsidenten unwürdig.
Soweit auch die Info aus dem Programmheft. Was bereits davor und auch danach folgt, sind einige Längen. Der Film ist im Original 170 Minuten lang, aber selbst 120 Minuten reichen vollkommen um den Charakter zu entwickeln. Vielleicht 10 oder 20 Minuten kürzen, dann wäre der Film perfekt.
Ansonsten stimme ich meinem Vorrezensenten voll zu. Der Film hinterlässt eher eine Leere, von beschwingten oder gar zärtlichen Gefühlen keine Spur. Eher das Gegenteil.
Man kann sich nicht wirklich entscheiden, ob Kim nun der Gute oder der Böse ist. Meine Freundin meinte dazu: "Kann ein Mensch immer nur gut sein?". Ich finde, damit trifft es auch den Film sehr gut.
Eine 6,5 als Bewertung. Sehenswert ist er sicherlich, aber wer auf koreanisches Kill Bill nicht steht (gibts wirklich welche?), der sollte nen grossen Bogen um den Film machen. Aber es ist auch für Humor gesorgt, wenn sich unser gefallener Held mit Möchtegerngangstern zusammen tut. Give it a try. | Athanasios Mazarakis sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           05.08.2005, 01:05 | | |
|
|
| Direktlink  | Ein koreanischer Film um den Enforcer eines Bandenchefs, der sich verliebt und dadurch zum Gejagten und Jäger wird. Der Film war deutlich besser als ich dachte, das Pathos vieler solcher Filme hat gefehlt. Es ist eigentlich ein sehr ruhiger stimmungsvoller Film, teilweise schon eine Charakterstudie, der von mehreren blutigen Schiessereien/Kämpfen unterbrochen wird. Von der Stimmung und stilistisch würde ich es fast mit Old Boy vergleichen, inhaltlich ist es aber völlig geradlinig, weniger gewalttätig und ohne Mystery. Aber künstlerisch eben gut gemacht, ich habe mich trotz der Länge kein bisschen gelangweilt. Wer aber auf viel Aktion und schnelle Schnitte steht, wird eher enttäuscht werden. | Holger Hellmuth sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           05.08.2005, 04:02 | | |
|
|
Leben oder nicht? | Direktlink  | Sehr angenehme Schlachtplatte, die meist ohne die Übertreibungen auskommt, die so ein Film gerne mal hat. Die Vergleiche zu Old Boy oder Kill Bill hinken natürlich gewaltig und sind auch nicht gerechtfertigt (Danny the Dog kommt eher in den Sinn), denn was der eine mit Kunst ausführte und der andere mit eklektischer Ironie wird hier eher in Form eines guten alten Kitano aufbereitet. Die Stimmung entspricht eher einem Fukasaku Yakuza Streifen der 70er auch wenn, zugegebenermaßen, die Action teilweise aus unserer cartoonesken 00er Epoche stammt.
Das alles wird ohne viel Sinn und Zusammenhalt gezeigt, eben so wie das Leben nun mal ist. Der Held ist nicht auf der Suche nach irgendwas sondern entdeckt es einfach. Es ist nicht die Liebe, die unseren Helden vielleicht läutert, sondern das Erbarmen (so meine Lesart zumindest). Das macht sein Leben nicht einfacher sondern stellt eher die Frage nach dem überhaupt.
Ein kluger und interessanter Film. | korinther sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           05.08.2005, 12:26 | | |
|
|
Ein Traum von einem Film | Direktlink  | A BITTERSWEET LIFE ist ein Film, bei dem man sich am liebsten jedes Bild an die Wand hängen würde. Licht, Farben, Motive und Ausschnitte sind einfach exquisit, die inszenatorischen Einfälle sind nicht so überbordend und innovativ wie beispielsweise beim, in diesem Zusammenhang, vielfach zitierten OLDBOY, doch immer stimmig und oft genug unkonventionell.
Das Schönste an diesem schönen Film ist jedoch, dass er auch unter der Oberfläche voller Qualitäten steckt. Er ist spannender Yakuza-Thriller, gnadenloses Revengemovie und bewegendes Melodram.
Und er bietet dem Zuschauer neben allen Schauwerten mit seiner letzten Einstellung auch noch die Option, den gesamten Film nochmals aus einer neuen Perspektive zu sehen.
Fazit: Qualitätskino aus Korea - packend, actionreich, berührend und anspruchsvoll. | Herr_Kees sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           06.08.2005, 15:23 | | |
|
|
Überfällig! | Direktlink  | Ich habe ja in den letzten Jahren kaum noch daran glauben mögen, aber auch aus Korea kommen mal wirklich miese Filme!
"a bittersweet life" enttäuscht auf ganzer Linie.
Kein Thriller, kein Drama, kein Suspense- und kein Actionfilm wird einem hier geboten, sondern ein wahlloser Mix aus allen diesen Sparten, garniert mit pseudophilosophischen Dialogen, dämlichen Einspielungen für Biostudenten und äußerst langweilig choreographierter Action!
Das dann auch noch die anfangs nett inszenierte Stimmung durch verdammt dummdreisten Humor zunichte gemacht wird ist fast schon sinnbildlich für den ganzen Film. Jeder noch so gut gemeinte Ansatz wird in der Folge rüde zerstört und läßt sich das Geschehen nicht im mindesten entfalten.
Die Darsteller agieren steif und lustlos und die Besetzung der Hauptrollen ist als kompletter Griff ins Klo zu werten, da werden keinerlei Emotionen auf den Zuschauer übertragen.
Die Grundgeschichte könnte banaler kaum sein, aber selbst die einfache und als Grundlage für einen Action-Thriller genügende Plotidee verkommt in dem Versuch auf ein tiefschürfendes Ende hin zu arbeiten. Ganz traurig!
Nur die Musik und die annerkennenswert gute, wenn auch konventionelle Kameraarbeit mögen einen noch annährend versöhnen. Mehr aber nicht! Nicht über zwei Stunden!
Ein Gutes aber hat dieses Machwerk: es erhebt Park Chan-wook in den Götterstatus koreanischer Filmemacher. Und beruhigt mich, denn die DVD-Sammlung wird so auf keinen Fall einem unüberschaubaren Ansturm an koranischen Filmen ausgesetzt werden. Gut für den Geldbeutel! | Rohrkrepierer sah diesen Film im Cinecitta', Nürnberg |           08.08.2005, 11:10 | | |
|
|
Schmerzhaft schön | Direktlink  | Es wurde inzwischen schon von mehreren Reviewern angesprochen: nichts führt mehr in die Irre, als "A bittersweet Life" mit "Oldboy" und ähnlichem zu vergleichen. Was wir hier geboten bekommen, ist weder im Hinblick auf die Story noch auf die Inszenierung neuartig oder außergewöhnlich, und der Intellekt des Betrachters wird nur sehr bedingt gefordert. Stattdessen ist "A bittersweet Life" nichts anderes als ein klassischer Heroic Bloodshed-Movie der reinsten Schule. Aber ein sehr guter. Und da ich dieses Subgenre liebe und es schon seit Ewigkeiten keinen nennenswerten neuen Beiträge mehr hervorgebracht hat, habe ich hiermit eins meiner bisherigen persönlichen Highlights des FFF 2005 erlebt.
Sowohl von der Story als auch von ihrem Aufbau her geht Kim Jee-Woon in seinem stylischen Epos wie nach dem Lehrbuch vor. Zunächst wird uns die Hauptfigur und ihre Position in aller Ausführlichkeit nahegebracht, und natürlich ist das die Position eines angesehenen, von seinem Boss sehr geschätzten Mafia-Gang-Mitglieds. Seon-woo erledigt alle Aufträge mit eiskalter Effizienz, Gefühle wie Liebe oder Barmherzigkeit scheinen ihm fremd zu sein (was man der Figur aber nie ganz abnimmt, dafür ist ihr Auftreten von Anfang an viel zu romantisch, elegisch angelegt), er ist, so scheint es, loyal bis aufs Blut.
Dann kommt, was kommen muß: er enttäuscht das Vertrauen seines Bosses und liefert ihm einen (vordergründig nur winzigen) Grund, ihn zu verdammen. Nicht nur, wer das Genre kennt, kann diesen Punkt vorhersehen: es ist vom ersten Aufeinandertreffen der beiden an klar, daß Seon-woo sich in junge Freundin des Chefs verlieben wird. Sie wird durch mehrere bildfüllende Detailaufnahmen von Gesicht und Körper eingeführt; die Kameraarbeit erzeugt hier eine solche Intimität - die im größten Kontrast zu den zuvor dominierenden unterkühlten Aufnahmen Seouls bzw. gewalttätiger Auseinandersetzungen steht -, daß ein jeder begreift, daß fortan nur noch sie Kopf und Herz Seon-woos ausfüllen wird. Während erzählt wird, wie die beiden einander langsam näher kommen - bzw. eigentlich eher nur, wie er sich langsam mehr und mehr den Emotionen öffnet -, nimmt der Film einiges an Tempo heraus. Doch auch in diesem Abschnitt verfällt die Erzählung niemals dem Kitsch oder einem Überschwang an plakativen Gefühlen: sinnbildlich für Seon-woos zunächst immer noch sehr starke Abgeklärtheit und Distanziertheit.
Aber er beginnt, sich zu verändern. Sich zu öffnen. Leidenschaftlicher, lebendiger zu werden. Und konsequenterweise ist der unblutigste Ausbruch von Gewalt im ganzen Film gleichzeitig einer der intensivsten, härtesten: als Seon-woo das Mädchen beim Fremdgehen erwischt, flippt er fast unvermittelt komplett aus, und es wird nachdrücklich klar, daß es hier für ihn längst nicht mehr nur um einen Job geht, und daß das Thema Loyalität zumindest vorübergehend jede Relevanz für ihn verloren hat.
Genau das ist es vermutlich, was seinen Boss nun dazu bringt, Seon-woo zu verstoßen. Er wird gefoltert, gedemütigt, gebrochen - von seiner eigenen Gang-Familie, die sich dabei zu allem Überfluß noch mit einem eigentlich feindlichen Clan verbündet, der Seon-woo ganz persönlich auf der Abschußliste hat. Aber natürlich kann er, weiterhin dem Lehrbuch folgend, entkommen und nun damit beginnen, seinen Rachefeldzug anzugehen - und ihn blutig bis zur letzten Konsequenz zu verfolgen.
Dabei erleben wir nicht nur dichte Atmosphäre, stellenweise extrem harte Gewalt und die schönsten, massivsten Shootouts seit Jahren, sondern ab und zu auch - nicht immer passenden - Humor, einige seltsam deplaziert wirkende Szenen bzw. Charaktere unterbrechen das knochenharte Rachedrama immer wieder. Sie stören zwar nicht unbedingt den Erzählfluß bzw. die Gesamtstimmung des Films, sind für meinen Geschmack aber doch eher überflüssig. Seine Stärken hat "A bittersweet Life" nämlich ganz sicher woanders: in seinen hochästhetisierten Bildern und seiner Auseinandersetzung mit ganz großen, ernsten Gefühlen.
Wer, wie ich, sein Heil bei den klassischen Bloodshed-Filmen der 80er Jahre findet und etwa "A better Tomorrow" über alle Maßen verehrt, bekommt hiermit ein Stück vom Glück geboten. "A bittersweet Life" ist eine gelungene Variation von "Le Samourai" für die Neuzeit, bildgewaltig, konsequent, romantisch, düster, hart und bewegend. Pflicht. | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt |           14.08.2005, 12:16 | | |
|
|
Ein koreanischer Gangsterfilm | Direktlink  | Aber sicher nicht der beste, wenn auch visuell ansprechend, professionell inszeniert und mehr als auf US-Niveau, aber inzwischen darf man das auch aus der koreanischen Ecke erwarten.
Ein Rachefilm also, dem aber die rechte Konsequenz fehlt, der bisweilen bei der Auswahl seiner Musik in die falsche Kiste greift und so den Film, seinen Rythmus bricht, ihm die Kompaktheit raubt, die er hätte haben können, würde nicht im Showdown so eine El Mariachi-Mucke laufen und dergleichen.
So verwässert und demontiert sich der Film und ist einfach kein homogenes Ganzes.
Der Hauptdarsteller, dessen Figur zwischen Unschuld und Aggression, Stärke und Schwäche oszilliert, macht das sehr gut, aber das macht letztlich keinen guten Film, so wenig wie ein nicht unerheblicher Bodycount, denn wie schon Tarantino im ersten Kill Bill inszeniert der Macher das so, dass es nichts bedeutet, nicht berührt, kaum etwas zurückbleibt.
Es klaffen zu viele Lücken, als dass einen dieser Rachefeldzug erreichen könnte.
Als dass er mich hätte erreichen können.
Old Boy, an den man da gerne denken darf, ist da konzeptionell eindeutig stärker, wuchtiger, schärfer.
Irgendwie verschnitten, das Ganze... | QuintenQuist sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg |           22.08.2005, 09:51 | | |
|
|
Style over Substance | Direktlink  | Schon mit A Tale of Two Sisters hat Regisseur Ji-woon Kim bewiesen, dass er einen Film sehr atmosphärisch in Szene setzen kann, doch das ist nichts gegen diesen Film. Inszenatorisch ein perfektes Meisterstück; besser gehts einfach nicht, denn die Bilder, die er uns hier auf die Leinwand zaubert, sind einfach nur unglaublich; hier stimmt alles: Die Ausstattung, farblich mit tollen Wechselwirkungen perfekt abgestimmt, eine großartige Kameraführung, dazu noch ein Score bei der jeder Ton haargenau zur Szenerie passt; der Schnitt und ach ja, hab ich schon die wahnsinnige Farbkomposition erwähnt. Das spricht alles für einen perfekten Film, was er mitunter aber leider nicht ist. Grund dafür ist, dass diese tollen Bilder um eine 08/15-Rachestory gepackt wurden, deren Charakterentwicklung sehr bescheiden wird und man im Grunde nur dank des guten Hauptdarstellers ein wenig mitfiebern kann. Die restliche Zeit des Filmes ist der Zuschauer nämlich gefangen von der einmaligen Inszenierung. Die Frage ist nur, ob man sich freuen soll, dass man aus einer bescheidenen Idee nur durch den visuellen Stil noch so viel herausholen kann, oder sich ärgern, dass die Chance auf ein Meisterwerk aufgrund der schwachen Geschichte vertan wurde? | FFFler |           08.07.2006, 18:12 | | |
|
|
Lese 1 weitere Reviews mit SPOILER zu diesem Film.
Deinen Review über A Bittersweet Life (2005) hinzufügen! Zu den Filminfos
|
| |
|