Eyes of Crystal (2004)
Genüsslich zelebriertes Genre-Kino aus Italien | Direktlink  | Man kann es fast nicht glauben, aber: nach langer Durststrecke gibt es tatsächlich mal wieder einen gelungenen Genre-Film aus Italien - immerhin dem Land, das uns vor allem in den 70er und 80er Jahren mit unzähligen Genre-Perlen (und zugegebenermaßen mindestens ebenso viel Gülle) versorgt hat. Bemerkenswert vor allem, dass dieses Comeback nicht einem der Altmeister, sondern einem Genre-Neuling zu verdanken ist. Umso erstaunlicher, wie gekonnt EYES OF CRYSTAL alles bietet, was der Giallo-Gourmet zu schätzen weiß: eine elegante, schwelgende, teils fast rauschhafte Kameraarbeit (mit angenehm vielen Nahaufnahmen und Kamerafahrten); eine passende Musikuntermalung mit Opern-Anklängen (auch hier gilt übrigens: es war kein Morricone, sondern ein zumindest in unseren Breiten völlig unbekannter Komponist am Werk); blutige Morde mit guten Effekten und schmerzhaften Momenten; und eine Prise Sex und Erotik (teils freilich in pervertierter Form). All das gibt es in EYES OF CRYSTAL in stärkerem Umfang, als ich es bei einem Italo-Thriller aktuellen Datums erwartet hätte. Konsequenterweise werden mit den Stärken alter Klassiker aber auch deren Schwächen wieder zum Leben erweckt, und so sei gewarnt: wer versierte Darsteller, psychologische Glaubwürdigkeit, geschliffene Dialoge, lückenlose Logik und eine mit Bedeutung aufgeladene Story erwartet, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Auch mag man kritisieren, dass hier beinahe jede Wendung eine Viertelstunde vorher bereits klar angedeutet wird. Aber: darum geht es ja letztlich gar nicht. Bei einem Film wie diesem gilt: der Weg ist das Ziel - und der wurde lange nicht mehr so trittsicher wie hier beschritten. EYES OF CRYSTAL zelebriert die Freude am Sehen und Zeigen wie lange kein Genre-Film mehr. Für diejenigen, die die eingangs genannten Ingredienzien zu schätzen wissen, ist das ein Genuss. Alle anderen sollten selbstredend lieber Abstand nehmen.
Bemerkung am Rande: der Film hat ein absolut erstklassiges Sounddesign - da weiß man wieder, warum man solche Filme am liebsten im Kino sieht. | Jimmy_Conway sah diesen Film im City, München | |           31.07.2005, 20:40 | | |
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Eyes of Crystal | Direktlink  | Ein Serienmörder-Thriller aus Italien, der sich von der Machart hinter keiner Hollywood Produktion zu verstecken braucht. Gute schauspielerische Leistungen und ein grandioser Soundtrack helfen einem über die zweifellos vorhandenen inhaltlichen Lücken hinweg.
Trotz Logikfehler (die einem aber größtenteils auch erst in der Nachbetrachtung auffallen), kommt während des Streifens allerdings keine Minute Langeweile auf und der Film ist absolut empfehlenswert.
Sollten sich die Amerikaner, wie ja bereits im großen Maße bei japanischen Horrorstreifen üblich, auch hier die Rechte sichern, wäre nur eine Sache zu beachten: Bitte sucht Euch mit dem Professor und dem todkranken Polizeichef zwei Schauspieler gleichen Alters aus!
Fazit: Gerade wegen Streifen wie Eyes of Crystal, liebe ich das Fantasy Filmfest. Hier werden Thriller aus Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Skandinavien etc. gezeigt, die zwar das Format, aber nicht die finanziellen Mittel zu einem Kinostart in Deutschland haben und oft selbst in Videotheken nur schwer zu erhalten sind. Also Daumen hoch und mehr davon! | Papa_Schlumpf sah diesen Film im City, München | |           01.08.2005, 11:56 | | |
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Not-so-deep Red | Direktlink  | Nachdem Dario Argento mit seinem CARD PLAYER nun endgültig in der untersten Schublade angekommen ist, verwundert es nicht, dass ein neuer italienischer Serienmörder-Thriller sehnlichst als Wiederbelebung des Giallos gehandelt wird. Doch Glasauge sei wachsam: Von den herausragenden Genrefilmen der 70er und 80er trennen EYES OF CRYSTAL Welten.
Man merkt dem Film nicht nur im Titel deutlich die Verbeugung vor und die Aufnahme von Giallo-Motiven an. Farbräusche und spektakuläre Kamerafahrten aus der Blütezeit Argentos sucht man hier jedoch vergebens. Die Machart ist solide, der Stil kühl und düster, von der traumhaften Surrealität des Meisters ist er jedoch weit entfernt.
Dafür folgt die Handlung und auch die Logik eher durschnittlicher Krimiware, was den Film zumindest zu einem soliden Thriller macht, über dessen Logiklücken man großzügig hinwegschreiten kann, ohne sich ständig an den Kopf greifen zu müssen. Interessanterweise rutscht der Film gerade durch seine Realitätsnähe in die Banalität diverser amerikanischer Direct-to-Video-Krimis ab. Die Morde und die "Anrichtung" der Opfer sind stilistisch wenig beeindruckend und erinnern eher an SEVEN und dessen zahlreiche Nacheiferer denn an PROFONDO ROSSO oder TENEBRAE.
Fazit: Solider, düsterer Thriller. Blutig, stilsicher, einigermaßen spannend und ohne größere Überraschungen. | Herr_Kees sah diesen Film im Metropol, Stuttgart | |           08.08.2005, 19:15 | | |
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Argento jr. | Direktlink  | Ein netter Versuch, den italienischen Giallo der 70er Jahre wiederzubeleben, und der schon beim Titel "Eyes of Crystal" an einen der erfolgreichsten seiner Art, nämlich "Bird with the crystal Plumage" anknüpft. Sympathisch ist dabei, dass man tatsächlich versucht, stylish an die Klassiker von Mario Bava und Dario Argento anzuknüpfen, ohne dass das aber wirklich auch nur einmal überzeugend gelingt. Für mich ist auch überraschend, dass die einst als Könige des Billigfilmens bekannten Italiener nun selbst aus Kostengründen in Bulgarien drehen - was den Schauwert zusätzlich einschränkt. Was bleibt, ist die hübsch anzusehende Hauptdarstellerin und eine recht gelungene Anfangssequenz, die dann leider mehr verspricht, als der Film hält. | GeorgeKaplan sah diesen Film im Cinedom, Köln | |           17.08.2005, 15:14 | | |
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