 |
|
|
Feed (2005)
Mahlzeit! | Direktlink  | Ein Online-Schnüffler aus Australien begibt sich, weil er genug hat von der reinen Computerverfolgerei, auf die Jagd nach einem Bösewicht der Frauen vor der Webcam zu Fettbergen mästet.
Angekündigt als Ekler des Festivals konnte der Film die Erwartungen nur begrenzt erfüllen. Als Thriller bestenfalls Mittelmass, weil weder das kurze Auffinden noch die Konfrontation mit dem Täter besonders spannend umgesetzt sind. Immerhin hat man wenigstens etwas Recherche betrieben und so einen Teil der Cybercop Arbeit korrekt dargestellt. Die interessante moralische Zwickmühle (ist das jetzt schon Körperverletzung oder nicht, immerhin sind beide, Täter wie Opfer, damit einverstanden) wird dann zu einfach umgangen, und das Finale ist viel zu lang. Wer sich aber vor sehr sehr dicken Menschen ekelt, sich aber dennoch diesen Film antuen will, der mag den Brechreiz schon genießen. Alle anderen können getrost Popcorn kaufen. Tipp für den praxisbezogenen Scherzbold: essen sie ihren Nudelsalat in diesem Film doch mal aus einer Wachspapiertüte (natürlich nur nach der Kotzgeräuschimitation), ihre Sitznachbarn werden es ihnen danken.
Fazit: Mittelmassthriller mit mehr oder weniger ekligen Bildern. | Felix Schweiger sah diesen Film im City, München |           04.08.2005, 12:52 | | |
|
|
Her mit dem Spucknapf! | Direktlink  | Dieser Film ist einfach nur ärgerlich. Zugegebenermaßen ist die Feeder-Thematik noch relativ unangetastet geblieben im Hinblick auf filmische Umsetzung, ergo hätte das wirklich was werden können, vielleicht sogar tatsächlich auch was innovatives...
Aber nein, hier hat man lieber eine an und für sich recht gute Idee vollkommen in den Sand gesetzt und richtig Potential verschenkt.
Sauschlecht recherchiert, was Internet & Co. angeht sowie die psychologischen Aspekte der Feeder-Geschichte, setzt dieses Filmchen lieber auf Ekel-Effekte und füllt nichtvorhandene Handlung mit Sexszenen und flotter Musik auf.
Darüber hinaus nerven die absolut oberflächlich wirkenden Protagonisten, wenn sie sich schon mal unterhalten, mit nervigem pseudo-philosophisch-poetischen Gesprächen über Ästhetik, Tod, Leben, Darwin und ähnliches, worüber man noch hübsch hochgestochen vor sich hinblubbern kann.
Nun ja, vielleicht kann man den ganzen Film ganz ok finden, wenn er Dienstag abends um 23.55 auf Kabel oder wahlweise auch SuperRTL läuft, man unbedingt fernsehen möchte und sonst absolut nichts annehmbares mehr läuft um diese Zeit. Dann kann man sich vielleicht auch halbwegst gut unterhalten fühlen, weil man ja ohnehin gar nichts erwartet hat - aber hier, auf dem Festival... | Ulrike sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           09.08.2005, 13:28 | | |
|
|
Wider alle Konvention! | Direktlink  | Australien liefert mit "Feed" einen Film, den es in dieser Art noch nicht gab.
Ein Film, der die Problematik eines Schönheitsideals der Gesellschaft anzuprangern versucht und dabei hauptsächlich gegen das Mutterland der schizophrenen Vorstellungen von Wunsch und Realität schießt.
Diese Kritik macht auch den größten Teil "Feed"s aus, doch alleine die Zurschaustellung fettleibiger Menschen und die Jagd eines australischen Polizisten nach einem Mann, der diese Frauen absichtlich zu Tode mästet, macht noch lange keinen Thriller oder gar Horrorfilm.
Alleine aus Angst oder Unwohlsein vor fetten Menschen wird versucht, Ekel zu provozieren. Wenn dieser Film eklig sein wollte, so erreicht er dieses Ziel wohl nur bei den Menschen, die er meiner Meinung nach kritisieren möchte. Jedoch werden sich diese sicher erst recht in ihrer und der durch die Gesellschaft diktierten Meinung bestätigt fühlen, Fett einfach widerlich zu finden. Wirklicher Ekel wird vermieden, obwohl er möglich, ja fast unabdingbar gewesen wäre in Form von Einkotung, Erbrechen und Wundliegen, die für den aufgezeigten Krankheitsfall typisch sind.
So versiegt der Sinn dieses Werks in seinen eigenen Ansprüchen.
Noch dazu fehlt ihm einfach eine wirkliche Problematik, denn die Fütterungen finden unter beider Einverständnis statt und der Tod durch Herzinfarkt oder Hirnschlag ist bei Adipositaspatienten vorprogrammiert. Alleine die Amoral, mit der hier mit den Menschen umgegangen wird, ist zu verurteilen, wird aber wohl kaum einen Straftatbestand darstellen, der es erlaubt, gegen ihn mit allen gezeigten Mitteln der Staatsgewalt vorzugehen.
So bleiben die kleinen Perversitäten eines Jeden in diesem Film und leidlich lustige Schlußminuten, die zumindest noch ein wenig unterhalten und den omnipräsenten Zeigefinger kurzfristig von der Filmrolle nehmen. | Rohrkrepierer sah diesen Film im Cinecitta', Nürnberg |           10.08.2005, 13:03 | | |
|
|
Nervtötender Langeweiler | Direktlink  | Ich will keine Filme mehr sehen, in denen schlechte Schauspieler pseudo-gebannt vor einem Bildschirm sitzen und durch Zufall auf Passwörter für ach so verschlüsselte Seiten kommen, für die ein Hacker immerhin 3 Sekunden brauchen würde.
Ich will auch keine Filme sehen, die auf Teufel komm raus eklig oder extrem sein wollen, es aber aufgrund von zu großen Logiklöchern, Oberflächlichkeit, unglaublich schlechter Recherche, dilettantischer Regie und grauenhaften Schauspielern zu fast gar nichts bringen.
Außerdem will ich keine Filme sehen, die von ihrer Grundidee eigentlich sehr interessant sind, weil diese bisher noch nicht filmisch umgesetzt wurde und man durchaus etwas daraus hätte machen können, bei denen aber nach 10 Minuten klar ist, dass es einfach nur Blödsinn ist und bleiben wird.
Und pseudo-philosophisches Geschwafel über die Welt und die schlimmen Menschen von nervtötenden Darstellern braucht auch niemand mehr.
Gab es alles schon genug. Hier ein weiterer Kandidat.
2,5/10 | Katakuris sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           13.08.2005, 02:01 | | |
|
|
Du bist, was du ißt. | Direktlink  | "Feed" hat mich in mehrfacher Hinsicht überrascht - sowohl positiv als auch negativ. Zunächst mal hatte ich ein wesentlich tieferes Eintauchen in die Feeder-Thematik selbst erwartet, insbesondere auch ein Begreifbar-Machen der Beweggründe von "Gainern" (oder zumindest ein ernsthaftes Herantasten an die Frage, warum sich manche Menschen freiwillig so verunstalten, ultimativ sogar hinrichten lassen). Tatsächlich aber beschäftigt sich der Film, wenn überhaupt, ausschließlich mit der Sicht- und Deutungsweise eines "Feeders". Letztendlich ist die gesamte Thematik aber ohnehin nur Vehikel, exploitativer Aufhänger für einen ganz gewöhnlichen Serienkiller-Thriller, die Jagd eines Polizisten auf einen sicken, hoch intelligenten, manipulativen Freak - wenn auch in einem Ambiente angesiedelt, das abseitiger erscheint als üblich und ein spezielleres Ekel-Potential aufweist als die sonst zentralen rituell verstümmelten Leichen usw.
Was den reinen Filmgenuß bzw. den Unterhaltungsfaktor angeht, ist das aber vielleicht sogar positiv: statt tiefschürfender psychologischer Erörterungen erleben wir hier einen straight inszenierten, durchaus spannenden Krimi, der zumindest in seiner ersten Hälfte ein deutlich höheres Tempo geht, als ich das erwartet hätte. Die psychologischen Erörterungen gibt es zwar auch, aber die sind nur das, was sie in solchen Filmen immer sind: ohne weitergehende Relevanz, bestenfalls als Clues im Hinblick auf die Persönlichkeitsstruktur des gerade Sprechenden und auf kommende Geschehnisse zu verstehen. Jedenfalls SOLLTE man sie nur so verstehen, denn sonst kann man kaum umhin, sich zu ärgern. Denn sie sind fast durchgängig komplett oberflächlich und klischeebeladen.
Letzteres gilt leider auch für die Storyentwicklung und, bis zu einem gewissen Grad, für die Figuren von "Feed". Der Killer zwar wird von Alex O’Lachlan, der vom Äußeren her stark an einen sehr jungen Christopher Walken erinnert, recht intensiv und überzeugend gespielt. Die sonstigen Charaktere aber bleiben blaß bis ärgerlich, insbesondere der ermittelnde Polizist kann weder sein überzogenes Interesse am Fall noch seine persönliche Problemstellung nachvollziehbar und glaubhaft vermitteln. Generell wirkt das Verhalten der Figuren des öfteren absolut unglaubwürdig - und auch die Story selbst kann leider in weiten Teilen, gerade in der zweiten Hälfte des Films, nur als konstruiert bezeichnet werden. Als so offensichtlich konstruiert, daß man sich das Lachen manchmal nur schwer verkneifen kann, so albern und unrealistisch ist das, was da auf der Leinwand gerade vor sich geht.
Sieht man davon aber ab, schafft es der insgesamt solide Thriller durchaus, einen recht gut zu unterhalten. Und vor allem schafft er es, einige üble, WIRKLICH eklige Bilder im Kopf des Betrachters zu erzeugen - was umso erstaunlicher ist, als er auf eine explizite Abbildung ebensolcher fast vollständig verzichtet. Was hier aber in manchen Szenen im Hinblick auf den Umgang des Killers mit seinen Opfern angedeutet wird, reicht aus, um die Phantasie mehr als anzuregen. Vielleicht sogar stärker, als das blutig verstümmelte Fettberge geschafft hätten. Und ein paar eklige Bilder gibt es dann natürlich eben DOCH auch auf der Leinwand zu sehen: Bis zur Unkenntlichkeit gemästete, ehemals weibliche Lebewesen (wobei der Ekelgrad hier besonders von den persönlichen Befindlichkeiten abhängt).
Insgesamt ist "Feed" kein Film, den man gesehen haben muß, dazu ist er schlußendlich viel zu sehr Standardware. Er unterhält aber doch leidlich gut, und das beschert ihm 5,5 von 10 Punkten.
PS: Für das deutsche Publikum besonders interessant ist vielleicht die Eröffnungssequenz des Films, in welcher der Fall des "Kannibalen von Rothenburg" aufgegriffen wird... | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt |           15.08.2005, 05:54 | | |
|
|
Mindf*ck | Direktlink  | Sicher, FEED ist kein cineastisches Meisterwerk und Regisseur Brett Leonard besaß weder Budget noch Akribität etablierter Hollywood-Regisseure.
Das sieht man diesem Film der "C-Klasse" (ich meine das hier aber ausnahmsweise mal NICHT ausschließlich abwertend!), vor allem im ersten Drittel, auch an.
Richtig zu Wünschen läßt z.B. die -wahrscheinlich vom "Kannibalen von Rothenburg" inspirierte- Polizeieinsatz-Szene am Anfang des Films, die ja in Hamburg (!) spielen soll. Hier hat man ein Holz(!)-Haus mit ebenfalls hölzerner Veranda(!), eingerichtet im sog. "Kolonialstil" genommen: Etwas typisch "Undeutscheres" wäre wohl nicht mehr gegangen! Das zeigt wieviel die Macher dieses Films von Häusern in der Gegend um Hamburg wissen...
Auch Fehler, wie z.B. der schwarze Van der Polizisten in dieser Szene MIT RECHTSLENKUNG(!) tragen nicht zu einem verbesserten Qualitätseindruck bei.
Übrigens: Hättet ihr' s gewusst: Die im Film unter anderem an Carters Mercedes verwendeten rot-blau-weißen Kennzeichen sind KEINE aus OHIO - es sind die ähnlichen, aber schmaleren australischen.
Die Sexszenen von Protagonist Jackson mit seiner Freundin hätten wegen mir auch nicht sein müßen: Sie wirken aufgesetzt und wie in einem billigen Softsex-Streifen; auch hier verschwimmen wieder die Grenzen zwischen B- und C-Picture.
Was den Film in meiner Bewertung allerdings rausreißt, ist nicht zuletzt der Mut ein wirklich bizarres - und krankes Thema zu verarbeiten (so weit ich weiß, der einzige Kinofilm darüber...) - und das Macht ihn selbst zu einem Stück UNDERGROUND!
Läßt man sich also -besonders zum Ende hin- auf FEEDER und seine Thematik ein, entsteht ein echter MINDFUCK - und selbst "Hostel gestärkte", hartgesottenen Menschen, die meinen schon alle Abgründe und Bizarrheiten der menschlichen Seele gesehen zu haben, wird es irgendwie anders...
Kein Gute-Laune-Film - eher ein Trip!
Das in dieser Form unerwartete Ende und die geistige Umnachtung des Protagonisten geben dem Film übrigens zusätzlich Ecken und Kanten.
Mein Fazit: Einer der wenigen Australischen Filme (von solchen wie z.B. MAD MAX einmal abgesehen), die ich persönlich mag - und deshalb komme ich alles in allem auch zu einer eher POSITIVEN Wertung.
Auf jeden Fall ein Film, der im Gedächtnis bleibt! | darkdackel |           04.10.2007, 16:47 | | |
|
|
Lese 1 weitere Reviews mit SPOILER zu diesem Film.
Deinen Review über Feed (2005) hinzufügen! Zu den Filminfos |
| |
|