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Anthony Zimmer (2005)
Über den Dächern von Nizza | Direktlink  | Filme von Alfred Hitchcock haben schon immer junge Filmemacher beeinflusst. In den 70er Jahren etwa begann Brian de Palma, seine Lielingshitchcocks "Das Fenster zum Hof", "Vertigo" und "Psycho" immer wieder aufs neue zu variieren. Heraus kamen denkwürdige Klassiker wie "Schwarzer Engel" oder "Dressed to kill", die mit damals einer scheinbar schwebenden Kamera das Gefühl vermittelten, einem erotischen Traum beizuwohnen, und im totalen Kontrast zu dem kühlen und kalkulierendem Stil von Hitchcock selbst standen. Leider sank dann sein Stern in den 80ern, und heutzutage muss er schon um Regiearbeiten betteln. Das ist schade, denn als den 90ern einige Remakes von Hitchcockfilmen gedreht wurden, war er nicht dabei, und das, was wir dann auf der Leinwand erblicken mussten, war schlicht und ergreifend völlig überflüssig.
"Anthony Zimmer" nun sieht so aus, als ob de Palma mit neuer Identität ein Remake von "Über den Dächern von Nizza" und "Der unsichtbare Dritte" gedreht hat. Solche erotischen und eleganten Kamerafahrten haben wir schon lange nicht mehr gesehen (um genau zu sein, zuletzt bei "Femme Fatale" von de Palma). Die Story von einem Übersetzer, der für einen Meistergauner gehalten wird, einer jungen geheimnisvollen Dame begegnet und durch sie in allerlei Schwierigkeiten gerät, hat alles, was - mein - Herz begehrt. Ja, da sind sie wieder, die Postkartenmotive der Cote d'Azur, die eleganten Hotels, das Spiel mit den Identitäten, die verführerischen Blicke der Hauptdarstellerin - und auch der Mc Guffin ist wieder da (in Form eines Notizbuches). | GeorgeKaplan sah diesen Film im Cinedom, Köln |           13.08.2005, 12:18 | | |
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Verbrecherjagd im großen Stil | Direktlink  | Für Freunde des unterhaltsam inszenierten Krimis mit integriertem Rätselraten bei schöner Optik ist "Anthony Zimmer" ohne Frage eine gute Wahl. Wer ist der brillante Geldwäscher und Gentleman-Schwerverbrecher Zimmer wirklich? Wie sieht er jetzt, nach größerem chirurgischen Eingriff (der absurderweise auch seine Stimme unkenntlich verändert hat...), aus? Wird der ärmliche Übersetzer Francois der Verfolgung durch Polizei und russische Mafia entkommen, nachdem er aufgrund heimtückischer Maßnahmen der geheimnisvollen Chiara für Zimmer gehalten wird? Und welche Rolle spielt diese Frau wirklich?
Fragen, die der elegante französische Hochglanzbeitrag, stets stilsicher und recht charmant vorgehend, erst am Ende seiner Laufzeit beantwortet. Auf dem Weg dorthin verliert er allerdings manchmal zu sehr an Tempo und wirkt zu selbstverliebt, um Zuschauer, die keine ausgemachten Krimifans sind, ausreichend zu fesseln. Auch fallen die Antworten meiner Meinung nach nur bedingt befriedigend aus: der Aufbau der Story verspricht cleverer zu sein, als der Film es in seiner Auflösung (und auch schon in Teilen seines Verlaufs) einlösen kann. Zudem enthält er mindestens einen größeren logischen Fehler, der das wendungsreiche Spiel um Finten und falsche Fährten in seiner Pointiertheit und Intelligenz nachträglich ein Stück weit schmälert.
Auch ist mir die Inszenierung insgesamt ein wenig zu unspektakulär bzw. unentschieden: Wenn es tatsächlich das einzige Ziel des Films ist, uns ob der Identität Zimmers vor Neugier brennen zu lassen, läßt er uns einfach nicht genug raten. Das heißt: es treten zu wenige Figuren auf, ihre Konstellationen ändern sich nicht überraschend genug. Geht es "Anthony Zimmer" hingegen genauso sehr darum, uns durch Action und Dramatik zu unterhalten, bietet er auch hier zu wenig - und weist durchaus einige Längen auf. Diese werden zwar durch seine Schauwerte teilweise wettgemacht, aber im Ganzen reichen tollen Aufnahme von Nizza und eine sichtlich gealterte Sophie Marceau nicht aus, um derartige Schwächen zu überdecken.
Neben der guten Kameraarbeit gehören die guten Darsteller aber fraglos zu den Qualitäten des Films. Die Figuren sind optimal besetzt und erreichen eine gewisse Tiefe, wenn sie auch einen Tick zu schablonenhaft gezeichnet sind (worüber sich der Film in einigen Dialogen aber auf recht kluge Weise sogar selbst lustig macht).
Insgesamt ist "Anthony Zimmer" recht unterhaltsam, ich hatte mir aber nach der in hohem Tempo vorgetragenen Exposition und angesichts der beträchtlichen Produktionswerte doch einen spitzeren Thriller erwartet. Von mir darum nur 6 Punkte, aber Genrefans bewerten den Film vermutlich ein wenig positiver als ich. | Dominic Saxl sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt |           18.08.2005, 21:21 | | |
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