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The Hills Have Eyes (2006)
Wenigstens doch noch ein Knaller im Stuttgarter Programm! | Direktlink  | Alexandre Ajas Debüt "Haute Tension" war trotz einiger gravierender Logiklöcher ein beeindruckendes Gesellenstück in Sachen Terrorfilm, so dass ihn Hollywood gleich mit offenen Armen willkommen hieß. Mit seinem Zweitling versucht sich Aja mit 15 Millionen Dollar Budget an einem alten Horrorklassiker von Wes Craven aus den 70er-Jahren, der das Remake denn auch produziert hat. Das Resultat ist wie erwartet eins der besten Horror-Remakes der letzten Jahre, auch wenn man sich über Sinn oder Unsinn von Remakes immer trefflich streiten kann. Zwar sind die allermeisten überflüssig und pure Geldmacherei, andererseits gehören Remakes wie Cronenbergs "Die Fliege" oder Carpenters "The Thing" zu den besten Horrorfilmen überhaupt und haben die Originale weit hinter sich gelassen.
Anders als beim ebenfalls sehr gelungenen "Dawn of the Dead"-Remake weicht Aja jedoch kaum vom Original ab. Lediglich wird deutlicher herausgearbeitet, dass es sich bei den Hügelbewohnern um radioaktiv Verstrahlte handelt. In der deutschen Synchronfassung des Originals wurden die Verstrahlten ja wie durch Zauberhand zu Außerirdischen, wodurch der Film völlig in seinem Sinn entstellt worden war. Diesmal ist es jedoch so offensichtlich, dass die deutsche Synchronisation den Film zumindest nicht auf diese Weise kaputtmachen können wird.
Der neue Hills weist selbstverständlich ein wesentlich höheres (zeitgemäßeres) Tempo auf als das etwas behäbige Original, behält aber dessen unangenehme und bedrohliche Atmosphäre bei. Sparte Craven schon nicht mit ein paar derben Gore-Einlagen, so ist es nicht verwunderlich, dass Aja hier noch einen draufsetzt. Trotzdem handelt es sich bei der R-Rated-Version, die im Kino läuft, um eine etwas entschärfte Fassung des Films, denn ursprünglich hatte der Film ein kommerziell tödliches NC-17-Rating erhalten. So können sich Horrorfans, die den Film mit Sicherheit massenweise in ihr Herz schließen werden, auf eine noch härtere Fassung auf DVD freuen (hoffentlich auch in Deutschland). Die bisherige jedenfalls ist aber auch nicht von schlechten Eltern und reizt ihr R-Rating wie auch "Sin City", "Hostel" oder "Land of the Dead" mit exzellenten Make-up-Effekten aus der KNB-Schmiede bis zum Letzten aus.
Auch schauspielerisch und inszenatorisch übertrifft das Remake das Original noch, das mir zwar gut gefällt, aber sicher nicht Wes Cravens Karrierehöhepunkt darstellt. Als nächstes wird Aja wohl von seiner derben Gewaltlinie abweichen und einen "romantischen Horrorfilm" nach einem Drehbuch von Roger Avery und Neil Gaiman drehen. Ich bin gespannt. 8,5/10 | Herbert.West sah diesen Film im Metropol, Stuttgart |           19.03.2006, 13:26 | | |
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Offener Brief | Direktlink  | Lieber Herr Aja,
ich bin keiner derer, die es verdammen würden, wenn sich ein junger Regisseur einen zum Klassiker erhobenen Film einmal zur Brust nimmt und ihn zeitgemäß aufzuhübschen versucht.
Auch werde ich sicher nicht kritisieren, daß Sie sich nach Ihrem mehr als gefeierten "Haute Tension" dem Lockruf des Geldes hingaben und Ihr zweifellos vorhandenes Talent dem Filmteufel Amerika verschrieben. Immerhin dürfte die Kritik, Sie hätten ein simples Plagiat mit zeitgemäßen Effekten und teils wirrer Kameratechnik auf die unwissende junge MTV-Generation losgelassen nicht gehalten werden, da Ihnen ja Ihr Mentor und Erschaffer des Originals in Personalunion, Wes Craven mehr als nur auf die Finger geschaut haben dürfte.
Über den Härtegrad Ihrer Art des Filmemachens werden wir kaum ein Wort verlieren dürfen, denn dort liegen Ihre Qualitäten unzweifelhaft - oder die Ihres FX-Koordinators.
Daß die Schauspielerführung und die Kameraeinstellungen nur Mittelmaß bedeuten ist da eher Nebensache. Und das Problem der unlogischen und teils einfach nicht vorhandenen Erzählqualität Ihres Vorgängerwerkes sind Sie ja durch das Zurückgreifen auf Jahre gereifte Qualität entgangen.
Lobend ist zu erwähnen, daß Sie fast gänzlich auf CGI-Technik verzichtet haben und einen für heutige Verhältnisse schön dreckigen Film geschaffen haben, der leider dennoch nicht ganz so sleazig daher kommt wie Wes Cravens Dreckschleuder.
Ihr Werk unterlag aber immerhin nicht der Weichspülung des US-Genrekinos, wie etwa die quasi Remakes von "Dawn of the Dead", "Texas Chainsaw Massacre" oder auch neuere Schöpfungen wie "Land of the Dead".
Herr Aja, ich mag Ihren Film. Er bedeutet gute, harte Kinounterhaltung fern von Teenieunterhaltung und schraubt die Gewaltspirale trotz R-Ratings für Kinoverhältnisse ein bißchen weiter in die Höhe. Dafür Danke!
Aber eines Herr Aja muß Ihnen noch gesagt werden:
Diese Musik!!!! Die geht ja gar nicht!!! Da sieht man entweder das Denkmal des armen, aber patriotischen Soldaten (mit Kind im Arm) vor sich, glaubt Lucky Luke in den Sonnenuntergang reiten zu sehen, oder fühlt sich von einem dicken, schwitzenden Nachbarn namens Terror im Kino unentwegt in die Schulter gepiekt... und schön ist das nicht.....
Dennoch bin ich gespannt auf Ihren ersten Film, der ohne Gewalt auskommen muß! Ein häßliches, dummes Date ohne Make-Up?
Mit freundlichen Grüßen,
ein Gleichaltriger | Rohrkrepierer sah diesen Film im Cinecitta', Nürnberg | 24.03.2006, 10:26 | | |
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Schocks mit Stil | Direktlink  | Horror Altmeister Wes Craven hat schon so ziemlich jeden das Fürchten gelehrt. Freddy Krüger lässt er seit 1984 in Träumen von Jugendlichen spuken und großen Erfolg brachte die "Scream" - Trilogie, doch fing alles schon 1972 mit dem Nervenaufreibenden Schocker "Das Letzte Haus Links" an. Darauf folgte 1977 der low - budget Horrorstreifen "The Hills Have Eyes" und da seit dem erfolgreichen "Dawn of The Dead" Remake, Filme wie "The Fog", "Texas Chainsaw Massacre" oder "Amityville Horror" recht gut laufen, wird auch "The Hills Have Eyes" wieder neu aufgelegt, bei dem Wes Craven selbst produziert.
Auf Ihrem Wohnwagen Trip durch den Süden Amerikas gerät die Carter Familie, nachdem sie eine Abkürzung genommen hat, in das Territorium von Degenerierten, Mutanten ähnlichen Wesen, die in der Familie nur eines sehen: Nahrung!
Sicher ist, Regisseur Alexandre Aja ("High Tension") hat garantiert keinen Film für Zuschauer mit schwachen Nerven gedreht, Leute werden lebendig verbrannt, es wird vergewaltigt, Haustiere werden nicht nur des Kopfes entledigt, sondern auch ausgeweidet und nicht selten werden auch Finger und Köpfe abgehackt. In den stärksten Minuten des Films entsteht jedoch eine so anspannend starke Intensität, dass einem das Herz stehen bleibt und man sich nur wünscht dieser Alptraum sei bald vorbei.
Auch politisch gibt sich dieser stilistisch perfekte Splatterfilm. Die Mutanten sind Opfer von amerikanischen Atomtests die Mitte der 40iger Jahre durchgeführt wurden, wenn dann aber eins dieser Mutantenwesen mit der amerikanischen Flagge erstochen wird ist der politische Anspruch jedoch verloren.
Ein wirklich stilistisch anspruchsvoller und dabei auch noch saublutiger Splatterfilm, den Alexandre Aja hier abliefert, der Erfolg in den USA zeigt, dass man von dem Franzosen in nächster Zeit wohl öfter hören wird und das auch will. | Triggermike |           31.03.2006, 12:40 | | |
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Auch nicht härter als andere | Direktlink  | Schwer enttäuschend! Warum? Ganz einfach, weil ich den Überhorrorfilm von Alexandre Aja erwartet hatte, zum einen, weil das Marketing vorher einen der härtesten Filme aller Zeiten versprochen hat und zum anderen, weil Aja mit Haute Tension einen der besten Horrorfilme der letzten Jahre ablieferte. Sein Talent hat er hier zwar wieder unter Beweis stellen können, schuf er doch auch hier wieder eine großartige Kombination von Musik und Bildern, aber das Versprechen "harter Film" wird leider nicht wirklich eingehalten. Der Film bietet gerade in Sachen "Härte" nicht mehr als in anderen Filmen und es kommt einem teilweise sogar vor, als wird mit angezogener Handbremse gemetzelt. Dies könnte natürlich an der stark gekürzten Kinofassung liegen. Aber nicht nur wegen dem relativ niedrigen Grad an Gewalt, sondern auch weil die Charaktere teilweise sehr gehetzt agieren und ihnen vor allem im Vergleich zum Original nur wenig Tiefe gegeben wurde. Die Darsteller machen ihre Sache durchweg gut, PyroAaron Stanford kann als rächender Killer durchweg überzeugen, dazu gibts für das männliche Publikum noch die wunderhübsche Emilie deRavin zu sehen. Einzig Dan Byrd, der mir schon in Mortuary eher negativ auffiel, bleibt da ein wenig zurück. Vielleicht liegts auch nur an den zu hohen Erwartungen, aber mir fehlte diesem Remake einfach das Besondere und ein wenig mehr Gore hätte dem Film sicherlich auch gut getan, denn er ist viel harmloser als sein Ruf; da hat mich Antarctica mehr aufwühlen, bzw. fertig machen können. | FFFler |           01.04.2006, 10:42 | | |
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