Riot Girls

Abstruser, kleiner Trashfilm

von cthulhu314
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Vom Timing her hat der perfekt gepasst heute, in der zweiten Festivalwoche hätte ich dafür keinen Nerv mehr gehabt. So, nach einem starken Eröffnungsfilm und mit der Vorfreude auf anderthalb Wochen im Kino, hat das einigermaßen funktioniert.

Aber der Reihe nach: Die ersten zwanzig Minuten habe ich mit mir gekämpft, ob ich nicht doch nach Hause gehen und ein bisschen Schlaf tanken will. Immerhin stehen morgen fünf Vorstellungen an. Und auch, wenn der Trash gewollt ist, diese Klischees! Und diese Dialoge! Und dieses abstruse Setting! Aber die Charaktere kann man durchaus mögen, er ist nicht allzu lang und die musikalische Untermalung ist nett. Bis auf eine Einlage, die jedem, der die Neunziger erlebt und einen Hauch von Musikgeschmack hat, die Zehennägel hochrollt. Was dann wieder zum (in diesem Fall Euro-) Trash passt.

Alles in allem: Nettes Futter für zwischendurch, aber nur, wenn man in der passenden Stimmung ist.
cthulhu314
sah diesen Film im Cinestar, Berlin

05.09.2019, 02:02


Schoool's Out. For. Ever!

von Leimbacher-Mario
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„Riot Girls“ von der noch recht frischen Regisseurin Jovanka Vuckovic ist ein comicartiger, futuristischer Bandenfilm, in dem arme, punkige Teens gegen reiche, poppige Teens kämpfen - und das, nachdem eine Art Krankheit und Seuche alle Erwachsenen dahingerafft hat...

Von der netten Regisseurin selbst mit Gangmeilensteinen wie „The Wanderers“ oder „Class of Nuke 'em High“ verglichen, kommt im Endeffekt ein bizarr-buntes Zwitterwesen dabei heraus. Zwischen modern und retro, zwischen originell und kopiert, zwischen mutig und lahm, zwischen hart und brav, zwischen Punk und Pop. Ich mag den Style, der oft in seinen Übergängen und Cuts aufgebaut ist wie ein Comic. Noch geiler ist der fette, aggressive und laute Soundtrack von Joan Jett bis L7. Doch ansonsten rockt hier recht wenig, vieles wirkt wie Möchtegern-Kult, eher erzwungen statt natürlich cool. Die jungen Darsteller geben ihr Bestes, können zum Teil aber einfach zu wenig bis nichts. Die Geschichte hätte sich ein Grundschüler in der großen Pause ausdenken können. Und viele Figuren, auch die hauptsächlichen, geben arg nervtötende und gestellte Vibes ab. Unser Protagonistencouple hat noch ein paar nette, romantische und sogar glaubhafte Momente, außerdem splattert es hier und da einfach mal so aus dem Nichts - doch über blasses, alles andere als punkiges Mittelmaß kommt dieser Verschnitt unendlich besserer Werke nicht hinaus.

Fazit: Fucksy Punklone - ein kleiner Wannabe-„Warriors“. Netter Versuch, süßes Pärchen, immerhin versucht stylisch, anarchisch, rebellisch. Aber im Endeffekt eher ein bockiger Teenager. Wäre gerne in der Klasse von '84... Ist aber schon '81 nicht versetzt worden.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

16.09.2019, 01:58




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