The Roundup

Backpfeifenbrimborium

von Leimbacher-Mario
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Don Lee kann es in seinen Filmen auf beiden Seiten des Gesetzes, mittlerweile auch auf beiden Seiten unserer Erdkugel. Er hat Charisma und Karacho. Jetzt räumt er in „The Roundup“ als brachiale Cop-Dampfwalze auf - und bringt dabei die Unterwelt von Vietnam bis Korea zum Kochen … und Knochenbrechen!

Als Fortsetzung zu „The Outlaws“ kommt „The Roundup“ als echter Crowdpleaser und Asiablockbuster daher. Don Lee als Zugpferd und austretender Sympathieochse. Ein simpler Fall mit vielen Toten, klaren Linien zwischen Böse und Gut, trotz all seiner rabiaten „Polizeiarbeit“. Harte Fights, lockere Sprüche, einiges an Augenzwinkern, Bad Guys die absolut radikal alles niedermacheten. Ein eingespieltes Team. Heimatkino der Handkantenpros. Bierselige Buddycomedy trifft tödlichen Thriller. Die Balance kippt nie. Zumindest für meinen Geschmack. Mit Vietnam mal einen noch exotischeren und schwitzigeren Schauplatz zum Teil. Der kleine „Train To Busan“-Nod hat mir gefallen. Die Reihe kann gerne weitergehen - man darf aber natürlich keinen „The Raid 3“ erwarten!

Fazit: Wir Deutschen haben Guglhupfgeschwader und Co. - Korea halt den Don Lee als neuen Bud Spencer mit einer härteren Art von Grinsen als damals. Bei „The Roundup“ klatscht's immer zweimal - oder sogar dreimal, wenn man den Szenenapplaus im Kino mitzählt!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

15.09.2022, 01:58


Plattfuß in Vietnam

von Herr_Kees
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Seargant Ma macht mit seinem Chef Sonderurlaub in Vietnam und begibt sich dort auf die Spuren eines brutalen Kidnappers. Allerdings sind dem auch noch weitere gefährliche Killer auf den Fersen.

Viel komplexer wird die Handlung nicht bei diesem Korea-Actionblockbuster, wobei man gleich mal feststellen muss, dass Action in dem Fall Auslegungssache ist: Wuchtbrumme Ma Dong-seok (aka „Don Lee“) haut zwar ständig irgendwohin, wo danach kein Gras mehr wächst, bzw. der Schlosser oder der Internist kommen muss, aber die härteste Arbeit machen dabei die Tontechniker. Wie in seligen Bud Spencer-Zeiten wird jeder Schlag mit ohrenbetäubendem Krachen unterlegt, was filmisch zwar durchaus legitim ist, auf Dauer aber auch ein wenig lächerlich erscheint. Die Autostunts bestehen bis auf wenige Ausnahmen aus U-Turns und Reifengequietsche im Parkhaus und bei den Messerstechereien spritzt vor allem CGI-Blut.

Darüber hinaus wird hier die koreanische Polizeigewalt inklusive Folter (noch dazu außerhalb ihres Jurisdiktionsbereichs) derart verherrlicht, dass man das nicht wirklich lustig finden kann. Wobei das mit dem Humor ohnehin so eine Sache ist bei diesem Film: Während die Gangsterszenen allesamt extrem gewalttätig und düster inszeniert werden, ist jede Sequenz mit dem sympathischen Haudrauf Ma ein „Comic Relief“, sodass man der Figur nicht mal dann böse sein kann, wenn sie einen bereits fast bewusstlosen Gegner noch zu Brei schlägt. So ist das nächste Sequel gesichert.
Herr_Kees
sah diesen Film im EM, Stuttgart

15.09.2022, 13:36


Rund, fettig, halb-gut

von D.S.
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Wie es im f3a-Forum bereits mehrfach hieß, ist Ma Dong-seok (THE GANGSTER, THE COP, THE DEVIL) in diesem Film eine einzige Naturgewalt: Wo er hinhaut, wächst kein Gras mehr. Das war im Vorgängerfilm THE OUTLAWS zwar bereits ganz ähnlich, dort wirkte seine Figur aber dennoch mehr wie ein Protagonist einer Action-Krimi-Handlung – während man hier leicht den Eindruck gewinnen kann, eine Action-Krimi-Handlung sei darum herumgestrickt worden, ihn möglichst eindrucksvoll in Szene zu setzen.

Das soll die Verdienste von THE ROUNDUP nicht schmälern, er ist gelungene Vollgas-Unterhaltung und macht gerade im Rahmen eines solchen Festivals zu angeheiterter Stunde viel Spaß. Nüchtern betrachtet kann man dennoch nicht behaupten, man habe es hier mit irgendwo wertvoller Filmkunst zu tun. Stattdessen gibt es voll auf die Zwölf eine leicht variierte, leicht entschärfte und leicht polierte Neuauflage der Geschehnisse des Vorgängers zu goutieren: Erneut verfolgen wir einen sich nicht sonderlich um Regeln und Vorgaben scherenden Cop – der in diesem Fall allerdings nicht als bestechlich gezeichnet wird –, der ultra-gewalttätige, skrupellose und schier unbezwingbar wirkende Gangster zur Strecke bringen will. Wobei Zwischentöne oder Tiefgang natürlich komplett außen vor bleiben.

Während es bei THE OUTLAWS um sensationell brutale chinesische Gangster geht, die in Korea Mafia-Gangs übernehmen und/oder auslöschen, geht es hier um einen koreanischen Gangster, der in Vietnam Touristen und Geschäftsleute entführt sowie ermordet und dann in Korea seine Missetaten maximal unrealistisch zu ihrem Ende führen will. Sämtliche polizeilichen Einheiten aller beteiligten Staaten sind nicht in der Lage, den Überbösewicht zu stoppen, einzig Ma Seok-do (Ma Dong-seok) kann ihn seinem gerechten Schicksal zuführen.

Es knallt und kracht entsprechend ordentlich, und das über die gesamte Laufzeit hinweg. Das ist, wie erwähnt, höchst unterhaltsam, fühlt sich allerdings auch nach leeren Kalorien an: Dass unser handfester Detective am Ende obsiegen wird, ist ohnehin klar; dass er das mit einem lässigen Spruch auf den Lippen und einer heftigen Geraden ins Gesicht tun wird, ebenfalls.

Auffällig ist, dass bei THE ROUNDUP im Vergleich zu THE OUTLAWS der Comedy- bzw. Comic-Relief-Faktor deutlich in die Höhe geschraubt wurde und dass es hier auch keine ernsthaft verletzliche Figur gibt, um die wir uns besonders sorgen müssten – sprich, Schmerz und Drama wurden zugunsten einfacher konsumierbaren Action-Spaßes eindeutig heruntergeregelt. Auch wirkt die (reichhaltige) Gewalt zwar meist durchaus bretthart, Blut gibt es dennoch kaum zu sehen. Im Endeffekt heißt es hier eher mitjubeln als mitfiebern – zu eindeutig wissen wir, dass das „Gute“ gewinnen und das „Böse“ sein durchaus dickes Ende finden wird.

Wie gesagt, das Ganze macht trotzdem ordentlich Spaß, ist aber auch nur so nahrhaft wie ein kleiner, fettiger Snack. Den Vorgänger zu kennen, hilft übrigens sehr beim Genuss. Nicht nur, dass hier fast das komplette Ensemble aus THE OUTLAWS wieder am Start ist und auf mehrere Handlungselemente jenes Films Bezug genommen wird: Es werden auch einzelne Sequenzen daraus konkret neu aufgelegt und mit einem Augenzwinkern variiert.

Eine runde, rollende Action-Sache ohne bleibende Wirkung: 6 Punkte von mir.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

22.09.2022, 03:19




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