von Fans für Fans

Shinjuku Incident

Steelhead

von meiklsan
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Soeben hat mich endlich die Dvd aus Asialand erreicht.

Shinjuku Incident ist tatsächlich ein Drama, ein eher Jackie-Chan-ungewöhnlicher Film, aber dafür umso interessanter und intensiver oder auch, besser gesagt, ein Noir-Thriller mit XXXtreme-Spitzen, grins.
Aber das muss erstmal nichts Negatives oder Positives bedeuten!

Jackie Chan landet als vorerst unscheinbarer Immigrant auf der Suche nach seiner verschollenen Frau im japanischen Yakuza-Sumpf, um sie dort zu finden und von dort zu "befreien".

Unser aller Lieblings-Gesichts-Warzenhaar-Hauptnebendarsteller Lam Suet ist natürlich auch mit von der Partie, grins!
Das kann ja lustig werden.
Wird es aber nicht!
Denn der Regisseur legt zum Glück sehr viel Wert auf Authentizität und führt uns die Dramatik und Realität der Yakuza-Brutalität bald blutig und äußerst unangenehm vor Augen. Bisher kannten wir dieses Genre nur von Takashi Miike. Gewisse Ähnlichkeiten sind auch bestimmt nicht abzustreiten, aber die Abtrennung von diversen Extremitäten und der gesamte Handlungsverlauf werden hier definitiv glaubwürdiger transportiert.
Der Film verspürt nie die Nötigkeit zu übertreiben, sondern treibt die Story kontinuierlich, realistisch und brutal bis zum blutigen grandiosen Finale weiter.
Und mehr wird nicht verraten, grins.

Außer vielleicht, dass Lam Suet für seine Verhältnisse einen eher ungewöhnlichen Abgang hat!

Round about ein Prädikat-wertvoll-Film to see!

Ich muss nach zweitem Screening noch ein paar wichtige Eindrücke nachreichen.

So einfach die Main Story, Mann sucht Frau, auch klingen mag, umso detailverliebter ist sie doch jederzeit optisch und akustisch in Szene gesetzt. Wundervoll rührende emotionale Momente stehen der harten Realität, den Problemen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten und der brutalen japanischen Mopster Aggressionen gegenüber.
Der Film bewegt sich quasi kontinuierlich in einem Wechselbad der Gefühle und Nationen. Immerhin treffen hier drei Sprachen, kantonesisch, mandarin und japanisch aufeinander.
Und mittendrin befindet sich unser einst unschuldiger Jackie Chan, der sich immer mehr zu seinem Synonym "Steelhead" entwickelt.
Seinen leidenden traurigen Dackelblick behält er aber fast bis zum eskalierenden Ende bei.
Und mehr wird auch hier nicht verraten.
Ich freu mich schon auf Shinjuku Incident im Big Screen Kino Format!
meiklsan

29.07.2009, 21:04


Jackie mal gaaaanz anders!

von FFFler
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Ohne eine einzigen Martial Arts Fight kämpft sich Jackie Chan hier durch dieses Gangsterdrama und hackt stattdessen Gliedmaßen ab, übt sich als kaltblütiger Auftragskiller und ist sogar in einer Sexszene zu sehen! Scheinbar hat Chan erkannt, dass er langsam mal was für seine Zeit nach den Martial Arts Werken tun muss und da hat er sich mit Shinjuku Incident genau das richtige Projekt herausgesucht. Es handelt sich hierbei schon fast um ein richtiges Epos, das von chinesischen Emigranten und deren Aufstieg in Japan handelt. Das Ganze ist perfekt eingefangen, hat glaubwürdige Charaktere zu bieten und ist zudem noch top besetzt. Sogar die große Sorge, ob man in einer solch harten Rolle nicht doch irgendwie die ganze Zeit die Martial Arts Ikone sehen wird, war umsonst, denn spätestens nach 10 Minuten dürfte dies, auch wegen seines untypischen Charakters, verflogen sein. Shinjuku Incident ist ein großes Stück asiatisches Kino, in dem sich Chan für weitere Dramarollen empfiehlt und dem eine höhere Wertung nur aufgrund einer Entwicklung im Finale verwehrt blieb.
FFFler
sah diesen Film im Cinemaxx 7, Berlin

21.08.2009, 14:28


Hongkong ist wieder da!

von landscape
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Das Kino der 90er ist wiederauferstanden, aber mit viel mehr Background als ein Schuljahr an Geschichte vermitteln könnte...
Jackie Chan kämpft leider nicht mehr 10 Minuten mit der Trittleiter oder tanzt mit dem Tisch, aber für sein Alter hält er sich recht gut... und geht seinen Weg.
Bemerkenswert, dass es möglich ist, ohne Tonnen von MGs und Revolvern ein solches Massaker zu veranstalten. Dieser Film ist kein Kuschelkino, aber gefühllos ist er wahrlich auch nicht.
landscape
sah diesen Film im Cinemaxx 6, Hamburg

24.08.2009, 01:41


Viva las Vegas

von TylerDurden
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mal ein anderer Jackie Chan.

Immer noch der gutherzige, freundliche Kerl.
Aber ohne Kung-Fu.

Hat mich an "Casino" oder andere Las-Vegas-Stories erinnert.

Die Chinesen wollen mitmischen, es gibt Gangs, die Viertel werden
aufgeteilt, Machtspiele, Intrigen, Auftragsmorde.....

aber eben auf asiatisch.
TylerDurden
sah diesen Film im Cinemaxx 6, Hamburg

24.08.2009, 22:42


Nur für Fans!

von T-Killa
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Dass es sich hierbei um einen eher ernst gemeinten Film handelt, hatte ich zwar schon gewusst, dennoch hat mich der Film größtenteils enttäuscht.

Es ist ein Mafiafilm, naja eher ein Drama eingebettet im Mafiamilieu. Leider ist die Entwicklung des Hauptcharakters viel zu vorhersehbar. Es passiert nichts Unerwartetes, Action ist rar, und so richtig blutig oder gewalttätig ist der Film auch nicht.

Gestört hat mich irgendwie die Beziehung von Jackie Chan zu einer viel jüngeren Frau, ein Motiv, das sich in letzter Zeit in seinen Filmen häuft. Klar will man dem Publikum lieber eine junge und gutaussehende Hauptdarstellerin vorsetzen, aber mit einem Hauptdarsteller, der ihr Vater sein könnte, wirkt dies doch etwas verstörend. Hinzu kommt, dass die Asiatinnen auch immer wirken, als seien sie noch Teens, was dann irgendwie nach Lolitakomplex aussieht.

Der Film ist recht gut gemacht, aber leider für mich nicht unterhaltsam oder fesselnd genug. Genreliebhaber wird der Film sicher entzücken...
T-Killa
sah diesen Film im Metropol 2, Stuttgart

06.09.2009, 21:34


Wow so serious!

von Alan Smithee
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Direkt nach "Moon" lief bei uns mit "Shinjuku Incident" ein weiterer bemerkenswerter Film, den man ebenfalls unter der Rubrik "Der Heimat so fern" führen kann.
"Shinjuku Incident" wurde im FFF-Programmheft fälschlicherweise als Gewaltstreifen beworben, der in China wegen seiner hohen Brutalität nicht in die Kinos kam. Sicherlich ist der Film "brutal", aber auf keinen Fall der Asia-Splatter, den sich viele im Kinosaal offenbar erhofft hatten. Verboten wurde der Film wegen seines politisch heiklen Themas: der Emigration zehntausender chinesischer Bauern nach Japan in den 90er Jahren. Zu sehen, wie Landsleute auf der Suche nach einer besseren Zukunft ausgerechnet nach Japan auswandern (das seit seiner Invasion im 2. Weltkrieg ein negativer Bezugspunkt im chinesischen Bewusstsein ist), um sich dort eine (kriminelle) neue Existenz aufzubauen und dabei in vielen Fällen ihre kulturelle Identität und Würde verlieren, war für die staatliche Zensur sicherlich zu viel des "Guten".
Über weite Strecken ein wirklich intensives Drama, hat mich "Shinjuku Incident" insgesamt doch sehr positiv überrascht, auch weil Jackie Chan hier in seiner ersten völlig ernsthaften Rolle als Antiheld (ohne flinke Fäuste) auf der ganzen Linie überzeugen konnte.
Alan Smithee
sah diesen Film im Metropolis 1, Frankfurt

25.08.2010, 03:30




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Kommentar von MarxBrother81 :
Ernst sein ist nicht alles
Auch wenn Jackie Chan hier sein Image verkennen will, die Geschichte um chinesische Einwanderer die nach Japan kommen und dort kriminell werden um zu überleben, ist eher platt als wirklich neu. Die Optik ist gut, Lam Suet und Daniel Wu machen ihre Sache anständig, aber die lange Laufzeit von fast zwei Stunden bietet nicht wirklich viel. Mehr Straffung wäre wünschenswert gewesen. Und einige Überraschungen auch!
05.03.2010, 14:02

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