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Reviews zum Film Sin City (2005)
Old men dies, young girls lives ! | Direktlink  | Wer in SIN CITY lebt, hat auf jeden Fall nix zu lachen! Der Zuschauer in seinem Kinosessel hat's da nicht besser, der einzige Unterschied, bzw. Vorteil, über den er, im Gegensatz zu den Figuren im Film, frei verfügen kann, ist, sich aus dem Sessel, hinaus aus dem Kino in die "gute", "heile", in seine Welt zurückzuflüchten.
Wer Frank Miller's Comic-Vorlage schon mal in der Hand gehalten hat, wird es auf jeden Fall sehr zu schätzen wissen, dass der Meister als Co-Director seinem Kultwerk mit eigenen Händen auf die Leinwand verhalf und dass er mit Tarantino und Rodriguez sehr fähige Leute für dieses Projekt, mit den richtigen Connections und dem richtigen Know How, mit im Boot hatte.
Nun, nach 126 Min. in SIN CITY kann man auf drei verschiedene Weisen das Kino verlassen:
1. Völlig enttäuscht, weil man bei einem solchen Aufgebot an Stars vielleicht einfach etwas anderes, gradlinigeres erwartet hat (aber auch das Comic nicht kennt)
2. Verstört, weil man solch eine Bildgewalt und Optik in dieser Form noch nicht gesehen hat, aber auch nicht wirklich etwas damit anzufangen weiß.
3. Überwältigt, denn in Verbindung mit Punkt 2, den Schauspielern und der Story ist der Film einfach ein Meisterwerk in sehr künstlerischer Form.
Genau an diesem dritten Punkt dürfte sich zeigen, ob das Publikum schon reif genug für SIN CITY ist. Vielleicht kann man auch an dieser Stelle den Vergleich mit einem verfilmten Hörbuch stellen, weil jede Hauptperson der einzelnen Geschichten, diese aus der "So hab ich das erlebt!!" Perspektive, erzählt. Dabei wird nichts verschwiegen oder ausgelassen, denn DAS ist !meine! Geschichte. Dialoge, Interaktionen mit Personen die darin vorkommen sind sekundär und werden nur geführt, um allem eine gewisse Fülle zu geben.
Auch die explizit gezeigte Gewalt, sucht schon seines gleichen.
Fazit: SIN CITY ist etwas Neues! Hochkarätig besetzt bis in die letzte Rolle. Düster, schmutzig und abgründig bis ins Mark. 126min. Blut, Schweiß, Schmerz, Tränen...und wenn man sich ein bisschen anstrengt, kriecht einem der beißende Geruch von Pulverdampf auch im Kinosaal in die Nase. | MarkusHenke | 18.06.2005, 13:07 | | |
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| Direktlink  | Wie beschreibt man diesen Film? Zunächst einmal setzt er einen neuen Maßstab was Brutalität angeht. Dadurch das eigentlich der gesamte Film wie ein Comic aufgebaut ist, allerdings mit echten Darstellern, und das ganze sehr abstrakt rüberkommt (alles schwarz/weiß, bis auf die Frauen, deren Augen meist farbig dargestellt werden und die eigentlich nix zu tun haben ausser hübsch auszusehen und manchmal Machos abzumurksen) findet eine leichte Entschärfung der Gewalt statt. Nichtsdestotrotz haben wir es hier aber dennoch mit einer 120 minütigen Orgie aus Perversionen zu tun, neben der "Pulp Fiction" aussieht wie eine Disney Produktion. Da werden Menschen lebendig aufgefressen, Gliedmassen mit Sägen und Äxten entfernt, Schädel perforiert, Genitalien weggeschossen usw. usw. Das ganze ist eine heftige Gewaltorgie mit dem größten Aufgebot an "Mean Motherfuckers" in einem Film, das ich je gesehen habe. Noch nie haben SO viele böse Buben (und Mädels) gleichzeitig sich auf der Leinwand das Leben dermaßen schwer gemacht, noch nie zuvor wurden sie so konsequent verkörpert. Un-glaub-lich! Micky Rourke in seiner krassesten Rolle, irgendwo zwischen Angel-Heart und Hellboy. Gefilmt in einer Art Comic-Clip Ästhetik mit mehreren lose zusammengewobenen Handlungssträngen die nicht wirklich alle Sinn machen. Eine Art "Film Noir" für das 21. Jahrhundert. Dieser Film wird neue Maßstäbe setzen und für heftige Kontroversen sorgen. | Alexander | 06.07.2005, 17:27 | | |
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Eine Sünde wäre es, den Film nicht zu sehen! | Direktlink  | Endlich haben mich alle Hauptdarsteller wieder so überzeugen können wie einst bei "Pulp Fiction", wo es auch so zu sein schien, dass jeder dieser Darsteller seine Glanzrolle bekommen hat. Hier allen voran Mickey Rourke und Benicio Del Toro. Letzterer kommt mir vor wie einst der Bösewicht in "Highlander", Ihr erinnert Euch?!
Und die Sache mit den mehreren Episoden hilft dabei, niemals Längen aufkommen zu lassen, und hat mich deshalb ein, zwei mal sogar an den Zeichentrick-Kult "Heavy Metal" erinnert!
Also, zu dem Film selber muss man nicht viel sagen, außer "REIN GEHEN!"
Ich hoffe, dass die deutschen Synchronstimmen auch soooo düster und tief ausfallen wie die Originalen! Dann kann auch der deutschen Version nichts mehr im Wege stehen. Der Optimalfall war natürlich das Original mit deutschen Untertiteln, die auch wirklich nicht gestört haben, sondern ganz gut der Verständnis-Komplettierung gedient haben!
FAZIT: Düster, böse, gemein, brutal und doch herzergreifend ; )
Danke für diesen Film....... und danke, dass schon an Teil 2 gearbeitet wird!
Höchste Punktzahl: 10.0 | BARROCK sah diesen Film im Cinedom, Köln | 11.08.2005, 12:47 | | |
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| Direktlink  | Tja, was soll man sagen... "Sin City" ist kein schlechter Film, er unterhält über weite Strecken recht gut und ist interessant anzusehen. Er ist allerdings weit davon entfernt, ein weltbewegendes Ereignis zu sein. Da er aber auf breiter Front zu genau diesem hochstilisiert wurde, fällt es mir schwer, nach dem Sehen des Films nicht ein wenig enttäuscht zu sein. Denn in irgendeiner Form bewegend fand ich ihn nun gerade nicht.
Ich kenne die "Sin City"-Comics nicht. Darum mag es durchaus sein, daß die Dinge, die ich am Film kritisiere, in erster Linie "Schuld" der Vorlage sind. Aber ein Film ist ein Film und muß als solcher funktionieren, Begeisterung für oder auch nur Interesse an den Comics kann beim Publikum nicht vorausgesetzt werden. So ist es mir persönlich etwa herzlich egal, ob man es hier geschafft hat, die Vorlage fast bildgetreu auf die Leinwand zu bringen. Entscheidend ist doch nur, ob das Setting in der hier zu sehenden Form seinen Zweck erfüllt, ob der Stadt-Moloch real beeindruckend wirkt. Das tut er, Gott sei Dank. Die Düsterkeit, Kälte, Hoffnungslosigkeit und Verkommenheit der Atmosphäre ist nahezu greifbar - und wird, gerade auch durch die fast ausschließlich monochrome Farbgebung, bis zum Exzess zelebriert.
Auf dieser Ebene funktioniert der "moderne Film Noir" also sehr gut. Die Geschichten, die er uns präsentiert, funktionieren hingegen nur teilweise. Zu häufig wiederholen sich Themen und Motive, zuletzt auch in durchaus langatmiger Weise, so daß eine gewisse Ermüdung beim Betrachter kaum vermieden werden kann. In jeder der (nur lose zusammengefügten) Episoden wird ein Protagonist Zeuge oder Opfer einer Greueltat und macht sich dann daran, sie zu rächen. Dabei kommt es zu reichlich Gewalt und Blutvergießen auf allen Seiten (wobei es manchmal schon leicht irritierend wirkt, daß das Blut eben nicht rot, sondern weiß fließt). Und irgendwann, nach vielen Hindernissen und dem Erleiden/Verbreiten von vielerlei Qual, kommt unser Protagonist dann an sein Ziel - oder auch nicht, oder nur bedingt, oder es ist einem zu diesem Zeitpunkt eh schon relativ egal, da der Ausgang des Ganzen kaum einen großen Unterschied macht.
Warum? Weil es einem der Film herzlich schwer macht, ein wirkliches Interesse an irgendeiner seiner Figuren zu entwickeln. Man präsentiert uns nämlich in erster Linie wahre Abziehbilder aus dem großen Buch der heldenhaften Charaktere, furchtlos, unbeugsam, loyal und hart im Nehmen. Kurz: Machos alter Schule. So schmutzig und verderbt sie uns (durch ihr Äußeres, durch ihre Sprüche, durch angedeutete böse Taten in ihrer Vergangenheit) auch erscheinen sollen: letztendlich sind sie allesamt als wahrhaft ehrenvoll und durch und durch gut gezeichnet. Ihre Gegenspieler? Durch und durch schlecht.
Klar, in einer schwarz-weiß gezeichneten Welt ist wohl kaum Platz für Grautöne, und menschlichere "Helden" würden vermutlich nicht tough genug rüberkommen, um die von Miller und Rodriguez angestrebte Vision zum Leben zu erwecken. Wie dem auch sei, mir sind die Charaktere hier deutlich zu holzschnittartig, ihre Beweggründe zu platt, die Plotentwicklung wirklich zu billig. Eine Welt voller "Nur-Guter" und "Nur-Schlechter" (dazwischen ein paar "Heilige-Meets-Hure"-Frauenabziehbilder) ist zwar gut für lautes Rumgehaue, nicht aber für spannende Geschichten. Hier wird einfach zu stark, zu oft, zu monoton draufgehauen, hier ist alles viel zu stilisiert, zu pur, zu überlebensgroß, um den Betrachter zu involvieren und auf längere Sicht wirklich zu fesseln.
Klar, der Film bietet tolle schauspielerische Leistungen und ist visuell über weite Strecken sehr interessant. Erzählerisch aber ist er viel zu einfach gestrickt und lebensfremd, weshalb er mich ab einem gewissen Punkt nur noch kalt ließ. Durchaus sehenswert, natürlich - aber besser nicht ZU viel erwarten. | D.S. sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt | 11.08.2005, 14:27 | | |
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| Direktlink  | Was soll man zu diesem Film noch schreiben, was nicht schon längst hundert Mal berichtet wurde. Meisterwerk, beste Comicadaption aller Zeiten scheint es aus jedem dunklen Loch zu flüstern und diese Stimmen wissen, wovon sie reden. Nach den ganzen auf Zelluloid gebrachten Comic-Vergewaltigungen der letzten Jahre hat es endlich wieder ein Regisseur verstanden, Comics als Kunstform zu verstehen. Und Robert Rodriguez macht genau das Richtige, wenn er Sin City möglichst 1 zu 1 auf die Leinwand bringt und nicht versucht, es entsprechend der Möglichkeiten zu modifizieren. Visuell hätte das niemand besser bewerkstelligen können. Kein Wunder, dass der Zeichner Frank Miller irgendwann selbst Blut geschmeckt hat und Robert Rodriguez das Einverständnis für diese Verfilmung gab. Nachdem seine Comic-Vorlage Elektra bereits so verhunzt wurde, hätte er wahrscheinlich selbst nicht damit gerechnet, dass er sich noch mal zu einer Film-Adaption seiner Comics bereit erklären würde.
Sin City ist visuell gesehen eine Augenweide und glänzt zudem mit einigen brutalen, aber auch völlig überzogenen Splatter-Einlagen, die ich schon fast als jugendtauglich ansehen würde. Durch die S/W-Optik und der selektiven Farbe, welche das Blut in Gelb, Grün etc. zeigt, wird die Härte extrem abgeschwächt. Es ist tatsächlich so, als würde man ein Comic lesen. Entsprechend darf auch kein Wert auf nachvollziehbare Handlungen gelegt werden, das hier ist alles so absurd, wie es ein Comic selbst nur sein kann.
Auch die Charaktere fühlen sich in jedem klischeeüberladenen Topf pudelwohl. Gut und Böse teilen sich die Screens, ein Dazwischen gibt es nicht. Rache, Gewalt und Ehre ist die einzige Währung, die in Sin City Bestand hat, und der Weg, um an das einzige Ziel zu gelangen, das es wert ist zu leben oder dafür zu sterben - die Liebe. Große, bleidurchbohrte Männer mit weichen, sensibel schlagenden Herzen in der Brust sind die "Helden" von Sin City. Charaktere und Story sind so oberflächlich, als wollte man den 08/15-Hollywood-Schinken in jedem Fall Paroli bieten. Die intenisve Aura eines ähnlich dunklen und rachesüchtigen Filmes wie The Crow wird dabei nicht einmal angehaucht.
Sin City ist eine tiefe Verbeugung vor dem Comic, aber auch ebenso stereotypisch und austauschbar, dass mich ein zweiter Teil sicher nicht mehr ins Kino locken würde. Irgendwie möchte ich zwischendurch auch mal das Hirn einschalten können. Die visuelle Kraft nutzt sich auf Dauer einfach ab.
Trotzdem ziehe ich meinen Hut vor Robert Rodriguez, solche Comicumsetzungen sollte es öfter geben! Vielleicht gelingt das ja sogar mal mit einer Spiele-Adaption. Ich will nicht bis zur Rente auf eine The secret of monkey island-Verfilmung warten müssen. | Horowitz | 25.08.2005, 13:20 | | |
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Viel Weiß und wenig Schwarz | Direktlink  | Sin City ist blutig, dreckig, gewalttätig, cool, witzig, chauvinistisch und dunkel. And that´s a good thing!
Dieser Film machte die Comicverfilmungen über Nacht salonfähig. Durch seinen außergewöhnlichen audiovisuellen Stil, welcher in nie dagewesener Konsequenz vom Comic übernommen wurde, lockte er sowohl Comicfans als auch den Mainstream und die Presse in die Kinosäle.
Dies ist Segen und Fluch des Films zugleich.
Sin City Die-Hards ärgern sich darüber, dass manche Szenen aus dem Comic es am Ende doch nicht in den Film geschafft haben - der später erschienene XXL-Recut nahm hier noch ein paar Szenen auf-, während manch anderer, durch die bestechende Optik des Films angetan, unbedarft im Kinosessel Platz nahm, aber eigentlich sonst nichts von Comicverfilmungen mit Helden die aus dem 5. Stockwerk springen oder von dutzenden Kugeln durchsiebt werden, ohne dabei ein realistisches Ende zu finden, wissen möchte.
Leichte Mängel an der Story fallen bisweilen auf, sind aber dem Film weniger anzulasten als der Vorlage, an welche sich die Verfilmung sklavisch hält.
Ein weiterer Kritikpunkt ist und bleibt für mich jedoch der Aufbau des Films. Da dieser mehrere Episoden des Sin City Zyklus auf die Leinwand bringt, werden diese in Abschnitte unterteilt. Die 3 großen Geschichten "That Yellow Bastard" mit Bruce Willis, "Sin City (The Hard Goodbye)" mit Mickey Rourke und "The Big Fat Kill" mit Clive Owen werden aneinander gereiht, wobei die Willis-Geschichte geteilt und nach einem Cliffhanger erst Rourke und Owen wüten lässt bis sie dann zu einem Ende geführt wird. Eingerahmt wird alles von der Kurzgeschichte "The Customer Is Always Right" mit Josh Hartnett.
Es wäre wohl besser gewesen "That Yellow Bastard" dreizuteilen und zwischen "The Hard Goodbye" und "The Big Fat Kill" nochmals einzufügen. Ein weiterer Cliffhanger wäre sehr gut möglich gewesen. Dies hätte durchaus den Spannungsbogen über die Dauer des Films weiter hochreißen können.
Bei all dieser verschmerzbaren Kritik ist und bleibt Sin City ein herausragendes Stück Filmgeschichte, das durch Optik, Coolness und Action über die ganze Zeit unterhält und einen mit Grinsen und einem Sack voller Sprüche nach dem Abspann zurücklässt. | Bassprofessor sah diesen Film im Cinecitta', Nürnberg | 23.08.2009, 17:25 | | |
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| Kommentar von kinokoller : | | Ein Überaschungsei | Aber das sind ja gleich drei Dinge auf einmal: brutal, skurril & visuell noch nie dagewesen. Ich fand den Film (bis auf die Episode mit Clive Owen) einfach klasse. Grandios: Mickey Rourke als Marv.
Der Director's Cut auf DVD bietet übrigens alle Episoden ungeschnitten und in chronologischer Reihenfolge. SEHENSWERT. | | 16.09.2008, 11:23 |
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Weitere Informationen (externe Links):
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