von Fans für Fans

The Strangers: Prey at Night

Das Warten hat sich überraschenderweise gelohnt!

von ArthurA
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Als später Nachzügler der Welle hatte The Strangers: Opfernacht zunächst einmal keine guten Karten. Zum Glück hat Regisseur Johannes Roberts, der bereits Genrefilme wie The Other Side of the Door und 47 Meters Down inszenierte, die kluge Entscheidung getroffen, seinen Film vom Original stilistisch möglichst abzugrenzen – gänzlich zum Vorteil des Sequels. Hatte der erste Film noch einen recht kühlen Look und zog seine Spannung aus der minimalistischen Inszenierung, dominiert Roberts' auffälliger Stil die Fortsetzung. Wie schon It Follows oder The Guest vor ihm, setzt Roberts mit Opfernacht auf den Trend der Hommage an die Genrefilme der Achtziger und insbesondere an den Altmeister John Carpenter. Der Film wirkt dadurch ein klein wenig unwirklich und wie aus der Zeit gefallen. Zehn Jahre nach The Strangers hatte Teil 2 keine Chance, dessen Überraschungseffekt zu wiederholen. Und obwohl es dem Sequel an Spannung nicht mangelt, erreicht er nur selten die unerbittliche Intensität des Vorgängers.

Dafür ist der Film ein echter Schmaus für die Augen und Ohren von Genrefans. Bereits in den ersten Minuten, wenn die drei maskierten Killer mit ihrem alten Pick-up vor ein Haus vorfahren, während Kim Wildes Achtziger-Hit "Kids in America" laut plärrt, legt Roberts den Ton für den Film fest. Die Retro-Musik und der fetzige Soundtrack bestimmen auch die Atmosphäre im Rest des Films. Johannes Roberts und sein Kameramann Ryan Samul ziehen alle Register: Zooms aus weiter Entfernung, lange ruhige Kamerafahrten mit Verzicht auf nervige schnelle Schnitte und gelungenes Spiel mit Licht und Schatten. Das Zusammenspiel von eindrucksvollen Aufnahmen und perfekt gewählter Musik erreicht in einer fantastischen, blutigen Sequenz in einem Swimmingpool ihren Höhepunkt. Dazu sei nur so viel gesagt: Noch nie wurde Bonnie Tylers "Total Eclipse of the Heart" in einem Film so gut eingesetzt wie hier.
ArthurA - Original-Review

17.04.2018, 16:46


Evil likes to play... 80s Popsongs?!

von Leimbacher-Mario
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Der Erste gilt als eine der effizienteren amerikanischen Home Invasionen der 00er, ich liebe die 80er, ich verehre John Carpenter und bin immer für einen ordentlichen Slasher zu haben - also alles angerichtet für "The Strangers: Prey At Night"? Leider nur teilweise. Johannes Roberts ist ein solider Slasher gelungen, ohne wirkliche Längen und sicher nicht ganz so trostlos wie sein Vorgänger, den man absolut nicht gesehen haben muss, um mit dieser Opfernacht Spaß zu haben. Richtig umgehauen, erschreckt oder mitgerissen hat mich die düstere Hatz jedoch nicht. Wir folgen einer vierköpfigen Familie in einen Trailerpark-Resort. Doch als dort keine Menschenseele zu sehen ist und im süffisant-allgegenwärtigen Nebel seltsam maskierte Gestalten auftauchen, entwickelt sich der Ausflug schnell in einen Alptraum...

Was er macht, macht er solide. Was er erreichen will, schafft er. Leider zielt er dabei nicht besonders hoch und gibt sich nur oberflächlich Mühe. Oder sagen wir es so: er macht es sich sehr leicht. Ein Schauplatz, eine Familie, ein klasse 80er-Soundtrack und seine nihilistische Neon-Attitüde - kein offensichtlicher Grund zum Meckern, keine Gurke, keine Enttäuschung. Und trotzdem zweifellos auf der Fast Food-Schiene. Schnell konsumiert und schneller vergessen. Für zwischendurch. Ein Film, bei dem man im TV früher hängen und wach geblieben wäre. Danach aber niemals auf die Idee gekommen wäre, ihn sich in seine Sammlung zu holen.

Die Figuren bleiben austauschbare Schablonen, die Kills sind nur semibrutal (es soll aber eine Unrated ins Heimkino kommen) und die schmissigen Songs waren wohl das Teuerste am Budget... Reicht mir nicht. Bitte keine Fortsetzung. Denn das Thema ist durch. Besser als das Meiste der "Purge"-Reihe, ja. Doch das sollte nicht die Messlatte sein. Und ein paar feine Jump-Scares sollten nicht die Höhepunkte deines Films sein. Wie eine Schaufenstertorte - macht was her, kann sich sehen lassen, schmeckt aber kaum. Ein Blender. Carpenter it's not. Noch nicht einmal "Stranger Things" oder "It Follows", mit denen er sich sein Flair teilt.

Fazit: klingt mit dem deutschen Untertitel wie ein "Fack Ju Goethe"-Halloween-Special, ist aber eher eine Fortsetzung, nach der keiner gerufen hat, die aber trotzdem willkommen ist?... Geht so. Biedert sich arg am angesagten 80s-Retro-Chic an und bietet hinter dieser glitzernden Fassade wenig bis gar nichts Neues. Passable Trailer Park Invasion. Soundtrack pumpt sehr gut.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

06.05.2018, 02:03


More of the same

von D.S.
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THE STRANGERS war ein unfassbar dreistes Rip-off des französischen ILS (THEM), dessen Erfolg ich nie so richtig nachvollziehen konnte. Die Ankündigung, zehn Jahre später eine weiß Gott nicht exzessiv nachgefragte Fortsetzung rauszuhauen... das fand ich sogar noch seltsamer. Nach Sichtung ist jetzt eigentlich nur festzustellen: ohne konkretes Vorbild, dem man nacheifern kann, bleibt hier nicht viel übrig.

Das Sequel zum Liv-Tyler-Vehikel ist ein Home-Invasion-Thriller von der Stange, der im Wesentlichen aus dem Variieren von Motiven besteht, die man halt schon x-mal anderswo gesehen hat. Wobei es „Home Invasion“ nicht mal richtig trifft: Unsere Protagonisten sind hier zu Besuch, und werden gejagt, in einem Trailer-Park-Schrägstrich-Rentner-Resort. Der Scare-Faktor des Eindringens von Fremden in die scheinbare Sicherheit des trauten Zuhauses, des Geborgenheit verheißenden Rückzugsorts von der Welt entfällt also schon mal, was automatisch für atmosphärische bzw. Involvement-Einbußen sorgt. Tatsächlich wird hier viel herum- und durch ein weitläufiges Areal gerannt, Beklemmung durch räumliche Begrenztheit ist also auch eher weniger gegeben.

Was bleibt? Ein paar eiskalte, maskierte Killer auf der Hatz nach einer All-American Family. Okay, kann man sich ansehen. Ist solide, hat ein paar angenehm fiese Szenen, tut dem Genre-Fan beileibe nicht weh. Liefert aber auch nichts, woran man hängenbleiben würde. Abgesehen vom sicherlich ziemlich teuren 80er-Soundtrack, der immerhin Hits von Kim Wilde, Bonnie Tyler u.Ä. zu bieten hat – aber keinerlei Grund für ihren Einsatz. Denn dieser Film ist so wenig 80er, wie es ein dem Slasher grundverwandter Film nur sein kann. Und dieser nur allzu offensichtliche Versuch, ohne Sinn und Verstand auf einen Hype-Zug aufzuspringen, kostet nur weiteres Wohlwollen des Publikums, sprich Punkte. Übrig bleiben knappe 5,5 von 10 – als Genrebeitrag kaum der Rede wert. Im Gegensatz zur bemerkenswerten Schludrigkeit der Produktion (so explodiert zum Beispiel ein Auto mit Fahrer, aber in der Explosionsszene ist das Auto klar erkennbar vollkommen leer) und des Drehbuchs (du wurdest dreimal in die Luft gesprengt, erschossen oder sonstwie gekillt, stehst trotzdem immer wieder auf und heißt nicht Jason? Willkommen bei THE STRANGERS 2!).
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

09.05.2018, 00:38


Niemand zuhause

von Herr_Kees
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THE STRANGERS war vor 10 Jahren eine angenehme Überraschung, ein beklemmender, hochspannender Thriller, reduziert auf eine minimale Handlung (offensichtlich inspiriert vom französischen Film ILS) und mit einer Protagonistin, um die man wirklich Angst hatte.

Das lose Sequel ist nichts von alledem: PREY AT NIGHT ist ein billiger, nerviger und bisweilen dämlicher Slasher ohne Spannung und Atmosphäre, klischeehaft, schlampig geschrieben, mit Tätern, die keine Sekunde bedrohlich wirken und Opfern, die einem schnurzegal sind. Die Vorliebe der Maskenträger für (bis auf Kim Wilde größtenteils schlechte) 80er-Jahre-Musik wirkt retromäßig ebenso anbiedernd wie die Titeltypografie und beim Soundtrack kann man schon nicht mehr von Hommage sprechen, die Tonfolgen sind hörbar von Carpenter geklaut, so dass man ständig daran erinnert wird, was man mit etwas Talent in diesem Genre alles bewerkstelligen kann. Für seriöse Horrorfans ein echtes Ärgernis.
Herr_Kees

24.05.2018, 09:15


Kuck mal wer da klopft!

von Alexander
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In Zeiten von so großartig und konsequent umgesetzten Splatterfilmen wie „Downrange“ oder „Revenge“, kann man den Strangers eigentlich nur zum Vorwurf machen, ihr Potential sträflicher weise nicht nur nicht voll auszuschöpfen, sondern vor allem drastisch unter der Erwartungshaltung des Zuschauers zu halten. Vielleicht ist der Film einfach nur 10 Jahre zu spät dran, denn früher haben wir mitunter bei schlechter gemachten Beiträgen applaudiert – aber man wird über die Jahre halt anspruchsvoll.

Denn so richtig schlecht ist „Prey at Night“ keineswegs, der Film beschränkt sich halt darauf die aus dem ersten Teil bekannten Psychopathen auf neuem Terroir ihr blutiges Treiben fortsetzen zu lassen, und dies leider ohne große Überraschungen, ohne Innovationen und ohne neue Ideen. Aber daran hatte früher bei „Jason“ und „Michael Myers“ ja auch keiner was dran zu meckern.

Aber das war „früher“. Heute muss es eben mehr sein. Als damals „The Strangers“ gezeigt wurde, konnte der Film eigentlich nur durch seine drastische Variation des in anderen Filmen (ILS) bereits noch besser umgesetzten „Home Invasion“ Terrors punkten, da erwartet man bei einer zu so spätem Zeitpunkt doch recht unerwarteten Fortsetzung wohl einfach mehr.

Es wird also etwas zu lieblos gekillt, an zahlreiche Türen geklopft, und im Dunkeln auf nebligen Straßen herumgeschlichen, dass man sich gerade so leidlich etwas gruseln kann. Für dringend benötigtes Filmblut war dann offensichtlich kein Budget mehr vorhanden, denn dies dürfte bereits für den Ankauf der Rechte am sicherlich nicht schlechten 80er Jahre Soundtrack aufgezehrt worden sein, was im doppelten Sinne ärgerlich ist, denn obwohl ich vor langer Zeit einmal ein großer Fan von Kim Wilde & Co. gewesen bin, schafften es die (guten) Songs definitiv nicht, den Bildern Dramatik oder mir die sehnlichst erwartete Gänsehaut zu verleihen.

Und die Frage warum diese Fortsetzung überhaupt gemacht wurde, lässt sich vielleicht am besten mit einem Satz der Killer-Protagonisten beantworten : „Warum nicht?“
Alexander

30.05.2018, 15:16




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