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Tale of Tales

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und 7 inkognito
Il racconto dei racconti

Aus dem offiziellen Programm:
Eine kaltherzige Königin muss das Herz eines Seeungeheuers verspeisen, um sich den Wunsch nach einem Sohn zu erfüllen. Einem König ist ein riesiger Floh wichtiger als seine Tochter, die er unbedacht versteigert. Ein liebestoller Monarch ist vernarrt in eine vermeintlich Schöne, ahnt aber nicht, dass sie und ihre Schwester alte Vetteln sind – das alles erzählt das Märchen der Märchen.

Die Zeit ist gekommen aufzustehen, die Stimme zu erheben und nein zu sagen. Nein zur Disneyfizierung des Volksmärchens. Nein zu lieblichen, putzigen Märchenverfilmungen aus Hollywood und seelenlosen CGI-Orgien. Nein zu unbefleckten, unschuldigen Prinzessinnen, zu aufrichtigen Prinzen auf prächtigen Hengsten oder zu bemitleidenswerten bösen Stiefmüttern, die es ja auch nicht leicht haben. Nein zur Weichspülung, Verniedlichung und Verkuschelung von Geschichten, die einst düster waren, unverhohlen sexuell und blutig, geheimnisvoll und schwermütig. Als sie noch am Lagerfeuer die Runde machten, um das Gemüt ein bisschen zu wärmen, in wenig gemütlichen Zeiten.

Dass es anders geht, zeigt der Italiener Matteo Garrone mit seinem neuen, wild irrlichternden Film, der auf dem Ur-Märchenband „Das Märchen der Märchen“ von Giambattista Basile basiert. Krude und wüst, aber eben auch unendlich faszinierend sind die 50 Balladen, die von dem Neapolitaner im frühen 17. Jahrhundert zusammengetragen wurden. Diese originale Schatzgrube aus Mythen und Legenden kommt Garrones Anliegen als Filmemacher sehr entgegen. Denn der durchlässige Grenzbereich zwischen Realität und Fantasie interessiert den 46-jährigen Römer, der seinen Durchbruch mit GOMORRHA feierte, in all seinen Filmen. In TALE OF TALES, seiner ersten englischsprachigen Arbeit, wird das Interesse endgültig zur Obsession: Die drei von ihm ausgewählten und klug ineinander verschachtelten Moritaten Basiles spielen eindeutig in unserer Welt – einer schmutzigen, schmucklosen Welt, in der geliebt und gehasst wird. In drei Königreichen, die in friedlicher Eintracht in einer wundersam zerklüfteten Waldlandschaft liegen. Und doch ist diese greifbar echte Welt angefüllt mit Monstern, Ogern und überdimensionierten Insekten, ist das Unwahrscheinliche und Übernatürliche Teil des Lebens.

Wie Garrone Horror und Schrecken in den Alltag seiner Figuren einfließen lässt, wie hier jäh gestorben und drastisch geblutet wird, ist einschneidend. In der letzten Szene des Films, in dem auch große Namen (Salma Hayek, Vincent Cassel, John C. Reilly) keine Garantie für langes Leben sind, sehen die Überlebenden einem Drahtseiltänzer zu. Der Drahtseiltänzer ist der Film selbst. Wie er die Balance hält zwischen dem Dies- und dem Jenseitigen, das ist große Kunst. Und wenn er die Leinwand während seines Balanceakts mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten bespritzt, ganz im Sinne von Pasolini, Fellini und Borowczyk, dann ist das Kino pur.


TALE OF TALES sees magical storytelling meet stunning production design. Part of this year’s Cannes competition, it features a star-studded cast including Salma Hayek and Vincent Cassel.


Selbstredend kann jeder Trailer potentiell Spoiler enthalten!


Score (BETA): 76 - 7.7 Sterne (58 Bewertungen) - 2015: 6.8/10 - 2015: 78% - 2015: 80/100

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