von Fans für Fans

This Is Your Death

"Kein Pardon" - nur in blutig...

von PinkyHH
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Kurz und knapp gesagt - unbedingt anschauen! Der Film geht sofort rein in seine Geschichte. Zu keinem Zeitpunkt kommt Langeweile auf. Das Thema - grob gesagt Reality-TV - ist seit Jahren aktuell. Der Film ist gewürzt mit schwarzem Humor, den ich sehr schätze, Action, Emotion, einfach alles drin und eine Runde Sache. Die Frage ist vermutlich nur, wann sich der erste Sender traut, so etwas in echt zu produzieren...
PinkyHH
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

16.09.2017, 13:04


We make the World a better Place

von D.S.
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Im TV-Business tun manche buchstäblich alles für die Quote. Und wenn es das Befördern von Selbstmord vor laufender Kamera ist. Das Publikum, auf der anderen Seite, kennt genau so wenig Moral und fordert nur immer mehr, mehr, mehr Spektakel – koste es, was es wolle.

Dies ist die simple Botschaft von THIS IS YOUR DEATH. Und man muss ihm zugute halten, dass es ihm trotz der Trivialität und Altbekanntheit dieser Aussage gelingt, SEIN Publikum bei der Stange zu halten. Natürlich mit immer mehr, mehr, mehr Spektakel. Das ist aber gleichzeitig auch der Knackpunkt, das Problem des Films: Seine Prämisse einer landesweit von einem Network-Sender übertragenen Show, deren Teilnehmer sich live das Leben nehmen, ist bereits so haarsträubend, dass sie sich im Hinblick auf die Wirkung, im Hinblick auf den Grad moralischer Empörung beim Betrachter kaum noch steigern lässt.

Vor dieses Problem sehen sich in der Handlung übrigens natürlich auch die Macher der Show irgendwann gestellt: Wie soll man die „Spannungskurve“ im Verlauf einer TV-Saison hochhalten, wenn doch Live-Selbstmord schon mehr oder weniger der ultimative Tabubruch ist...? Die Antwort lautet natürlich: mehr Spektakel. Größere Geldpreise, brutalere Methoden der Eigenexekution. Für uns vor der Leinwand bleibt das Ganze dadurch, so gesehen, durchgängig unterhaltsam. Das emotionale Involvement hingegen schwindet bei fortschreitender Laufzeit immer mehr, denn mit den Ambivalenzen des Themas haben wir uns ja bereits im ersten Filmdrittel ausführlich auseinandergesetzt. Viele zusätzliche werden später nicht mehr ins Scheinwerferlicht gerückt.

Hinzu kommt, dass die Figuren zwar routiniert aufgebaut, aber doch eher eindimensional bis klischeehaft gezeichnet werden. Dies gilt insbesondere für die Hauptfigur, Show-Host Adam Rogers (Josh Duhamel, SCENIC ROUTE), dem das Drehbuch zwar zunächst einiges an Selbstreflexionsfähigkeit und charakterlicher Tiefe zugesteht, diese jedoch bald wieder auf schiere Oberfläche reduziert. Oder natürlich für Adams aalglatte Chefin (Famke Janssen), die von Anfang bis Ende wie eine reine Symbolfigur wirkt.

Immerhin aber sind sie durchweg souverän und glaubwürdig gespielt, vor allem auch die bedeutsame Nebenfigur des eisern den amerikanischen Traum verfolgenden Familienvaters Mason Washington: Giancarlo Esposito verleiht ihm eine enorme Ausstrahlung und es ist wie immer eine Freude, "Gustavo Fring" beim Spielen zuzusehen.

Dafür, dass es erst seine zweite Regiearbeit ist, macht Esposito auch hinter der Kamera seine Sache insgesamt erstaunlich gut. Unterhaltsamer und "schockierender" als etwa der ähnlich gelagerte LIVE! vom FFF 2007 ist THIS IS YOUR DEATH allemal, und den einen oder anderen könnte er glatt zum Nachdenken anregen. Und sei es nur darüber, den Reality-TV-Konsum einzuschränken. Für knappe 6 von 10 Punkten reicht das. Für mehr fehlt es an einer konsequenten Weiterentwicklung der Idee und teilweise auch, ja, an Bissigkeit, zudem bleiben die allermeisten Figuren zu flach.
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

22.09.2017, 04:21


Tote für die Quote

von Alexander
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Angesichts einem aus den USA zu uns herüberschwappendem Trend der immer mehr Menschen dazu verdammt, sich aufgrund von moderner Lohnsklaverei mehr schlecht als recht mit miesen Zweit- und Drittjobs über Wasser zu halten und diese Menschen als die verzweifelten Verlierer des "Systems" mitunter zu Unfassbarem fähig sind, nur um ihrer Familie ein einigermaßen erträgliches Leben bieten zu können, ist "This Is Your Death" ein trauriger, brandaktueller Beitrag zum bröckelnden Status Quo unserer einst prosperierenden Gesellschaft.

So intensiv, zynisch und brachial die Darstellung einer "Selbstmord Game Show" auch wirkt, will der Film neben grenzenloser Quotengeilheit der Sender auf der einen, und kritikloser Mediengeilheit der Konsumenten auf der anderen Seite, vor allem eine gewisse soziale Entwicklung mit all den Facetten ihrer Missstände aufdecken. Dies gelingt vor allem durch das grandiose Spiel von Giancarlo Esposito als sich selbst aufgebender "Mason Washington", dessen Leben und Familie hier besonders im Fokus steht und dem Film viel Emotion und Traurigkeit beschert.

Die teils grotesken Selbstmorde sowie die Aktionen der Akteure hinter den Kameras allerdings, sind mitunter so überzeichnet, das der Film einige Male trotz seines todernsten Themas für ein paar Lacher im Publikum gut war. Mir persönlich verging das Lachen allerdings schon sehr bald und wurde durch einen Kloß im Hals ersetzt. Denn wenn man sich dabei ertappt zu fragen, wie sich der nächste Kandidat wohl möglichst Show-wirksam aus seinem erbärmlichen Leben katapultieren könnte, wird einem bewusst, das einem "This Is Your Death" eigentlich nur den Spiegel vorhält und man selbst als genau so sensationsgeil entlarvt wird, wie das im Film gezeigte, vor Applaus tosende Publikum.

Abgesehen von dem etwas moralinsaurem Ende ein wirklich gut unterhaltender, doppelbödiger Film.
Alexander
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

22.09.2017, 12:15




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