von Fans für Fans

Tragedy Girls

#bff #lookatme #nicetry #hashtag

von Herr_Kees
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Ist das schon anbiedernd oder ist das noch authentisch? TRAGEDY GIRLS lässt keine Minute verstreichen, ohne die Awareness-Geilheit seiner beiden Protagonistinnen auszustellen. Auf diese Weise nerven die Mädels genau so sehr, wie sie es im wirklichen Leben tun würden. Zum Glück haben beide ordentlich einen an der Klatsche und sehen so süß aus, dass man ihnen nicht wirklich böse sein kann.

Die Vorbilder HEATHERS und SCREAM sind offensichtlich, ihre Qualität wird allerdings bei weitem nicht erreicht, denn #TG ist zwar ganz witzig, hat ein paar saftige Morde zu bieten und wird von einem hübschen alternativ-poppigen Soundtrack untermalt, aber wirklich böse, bissig oder innovativ ist er nie.

Fazit: Kurzweilige, gut gemeinte Splatterkomödie mit netten (ebenfalls etwas zu aufdringlichen) Genre-Anspielungen und einem schönen Pop-Trip zum Abspann.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

14.09.2017, 23:08


If Jason had Instagram

von D.S.
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Ich liebe Slasher, darum bin ich vielleicht etwas befangen – aber mich hat TRAGEDY GIRLS ausnehmend gut unterhalten. Es handelt sich dabei nicht wirklich um ein SCREAM für die Social-Media-Generation (dafür gibt es ja schon SCREAM als TV-Serien-Adaption), sondern vielmehr um eine reine fies sarkastische Slasher-Komödie: Es gibt hier kein Geheimnis um den/die Killer und keine Twists im eigentlichen Sinne; stattdessen geht es um das Übertragen typischer High-School-Bitch-Neurosen in Serienkiller-Verhaltensweisen.

Das bleibt dabei zwar alles eine gewaltige Spur weniger wild, spitz und überraschend als etwa bei DETENTION oder gar einem KABOOM, viel Spaß macht das böse und stellenweise sogar hübsch blutige Geschehen trotzdem. Vorausgesetzt natürlich, dass man unsere beiden Bitch-Queens, deren Darstellerinnen immerhin bereits aus DEADPOOL respektive X-MEN bekannt sind, erträgt. Sie sind in ihrem permanenten Betteln um (Social-Media-) Aufmerksamkeit, für die sie buchstäblich auch über Leichen zu gehen bereit sind, schon enorm anstrengende Persönlichkeiten. Aber das sollen sie natürlich auch sein, schließlich will TRAGEDY GIRLS auch entlarven. Macht das allerdings insgesamt so charmant, dass man sich nicht wirklich "belehrt" fühlt.

Ab und zu geht der Morderei 2.0 durchaus mal das Tempo aus, und viele der – teils liebevollen, teils überdeutlichen – Genre-Hommagen dürften auch nur das echte Fan-Herz erfreuen. Ein solches habe ich aber nun mal, und darum gibt es auch knappe 7 Punkte von mir. Ist bunt, ist bitchy, macht Bockspaß!
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

16.09.2017, 03:52


Hashtag Blessed

von Leimbacher-Mario
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"Tragedy Girls" ist cleverer Slasher, Kritik unseres Famewahns im Netz und zynischer Kommentar auf unsere Geilheit nach Tragödien in einem. Dieses spaßige Kunststück geht so: zwei Highschool Girls wollen mehr Follower und Klicks für ihren Blog über die Tragödien ihrer Kleinstadt... warum dann nicht die eigenen psychopathischen Tendenzen ausleben und selbst zu Slasherqueens werden? Zwei blutige Fliegen mit einer Klatsche sozusagen...

Selten hat mir ein Regiedebüt so viel Spaß gemacht! Temporeich, cool, tief schwarzer Humor, eine Steigerung der verrohten Ghostface-Killer-Kids aus "Scream". Und mit mindestens genauso viel Wissen und Anspielungen auf das Horrorgenre wie bei Wes Cravens Slasher-Meilenstein. "Tragedy Girls" wird noch hohe Wellen schlagen, da bin ich mir sicher. Er kommt einfach zu gut an bei der Jugend von heute. Man sollte nur hoffen, dass diese die Kritik an sich selbst auch verstehen und, trotz all dem Splatterspaß, auch ernst genug nehmen.

"Tragedy Girls" ist der perfekte Partyslasher für die aktuell gerade erwachsen werdende Generation Twitter. Saftig. Bunt. Sexy. Bitterböse. M-Kay und Sadie könnten sich zu zwei echt beachtlichen Nummern im Kult- und Slasherzirkus mausern. Selten waren Serienkiller so sexy und süß. "Heathers" lässt grüßen. Man hat schon viele Twists und Metakniffe auf das Slasher-Subgenre gesehen - diese Tragödienmädels stechen aus dem randvollen Sack wortwörtlich heraus. Soundtrack, Look, Darsteller, Humor, Themen - was passt hier eigentlich nicht? Und ein paar der blutigsten Kills des Filmjahres. Kein Wunder, dass dieses köstliche Ding gerade die Filmfestivals rund um den Globus rockt.

Fazit: Wird bei der Generation Facebook massive Wellen schlagen - harte Kills, Selfawareness, Trends setzend. Eine stylische Mischung aus "Scream" und einer "Black Mirror"-Folge. Cool, zynisch, am Zahn der Zeit. Rockt die Bude!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

26.09.2017, 02:51




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