von Fans für Fans

Trench 11

Horror im Tunnel - war da nicht mal was?

von Roughale
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Ja, leider konnte auch dieser Film hier nicht wirklich punkten, er hatte zwar nicht den Obertrashcharakter eines Death Tunnels, aber dafür eine Menge Belanglosigkeit...

Ärgerlich waren die vielen Fehlversuche, die deutsche Sprache zu sprechen (Robby S. mal ausgenommen, der machte das ganz gut ^^), das muss doch nicht sein, oder? Egal, stört wahrscheinlich eh nur Muttersprachler...

Die Deutschen waren trotz falscher Zeit schön naziklischeemäßig dargestellt - BUH!

Es gab eigentlich nur drei gute Szenen, zwei Goreszenen und der Standardfluch "Du dummes Schwei!" - das war es aber auch.

Fazit: Totalausfall fürs Gurkenfass.
Roughale
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

14.09.2017, 11:12


Grabenkrampf

von Leimbacher-Mario
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"Trench 11" bietet Klaustrophobie, unfreiwillige Komik, eklige Wurminfektionen und einen sympathischen Alki-Hauptcharakter - warum halte ich den unterirdischen Kriegshorror dann trotzdem für richtig schlecht, ärgerlich, einschläfernd? Weil er einfach kaum eine Kritik wert ist, so wenig Daseinsberechtigung besitzt er. Es geht um eine Truppe schablonenhafter Soldaten, die unter feindlichen Linien in deutschen unterirdischen Gängen rumirrt... warum, weiß keiner so genau. Vor allem, weil die Deutschen diese mysteriösen Bunker alle geräumt und abgeschlossen zurückgelassen haben... könnte da unten etwas Böses lauern? Vielleicht von Spaghetti-Würmern infizierte "Krauts"?

Ne, das war nichts, Leute. Da ist jede Erzählstunde mit Biene Maja aufregender. Der Film versucht es gar nicht erst und scheitert selbst daran noch. Da gucke ich doch lieber nochmal "Frankensteins Army", der war immerhin absichtlich witzig. Hier sind die "deutschen" Soldaten einfach nur Möchtegern-Hans Landas oder Lachnummern mit Ami-Akzent. Das beschränkte und unspektakuläre Setting dient nur einem Zweck, und zwar das Budget niedrig zu halten. Die Darsteller sind eher bemüht als begabt und sogar die wenigen Gorespitzen kann man verpassen, wenn man blinzelt. Carpenter oder Romero drehen sich in Bett oder Grab. Gurken lassen die Perlen umso stärker glänzen - doch "Trench 11" hat die Welt nicht gebraucht.

Fazit: Lahm, düster, unnötig - unter feindlichen Linien mit Spaghetti-Würmern und massiver Langeweile. Kein Horror, kein Krieg, nur unfreiwillig komisch durch die "Deutschen". DTV-Stangenware, wenn's hoch kommt. Eher kam es allerdings mir hoch...
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

23.09.2017, 02:39


Im Westen nichts Neues

von D.S.
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Die alliierten Kräfte entdecken kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs ein paar Kilometer hinter der Front eine gewaltige Bunkeranlage der Deutschen. Aus Sorge, dass dort etwas potentiell Kriegsentscheidendes vor sich geht, beschließen sie, eine siebenköpfige Spezialeinheit aus Engländern, US-Amerikanern sowie einem kanadischen Tunnelbauer tief unter die Erde zu schicken, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Im Eingangsbereich zu einem weitverzweigten Tunnelsystem stoßen sie auf einen halbtoten deutschen Soldaten, der sie verzweifelt warnt, die verrammelte Tür hinter ihm zu öffnen. Aber natürlich wollen sie nicht hören. Und wie das nun mal so ist: Wer nicht hören will, muss fühlen...

TRENCH 11 ist ein klassischer Grusler im klaustrophobisch angehauchten Setting, aus dem allerdings viel zu wenig herausgeholt wird: Die endlosen Gänge sind hier alle bestens ausgeleuchtet, ein Gefühl der Beklemmung ob des unter der Erde Eingeschlossenseins kann sich beim Betrachter aber auch deshalb kaum entwickeln, da der Film mehr Wert auf Konfrontationen mit dem mal menschlichen, mal monströsen Feind legt als auf Atmosphäre. Immerhin gelingt es ihm so, nie zu langweilen – und das ist angesichts der dünnen Handlung gar keine so schlechte Leistung.

Diese dreht sich letztlich vor allem um die altbekannte Trope des verrückten Wissenschaftlers, der seine größenwahnsinnigen Ziele ohne Skrupel sowie ohne Loyalität zu irgendwem außer sich selbst verfolgt. Dieser wird von einem leicht überchargierenden Robert Stadlober gespielt, dessen Ausdrucksweise leider so gar nicht zu 1918 passen will.

Kennt man einen Film mit einem solchen Charakter – und sei es nur CAPTAIN AMERICA, an dessen "Red Skull" Stadlobers Figur des Reiner mitunter stark erinnert –, kennt man vermutlich so gut wie alle, und deshalb kann einen die Story-Entwicklung von TRENCH 11 auch weder überraschen noch sonderlich mitreißen. Erstaunlicher ist da schon die Tiefe, die der Film einigen Aussagen über den Wert des Krieges, über das Konzept von Freund und Feind, von Schuld und Verantwortung angedeihen lässt, die in Dialogen gemacht werden. Es ist hier eben NICHT so, dass "die Deutschen" (die übrigens von Yazid Benfeghoul gecastet wurden!) die klischeehaft Bösen sind; der einzige derart überzeichnete Charakter ist der von Stadlober – und dieser äußert sich mehrfach explizit despektierlich über seine Vorgesetzten und "die Deutschen", ist also eher als "Abtrünniger" zu betrachten. Bin mir diesbezüglich nicht sicher, ob mein Vor-Reviewer Roughale tatsächlich denselben Film gesehen hat wie ich ;)

Zusammengefasst ist TRENCH 11 ein mustergültig durchschnittlicher Film, der durch minderwertiges Setdesign, uninspirierte Kameraarbeit und viele kaum entwickelte, kaum bedeutsame Figuren einiges von seinem Potential verschenkt. Halbwegs unterhaltsam ist er aber allemal, wofür nicht zuletzt die gelungenen, mitunter sehr saftigen Make-up- und visuellen Effekte sorgen – hier wird mitunter ordentlich gesplattert, wenn auch zu selten. Auch das Sounddesign weiß zu überzeugen. Insofern: 5 von 10 Punkten, kann man sich bei Vorlieben fürs Genre oder das Bunker-Setting durchaus geben. Wenn man nicht zu viel erwartet. Jedenfalls hundertmal gelungener als ein DEATHWATCH oder THE BUNKER!
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

23.09.2017, 03:09


Besser als erwartet

von ArthurA
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Trench 11 ist im Prinzip nichts anderes als eine kurzweilige Variation des Zombies-/Infizierten-Horrors mit einem zusätzlichen Ekelfaktor, was den Ursprung der Infektion angeht. Der Film möchte das Rad nicht neu erfinden, sondern begnügt sich mit altbekannten Versatzstücken, was aber dennoch überraschend gut funktioniert. Der Blood-'n'-Gore-Anteil ist ordentlich und sobald die Bunkeranlagen betreten sind, bewegt sich die Handlung recht flott. Durch das unterirdische Setting fällt das geringe Budget des Films nicht so sehr ins Gewicht. Leider setzt Trench 11 seine Kulisse kaum dazu ein, um Klaustrophobie beim Zuschauer zu erzeugen.

Die meisten Charaktere sind sehr eindimensional gezeichnet, es gibt allerdings nette kleine Elemente, die man in Weltkriegsfilmen selten sieht, wie beispielsweise den Einsatz von Kokain unter Soldaten. Rossif Sutherland (Kiefer Sutherlands Halb-Bruder!) ist ein sympathischer, wenn auch unterentwickelter Protagonist. Schauspielerisch fällt vor allem Robert Stadlober durch schamloses Overacting auf. Als klischeehafter Oberbösewicht scheint er vergessen zu haben, in welchem Weltkrieg er sich gerade befindet, hatte aber sichtlich großen Spaß an der Rolle und bringt Leben in den dritten Akt des Films.
ArthurA
sah diesen Film im Residenz, Köln - Original-Review

26.09.2017, 07:02




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