von Fans für Fans

V/H/S

Einfach nur schlecht

von kao
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Bitte ignoriert den einen Stern in der Bewertung, weniger geht leider nicht. V/H/S hätte stattdessen eher ein großes rotes Biohazard-Symbol verdient, denn dieses Machwerk grenzt in Gesamtlänge schon an seelische Grausamkeit.

Am Besten tut man sich diesen Film erst gar nicht an. Falls ihr schon eine Kinokarte habt, verschenkt sie an jemand, den ihr nicht leiden könnt. Schaut stattdessen lieber Papas und Mamas letztes Urlaubsvideo vom Attasee, da bekommt ihr mit ziemlicher Sicherheit bessere Handlung, interessantere Schauspieler und garantiert bessere Kameraführung, Ton und Schnitt geboten.

Der Einzige Grund, V/H/S zu schauen, wäre der Bedarf nach einer Baseline, ab der ein Film unmöglich noch schlechter werden kann. Dafür reichen allerdings auch 5-10 Minuten oder der Trailer. Letzterer verrät übrigens so gut wie alle Plot-Twists der einzelnen Episoden und nimmt dem Film damit auch das letzte bisschen Spannung. Wenn ihr erwägt, das Kino zu verlassen, so seid getrost, ihr verpasst nichts weiter.

Bleibt nur noch die Frage: Kann man V/H/S irgendwie über die Trumpfkarte "Arthouse/Avantgarde/Postmoderne" retten? Tja, leider nicht wirklich, denn abgesehen von seiner Optik bietet der Film nur unterste Slasher-Horror-Ware, die ins hinterste Videotheken-Regal verbannt gehört. Das grobkörnige Video-Bild wirkt auf der großen Leinwand einfach nur unscharf, die Wackelei der Kamera übertrieben. Die Bildstörungen und der verzerrte Ton nerven nur und erscheinen so gewollt, dass der wohl erwünschte Found-Footage-Realismus eher ausbleibt.

Fazit: Lausiger Drecksfilm, eine Verschwendung von Video-Material, bestenfalls ein gutes Argument für die Wiedereinführung der Todesstrafe. Unbedingt vermeiden!
kao
sah diesen Film im Cinemaxx 7, Berlin

28.08.2012, 11:33


VHS ist _NICHT_ Digital!

von Sidschei
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Bei allem Respekt gegenüber den hier vertretenen Regisseuren. Und abgesehen von aller Abneigung, die ich gegen Found-Footage-Mockumentary-Wackel-Cam habe: Denn selbst, wenn ich die abschalte, war das mit Abstand das schlechteste Stück Film, das ich seit langem gesehen habe. Inhaltsleerer, langweiliger, zusammenhangsloser und nochmal inhaltsleerer geht's ja kaum. Und das trifft auf nahezu jede der gezeigten Episoden zu. Denn was sehen wir da in aller Regel: Erstmal eine unnötige Einführung, in der wir irgendwelche langweiligen Charaktere bei irgendwelchen langweiligen Aktionen betrachten dürfen, die nichts, aber wirklich nichts zur Sache beitragen. Nach eine gefühlten Ewigkeit und meistens knappen 20 Minuten schwenken die Episoden dann kurz zu ihrem (mehr oder weniger effektvollen und) blutigen Ende um. Schnipp. Das war's. Nächste Episode. WTF? Wirklich selten so gelangweilt und so wenig verpasst, selbst wenn man über die Hälfte des unerträglichen Machwerks auf 4xFF anschaut. Boar.

Und selbst wenn ich mich nun gar nicht auf die langweiligen Episoden konzentriere, sondern nur die Machart des Filmes betrachte, war dies wirklich mit Abstand das grauenhafteste Werk, welches ich seit langem gesehen habe. Dass die Episoden keinerlei Zusammenhang haben, ist ja irgendwie noch verkraftbar, wenn das Umfeld dafür sorgt, dass dies auch nicht gewollt ist. Bei jedem Tales of the Crypt ist das so und nur kleine Einspieler ketten die Episoden aneinander. Aber wenigstens werden die Episoden dort mit kleinen Zwischengimmicks aneinander geklebt. Und nicht einmal das funktioniert bei V/H/S auch nur irgendwie.

Und das hätte ich also schon erwartet, wenn ich eine Kurzfilmsammlung unter dem Titel V/H/S sehe, dass es hier irgendwie zumindest ansatzweise einen kausalen Zusammenhang gibt. Aber sorry, konnte ich nicht sehen und warum diese Ansammlung langweiliger, uninteressanter und uninspirierter Episoden unter dem Deckmantel V/H/S zusammengefasst wird, erschließt sich mir in keinster Art und Weise. Auch wenn der Film dies (in meinen Augen vergebens) versucht zu erklären, bleibt es mindestens so sinnlos wie jede einzelne Episode dieses Quarks hier.

Und da kommen wir schon zum nächsten Punkt: Ich bin eine Generation, die mit VHS-Tapes und deren Macken und Tücken aufgewachsen ist. Ich sollte eigentlich in Nostalgie schwelgen, wenn ich eine Horrorfilmsammlung mit dem Titel V/H/S sehe. Doch was der Film mir hier geboten hat, war keine nostalgische Huldigung dieses so von schlechten Horrorfilmen geprägten Zeitalters, sondern nur eine weitere, absolute Frechheit.

Ja. In der Tat: Man hat sich bemüht, die VHS-typischen Macken zu präsentieren: Sei es der blaue Bildschirm, der erscheint, wenn das Bild zu viele Störungen aufweist oder eben das Band zu Ende ist. Seien es die typischen Bildfehler am überwiegend unterem Bildschirmrand des TV-Gerätes, wenn das Band zu oft abgenuddelt wurde oder sich mal im Abspielgerät verfressen hat, seien es die wandernten Laufstriche über das gesamte Bild, meist in horizontaler Erscheinung, wenn das Band noch mehr abbekommen hat. Alles typische Merkmale der damaligen Zeit. Nun hat man hier in der Tat versucht, diese Merkmale teilweise zu implementieren, doch leider ist das völlig in die Hose gegangen. Und zwar so dermaßen in die Hose, dass ich mich allen Ernstes frage, ob überhaupt irgendeiner der hier vertretenen Regisseure jemals ein VHS-Band gesehen hat?

Die ganzen Störfaktoren, welche hier künstlich ins Bild generiert wurden, wirken schlichtweg nur unecht und man merkt ihnen ihre digitale Herkunft zu jedem Zeitpunkt einfach nur zu deutlich an. Da kann für alte VHS-Hasen wie mich einfach keine Stimmung aufkommen, wenn man sich hier nicht an die einfachsten Grundregeln eines bandbetriebenen Abspielgerätes hält. Zu schnell, direkt und eben zu digital erkennbar erscheinen hier die Störstreifen im Bild. Zu schnell erscheint der blaue Bildschirm und teilweise völlig unecht sind die anderen Abspielfehler, die man hier auf Grund der veralterten Abspieltechnik suggerieren möchte. Liebe Leute: Bevor ein VHS-Abspielgerät einen blauen Bildschirm zeigt, gibt es erstmal Bild-Streifen-Fehler bis zur Unkenntlichkeit. Und eben diese Bild-Streifen-Fehler bauen sich langsam auf, bevor sie ihre komplette Wirkung entfalten. Etc. pp. Ne, sorry. Das war mal absolut und überhaupt gar nichts! Der Versuch, hier alte Abspielstimmung zu erzeugen, ging - wie so vieles andere - völlig in die Hose.

Der absolute Hammer und ein absolutes NoGo war dann allerdings, dass man typische digitale Fehlerquellen in dem analog abgespielten Material eingebaut hat. Und da wusste ich nun also wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen soll, als ich das gesehen habe. Aber nein: Die typischen Pixelfehler einer heutigen Digitalkamera gab es damals einfach nicht, liebe Macher. Das ist absoluter Blödsinn und wirklich total danebengegriffen und führt den Namen eurer unerträglichen Filmeansammlung einfach völlig ad absurdum. Wie man sich dann noch erdreisten kann, in einer VHS genannten Ansammlung von Kurzepisoden eine zu zeigen, die via Laptop und Web-Kamera aufgenommen wurde, schlägt dann dem Fass wirklich komplett den Boden aus. Von der Brillenkamera sehe ich da sogar dann noch großzügig ab, auch wenn es ebenfalls total daneben ist. Was zur Hölle hat das alles in einer VHS getauften Filmesammlung zu suchen? Eben: NICHTS! Setzen. Sechs!

Den Gipfel all dieser Unerträglichkeiten präsentieren die Macher der einzelnen Episoden dann aber auch in der Inkonsequenz ihrer Fähigkeit, ein Found-Footage respektive Mockumentary zu präsentieren. Es ist ja (für mich) schon unerträglich genug, diese Handkamera-gefilmten Filme anzuschauen. Dass man dann hier aber noch mit unfassbaren Schnitten gearbeitet hat, die Vor-, Rück- und Nebenblenden beinhalten und jeglichen Sinn eines im eigentlichen Ursprungs am Stück gefilmten Werkes zu rauben verstehen, lässt mich am Ende - völlig unabhängig, was ich von dieser Machart halte - nur noch völlig ungläubig mit dem Kopf schütteln.

Betrachtet man all diese Mängel, die V/H/S schon ohne einen Blick auf den einzelnen Inhalt der Episoden zu bieten hat... so muss man die Episoden alleine einfach schon gar nicht mehr erwähnen, da dieser Film sich schon allein durch das technische Umfeld komplett alleine ins Abseits geschossen hat!

Aber wenn es denn sein muss, kurz und knapp:
Episode 1: Eine unerträgliche Episode mit unerträglichen Längen. Bis diese Episode endlich ihr Ende erreicht hat, dachte ich bereits, dass schon längst 90 Minuten vorüber sein müssten. Die ersten 20 Minuten Betrachtung irgenwelcher pubertierenden, Disco-besuchenden und saufenden Jugendlichen ist so dermaßen uninteressant und langweilig, dass ich den an sich spaßigen Clou des Endes der Episode überhaupt nicht mehr witzig fand. Auf maximal 10 Minuten heruntergekürzt, hätte die Episode vielleicht Spaß gemacht. Aber so... ? Furchtbare Schnitte inklusive.
Episode 2: Genau dasselbe Problem. Eine unerträglich langweilige Einführung, die so inhaltsleer ist, dass man schon jetzt schlaftrunkene Augen bekommt. Ich hab's nicht mehr ertragen und gerne auf 4-fach-FF umgestellt bis zum eigentlichen Clou der Episode, welches mich nach der geborgenen Langeweile der Einführung in diese Geschichte, der zuvor gesehenen und dieser hier schon nicht mehr interessierte.
Episode 3: Die einzige Episode, der ich etwas positives hätte abgewinnen können, wenn ich sie alleinstehend hätte gesehen. Nicht ganz so in die Länge gezogen bietet sie einfach das, was ich von einem Kurzfilm dann erwarte und es wird nicht nur kurz am Ende was geboten, sondern über die gesamte, recht kurze Laufzeit. Leider war ich schon so gelangweilt und vom Umfeld genervt, dass mich auch das hier nicht mehr packen konnte. Aber hier konnte ich wenigstens etwas Sinn erkennen, würde sogar von einem VHS-Mörder irgendwie reden. Denn wie das Auftreten in der Art des "Macrovision-Kopierschutzes" hier präsentiert wurde, hatte schon irgendwie was.
Episode 4: Nicht nur, dass ich sie nicht verstanden habe, gehört ein mit Web-Kamera aufgenommenes Filmchen nicht in eine Filmsammlung mit dem Namen VHS. Sorry. Thema verfehlt.
Episode 5: War ich nicht mehr in der Lage, wirklich wahrzunehmen. Ebenfalls extrem langweilige, langatmige und uninteressante Einführung, die zu einem zwar durchaus pfiffigen, aber einfach durch die unerträgliche und schlechte Inzenierung mich nicht mehr interessierenden Ende führte.

Kurzum: V/H/S ist gefühlte 90 Minuten zu lang und selbst die eigentlich typischen Plots von Kurzgeschichten konnten mich hier nicht überzeugen. Selbst, wenn man den Episodenfilm "Little Deaths" scheisse fand, war er dennoch um Längen besser und pfiffiger als dieser absolute, unerträgliche Quark hier. Selbst die Einführung von Hostel 1 mit seinen pubertierenden Jugendlichen, die ich abartig unnötig finde und ebenfalls sehr hasse, rückt sich da für mich in ein positives Licht, nachdem ich diesen Müll hier gesehen habe.

1/10 Betamx-Tapes ;)
Sidschei

29.08.2012, 10:13


Schüttel was du hast

von Herr_Kees
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Verwackelte Found-Footage-Anthologie, die manchmal nur durch Wegschauen (und -hören) zu ertragen ist: amateurhaft, (im wahrsten Sinne des Wortes) unfokussiert, nervig, laut, anstrengend und viel zu lang, ohne eine einzige gute Story - die Halloweenepisode fährt zumindest ein paar atmosphärische Schreckmomente auf. CHRONICLE hat gezeigt, was man mit Found Footage alles anstellen kann. V/H/S ist das andere Ende der Fahnenstange.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol 1, Stuttgart

30.08.2012, 01:05


Potential verschenkt

von mdbnase
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Found-Footage-Filme gibt es mittlerweile zuhauf, Episoden-Filme ebenso. An eine Verquickung von beidem hat sich aber noch niemand gewagt. Mit "V/H/S" begeben sich die sechs beteiligten Regisseure daher auf neues Terrain. Leider ist das Ergebnis aber alles andere als gelungen. Im Bezug auf Episoden-Filme bleibt man bei diesem Versuch, der eigentlich ziemlich interessant klingt, den Konventionen allerdings treu. In eine Rahmenhandlung werden fünf Episoden eingebettet, die einerseits recht unterschiedlich daher kommen, aber doch einiges gemein haben.

Zuerst die positiven Aspekte. Die Storys bzw. deren Finale sind relativ blutig ausgefallen, was für dieses Genre recht ungewöhnlich ist. Die darstellerischen Leistungen lassen sich sehen und sind glaubwürdig. Ebenso kann man sich mit den fragmenthaften Storys, die keinerlei Auflösung bieten ganz gut anfreunden. Auch die ein oder andere Schock-Sequenz zündet. Was den Film vor allem in den Abgrund reißt ist die technische Umsetzung. Jede Episode wird in einem anderen optischen Stil präsentiert, dennoch werden auf extreme Weise immer die selben Störeffekte eingebaut, egal ob es sich um Video, Film oder Digitalmaterial handeln soll. Durch das oft übertriebene Gewackel der Kamera entsteht der Eindruck, dass hier zu viel gewollt wurde. Das offensichtlichste Beispiel bekommt man in der ersten Episode zu bestaunen, in der eine in die Brille des Protagonisten eingebaute Kamera zum Einsatz kommt. Der Brillenträger schaut starr in einen Spiegel während das Bild dennoch ruhelos hin und her wackelt. Einige Episoden kranken zusätzlich an einem zu schnellen Schnitt so dass man oft nicht wirklich viel erkennen kann. Absolut störend fand ich auch die extrem lauten und schrillen Soundeffekte, die jeglicher Logik entbehren und so manches mal wirklich im Ohr schmerzen. Weiterer Kritikpunkt ist die Laufzeit. Die sinnentleerten und für die Storys irrelevanten Einleitungen hätte man da ruhig etwas straffen können.

Auch wenn die Idee zum Film und die einzelnen Beiträge einiges an Potential bieten, hat man durch die technische Umsetzung und einige Längen vieles zerstört so dass ich hier leider nur ein 'ausreichend' vergeben kann.
mdbnase
sah diesen Film im Metropol 1, Stuttgart

30.08.2012, 01:47


Be kind rewind.

von Timo
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Mein Gott, ich bin einfach durch und durch Fan des Found-Footage-Subgenres. Gerade in den letzten Jahren gab es hier ein paar sehr sehenswerte Beiträge. HOME MOVIE, der leider total unterging, schafft es durch einen sehr realistischen Aufbau, eine perfekte Spannungskurve zu ziehen. CHRONICLE addierte dann zusätzlich, bedingt durch den Superheldenstoff, wie man die Regeln dieses Genres aushebelt und großartige Kamerafahrten zeigen kann, die in jedem anderen Film unglaubwürdig gewirkt hätten.

Nun ist V/H/S nun wirklich was ganz was anderes. Eine Compilation, hergestellt von Film-Hipstern, die viel mehr Wert auf den realistischen Ansatz und das Spiel der verschiedenen Videoformate legen als auf eine schneidige Story. Nach der ersten euphorischen Reviewwelle wird nun meist über den Film hergezogen. Richtig gemein finde ich den Vorwurf, dass Gewackel hier fehl am Platz wäre. Komisch, habe ich mich doch sonst immer gefragt, wie man es in vergleichbaren Filmen schafft, auch nur drei Sekunden die Kamera still draufzuhalten. Und dabei ist V/H/S gerade im Bezug auf Kameraführung doch so verdammt clever. Wie er alte und neue Medien mixt, per Einsatz von Webcam und Brillenkamera auch hier die unsichtbaren Gesetze umgeht, damit er "anders" erzählen kann, finde ich äußerst gelungen.

Ja, ich für meinen Teil fand das alles scary und creepy und irgendwie ganz unangenehm. Und bis auf die Waldepisode, die mir einfach etwas zu cheesy war, fand ich sie auch im weitesten Sinne originell. Ein Horrorfilm darf meiner Meinung nach wild mit Handlungssträngen um sich werfen und kryptisch wirken. Das lockt den Zuschauer aus der Reserve und verunsichert, fördert auf der anderen Seite die Mystik.

Die Rahmen-Episode, die alle Kurzfilme verbindet, ist leider auch die schwächste. Und vielleicht wird der Störungseffekt tatsächlich ein paar mal zu viel eingesetzt. Aber verdammt: Ich glaube zu spüren, was Joe Swanberg, Ti West (Genrekönig der Gegenwart, Amen) und Co. versuchen zu bewirken - ein schmutziges Stück Zeitgeschichte, natürlich und vielleicht deshalb aus leicht schwammiger Konsistenz. Aber durch die Liebe am Medium genau für die Spieldauer konserviert, bevor der Film mit dem Abspann verpufft. Und in gewisser Weise ist dies auch ein melancholischer Film. Denn das, was V/H/S vermissen lässt, wird nicht wiederkommen. Daher eingeschränkte Sehempfehlung für Cine-Hipster, Nostalgiker und Filmstudenten.
Timo

01.09.2012, 00:17


Nicht in Full-HD

von glorrk
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Ein paar Kleinkriminelle sollen in einem abrißreifen Haus ein bestimmtes VHS-Tape finden, und finden aber noch eine Leiche vor dem TV und einige weitere Tapes, die auch rumliegen, und schauen sich diese nun an.
Ein Found Footage Film, der seine einzelnen Episoden und die Rahmenhandlung in augenkrebserregender Wackelkamera mit grisseligem VHS-Bild präsentiert.

Die Rahmenhandlung ist eher belanglos und vermag nicht wirklich Angst einzujagen. Die einzelnen Episoden sind, wie bei einem Episodenfilm meistens, von unterschiedlicher Qualität aber doch insgesamt recht solide bis sehr gut.

OK, klar, dass manche Inhalte der VHS-Tapes sicherlich nicht mehr auf VHS-Tapes liegen würden (z.B. Webcam), aber hey - denken wir doch mal hier nicht so über Logik nach.

Insgesamt solide, und macht durchaus Spaß - ja, wenn man mit Augenkrebskameraführung leben kann und tiefste Logiklöcher ausblenden kann. Dann jedoch Finger weg...
glorrk
sah diesen Film im Cinema, München

01.09.2012, 12:44


Gewackelt, nicht gedreht

von todaystomorrow
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Dass V/H/S auf der Kinoleinwand ein ziemlich anstrengendes Vergnügen ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Mit Ausnahme sehr weniger ruhigerer Sequenzen wird hier auf Handkamera im Wackelmodus gesetzt - und zwar so exzessiv, dass einem phasenweise im wahrsten Sinne des Wortes Hören und Sehen vergeht; das Geschehen in einem einzigen Brei aus Lärm, Hektik und nervtötendem Gezappel verschwimmt.

Nun kann der bewusste Einsatz dieses Stilmittels ja durchaus intensivierend wirken, den Betrachter gefühlt sehr nahe an die Handlung heranbringen, ihn unmittelbar an authentisch scheinenden Entwicklungen teilhaben lassen. Das funktioniert hier aber aus mehreren Gründen kaum: Zum einen verliert jedes Stilmittel an Wirkung, wenn es ununterbrochen und ohne kontrastierende Elemente eingesetzt wird; anders formuliert: das Herumgewackele hier ist schlichtweg furchtbar übertrieben.

Zum anderen macht es der fragmentarische Charakter der Storys in den meisten Fällen schwer, sich emotional in ihre Handlung hineinversetzen zu lassen. Wir finden uns zumeist mitten in die Tätigkeiten kaum näher vorgestellter Protagonisten geworfen und werden nur selten Zeuge von dramaturgisch artgerecht inszenierten, ansteigenden Spannungskurven. Es passieren allzu oft eben einfach plötzlich Dinge, und die bekommen wir dann mehr oder minder gut mit. Fühlen uns aber aus den geschilderten Gründen schwerlich atemlos mitfiebernd oder schockierend nahe dran.

Zuletzt sind es dann auch nur Ausnahmefälle, in denen der Found-Footage-Ansatz der Anthologie wie mehr als ein Gimmick wirkt. Namentlich hat die nicht-klassische Kameraführung nur in Ti Wests „Reisevideo" THE SECOND HONEYMOON sowie in einer als Webcam-Chat inszenierten Episode eine inhaltliche Berechtigung, addiert etwas zur Story hinzu, ermöglicht schlussendlich entscheidende Überraschungen. Mit dem titelgebenden Medium und seinen Eigenheiten spielt gar nur eine einzige Episode; diese trägt den Namen TUESDAY THE 17th und entpuppt sich leider tatsächlich als schwächlicher Slasher-Verschnitt. Ach halt, da ist ja auch noch die Rahmenhandlung, die sich natürlich auch um alte Tapes dreht. Diese allerdings ist sowohl von der Bildsprache als auch den Protagonisten her wirklich schier unerträglich anzusehen, zudem komplett spannungsbefreit und kaum mehr als lieblose Staffage für die fünf voneinander unabhängigen Episoden der Anthologie.

Nun könnte man sicher ausufernd darüber diskutieren, ob V/H/S nicht einen cleveren Kommentar zur heutigen Film- und Rezeptionskultur darstellt; ob hier nicht bewusst eine Inszenierungsart kompromisslos zur Kunstform ausgebaut wird; ob nicht selbstbewusst und souverän Form über Funktion gestellt wird. All das ist aus meiner Sicht aber kaum relevant, wenn der Film, um den es geht, nicht unterhält. Und das tut V/H/S eben nur in Momenten - etwa in der erwähnten Webcam-Episode, die kurzzeitig durchaus die Intensität von PARANORMAL ACTIVITY erreicht, oder in der letzten Geschichte, die sich um eine geradezu übernatürliche Halloween-Party dreht und atmosphärisch wie von den Effekten her bemerkenswert ist.

Ansonsten sind zwar vielerlei blutige, teils skurrile, teils mystische oder auch grundsätzlich verstörende Ideen zu erleben. Die erreichen aber oftmals nicht die Wirkung, für die sie das Potenzial haben. Denn sie ertrinken in einer Inszenierung, die sich selbst für wichtiger hält als das, was sie präsentiert.

Und das ist dann zusammengenommen eben vor allem eins: anstrengend. Wenn nicht sogar ärgerlich. Für mich darum leider nicht mehr als 3,5 Punkte wert, diversen sehr interessanten Ansätzen zum Trotz.
todaystomorrow
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

06.09.2012, 02:41


Review

von Francis
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Total drauf gefreut und maßlos enttäuscht worden.
V/H/S ist ein Episodenfilm, dessen überall zu lesende Inhaltsangabe den Rahmen vorgibt: eine Gruppe junger Männer soll ein Videoband aus einem Haus stehlen. Grundsätzlich - und so auch dabei - filmen sie sich permanent (Top Idee ^^). leider ist die Found-Footage Optik für den Allerwertesten, wenn sie geschnitten, neu zusammengesetzt und einem so vorgesetzt wird.
Im Haus schauen sie sich dann diverse Videobänder an, die ebenfalls alle "selbstgedreht" daherkommen.
Nerviger Sound und wildestes Gewackel ...
Und ganz ehrlich, wenn mir jemand nach dem Leben trachtet, ist die Bedienung einer Kamera echt das Letzte, was ich machen würde. Einzig der erste Kurzfilm bricht mit dieser Idee und integriert die Kamera in eine Brille. Schade, dass dies nicht beibehalten wurde.
Francis
sah diesen Film im Cinemaxx 7, Berlin - Original-Review

09.09.2012, 22:45


Review

von Heidi
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Die Rahmenhandlung war wie die Kurzfilme zu langatmig, und selbst mit dem Hausbesitzer im Rücken konnte da nichts schocken.

Tape 1: Trotzdessen, dass es ewig dauerte, bis man zum Punkt kam, wusste man mit der ersten Einblendung des Mädchen, wie der Abend für die Jungens ausgehen wird. Aus der Story hätte man mehr machen können. Das Ende allerdings holt's dann noch raus.
Tape 2: Ein Pärchen ist mit dem Auto unterwegs und macht Filmaufnahmen, dass einem schlecht wird, weil nicht blutig, sondern verwackelt. Wer macht denn solche Urlaubsaufnahmen? Auch bei diesem Kurzfilm dauerte es zu lange, um den Spannungsbogen aufzubauen.
Tape X: Das Tape einiger Jugendlicher, die in einen Wald fahren, war für mich das Highlight der Videosammlung. Das Wackeln und die nervigen ohrenbetäubenden Geräusche waren da mal gut platziert.
Tape X: Die Teufelsaustreibung hätte interessant werden können, wenn man ebenfalls den Einstieg kürzer gehalten hätte.

Der Rest ist nicht hängen geblieben und lohnt wohl auch nicht.
Heidi
sah diesen Film im Cinema, München

16.09.2012, 21:46


Found Footage Fastfood

von Zwerg-im-Bikini
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Es folgt eine subjektive Wertung von einer, die die Wackelkamera nicht gut vertragen hat. Das schränkt das Filmerlebnis natürlich ein. Wem solche Probleme fremd sind, der könnte mehr Spaß mit V/H/S haben.

Mein erster Versuch, mir diesen Episodenfilm anzusehen, ging gewaltig nach hinten los. Er lief beim Fantasy Filmfest, aber schon nach wenigen Minuten wurde mir von dem verschwommenen Gewackel auf der Leinwand so schlecht, dass ich nicht mehr hinsehen konnte. Ich hörte noch eine Weile zu, beschloss dann aber, dass das wenig Sinn macht. Also raus aus dem Kino, frische Luft schnappen und auf den nächsten Film warten.

Fast ein Jahr später habe ich es nun mit der DVD probiert. Motion Sickness tritt bei mir weniger schlimm auf, je kleiner der Bildschirm ist - und tatsächlich, ich musste nur am Anfang und während der ersten Episode einige Male wegsehen, wenn das Gewackel zu schlimm wurde. Danach ging es.

V/H/S reiht 5 gruselige Found-Footage-Kurzfilme in eine Rahmenhandlung ein, in der ein mysteriöses Videoband aus einem Haus entwendet werden soll. Nicht alle Episoden wurden tatsächlich auf solche altmodische Weise aufgenommen, hier bekommen wir von der Brillenkamera bis zur Webcam alles geboten. Das wirkt authentisch, allerdings sollte man keine allzu großen Erwartungen an den Tiefgang haben. Die Charaktere müssen schnell vorgestellt werden und dann beginnt auch schon der Horror. V/H/S ist so etwas wie Found-Footage-Fastfood, was nicht einmal negativ gemeint ist. Für sich genommen bieten die einzelnen Episoden zu wenig Substanz, um daraus einen abendfüllenden Film zu machen, aber in dieser Kombination machen sie durchaus Spaß. Jede hat ihr kleines Highlight zu bieten. Ich glaube, am besten haben mir die letzten beiden gefallen, aber Episode 1 hat durch die Hauptdarstellerin und Episode 3 durch die Bild- und Toneffekte überzeugt. Episode 2 fand ich persönlich etwas schwach, trotz der gelungenen Szene in der ersten Nacht.

Also alles in allem ein Film, mit dem man als Horrorfreund im dunklen Zimmer durchaus Spaß haben könnte. Allerdings reiht er nicht Schockmoment an Schockmoment, sondern es gibt viele ruhige Stellen, weil ja jede neue Episode wieder bei Null anfängt. Positiv anrechnen muss ich ihm, dass er erfreulich wenig mit den für solche Filme (Parnormal Acitivity...) üblichen Jump Scares arbeitet. Ich meine vor allem den "Leise.... LAUT!!" Trick.

Aber dieses verdammte Gewackel!
Ich habe schon viel gesehen, das mit Handkamera gefilmt wurde, aber die Rahmenhandlung und die erste Episode von V/H/S sind das übelste, was mir je untergekommen ist. Da macht dann das Zusehen einfach keinen Spaß mehr, sorry. Ich habe in manchen positiven Reviews gelesen, dass ein Horrorfilm einen körperlich mitleiden lassen muss - was ein Blödsinn! Ein guter Horrorfilm soll mich emotional mitleiden lassen, durch seine Aussage und das, was er mir zeigt. Aber es ist doch keine Kunst, herum zu wackeln, als sei der Kameramann aus Gummi! Ein bisschen davon trägt zur Atmosphäre bei, zu viel davon ist einfach nur nervig und in meinen Augen unnötig.

V/H/S ist zwar optisch ein interessantes Experiment, aber ein guter Horrorfilm ist er nur dann, wenn er einem etwas zeigt, was einen schockiert. Das Mädel in der ersten Episode zum Beispiel, wenn plötzlich eine Gestalt im Hintergrund auftaucht oder die gesamte letzte Episode. Das waren ordentliche Momente. Begeistert war ich aber insgesamt leider nicht.
Zwerg-im-Bikini
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt - Original-Review

05.07.2013, 14:20


Unglaubwürdig bis richtig schlecht

von MarxBrother81
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Was der geneigte Allesseher zu sehen bekommt ist eine Abfolge eines Found Footage Werkes, welches inhaltlich, dramaturgisch und optisch nicht schlechter sein könnte.
In allen Situationen, Kurzfilmepisoden, die immer in einer lebensgefährlichen Situation enden, wird immer noch mit der Kamera draufgehalten, was natürlich normal weil menschlich ist, schliesslich sieht man ja allen und auch sich gerne beim Abschlachten zu.
Die Geschichten sind auch so banal, uncharmant geschauspielert und dürftig, dass man seine filmische Freizeit mit besseren und intelligenteren Werken ausfüllen kann.
Wer sich über die Optik des Trashfilmers Jess Franco aus Spanien schon immer aufgeregt hat, der wird hier mit wackeligen Bildern eines weiteren Genies beehrt.
Eine echte Gurke!
MarxBrother81

12.02.2014, 11:31




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