von Fans für Fans

What We Become

Die Nacht der lebenden Dänen

von Herr_Kees
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Au, da werden aber Tantiemen fällig! Zum einen an John Carpenter, dessen Synthiegesäusel hier einmal mehr schamlos kopiert wird. Und zum anderen an George A. Romero, dessen Szenarien aus NIGHT OF THE LIVING DEAD, THE CRAZIES etc. hier einfach nochmal in einem dänischen Vorort nachgespielt werden; selbst die Feuerwerksszene aus LAND OF THE DEAD ist dabei und selbstverständlich auch THE WALKING DEAD. Kann man noch von Hommage sprechen, wenn ein Film so gar keine eigene Idee einbringt? Zumindest ist SORGENFRI ordentlich gemacht und wird vor allem Genrefans unterhalten, die sich an den immer gleichen Szenen einfach nicht sattsehen können.

Einen halben Extrapunkt gibt's für die "dezenteste" Titeleinblendung seit BITE.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

10.04.2016, 01:20


Dawn of the Dän

von Leimbacher-Mario
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Jetzt zeigen uns sogar schon die Dänen, wie Horrorfilme gehen... :(

Während in letzter Zeit unsere nordischen Nachbarn/die skandinavischen Staaten meist durch unterkühlte & richtig gute Thrillerkost international auf sich aufmerksam machten, zeigt man mit dem überraschend unterhaltsamen "What We Become" oder im Original "Sorgenfri", dass sie auch noch einen Genre-Gang hochschalten können. Wer gedacht hat, dem Zombie-Genre kann man nichts Neues mehr abgewinnen, hat zwar nicht ganz unrecht, der muss aber gleichzeitig erkennen, dass anscheinend auch Aufgewärmtes & Neukombiniertes schmecken kann. Im unsterblichen Zombiefilm erst recht. Alles schonmal gesehen, alles schonmal erlebt - und trotzdem war diese verrottete Perle, aus dem sonst so sauberen Dänemark, mein Überraschungshit auf den diesjährigen FFF Nights.

Gezeigt wird mal wieder der Ausbruch einer Seuche, die Menschen in wandelnde, Menschenfleisch fressende Untote verwandelt. Diesmal im beschaulichen Dänemark, sehr klein gehalten, aus Sicht der Anwohner des kleinen Dorfes Sorgenfri, von ersten Anzeichen bis zur ausweglosen Eskalation über Wochen. Schon allein die schreiende Titeleinblendung rüttelt wach & ist ein Highlight. Der Look schwankt irgendwo zwischen ARD & Romero, ist erfreulich klassisch mit etlichen Anspielungen. Dänemark ist nicht weit weg & hat sicherlich weitaus weniger finanzielle Mittel als wir - und trotzdem sehe ich momentan nichtmal ansatzweise solche guten Genrefilme hierzulande, keine Chance. Der trockene dänische Humor ist ebenso zu finden wie ordentliche Härte & eine irgendwie heimische Atmosphäre. Alles lieb & schick hier, umso trauriger wenn alles den Bach runter geht.

Die verzweifelnden Dänen wirken allesamt authentisch, verhalten sich meist schlau & sind durchweg sympathisch. Das junge Mädchen im Film ist ein Hingucker, genauso das rigorose, deprimierende Ende - erinnerte mich irgendwie an "Return of the Living Dead", auch wenn es hier nur angedeutet wird bzw. zu erahnen ist. Vielleicht habe ich es mir aber auch nur eingebildet. Passt insgesamt einfach auffällig viel hier. Hätte so denke ich keiner erwartet, was kleine Längen zu Beginn locker verschmerzen lässt. Sicher einer der besseren Zombie-Filme der letzten 5 Jahre. Intim, direkt, realistisch, ernst. Perfektes Beispiel für: Gut gemachter Zombieschocker wird nicht alt. Auf dänisch erst recht nicht.

Fazit: Solider Dänen-Zombie-Aufmarsch, der sich erfreulich kleingehalten auf die Betroffenen konzentriert & sich vor teurerer Hollywood-Konkurrenz (z.B. dem ähnlichen "Fear The Walking Dead") nicht verstecken muss. So richtig Neues gibt es aber nicht, auch hier nicht... verwestes Fleisch, gut aufgewärmt!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

12.04.2016, 15:08


Zombiefilm (fast) ohne Zombies

von todaystomorrow
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Kategorie „ganz ok, aber morgen schon wieder vergessen“: Die dänische Produktion SORGENFRI aka WHAT WE BECOME hat nichts, aber auch gar nichts zu bieten, das man nicht schon in x anderen Zombieepidemiefilmen gesehen hätte – präsentiert ihre vertrauten Ingredienzen allerdings auf eine Weise, die durchaus solide unterhalten kann.

Vor allem aber wartet der Film, aller sonstigen Vorhersehbarkeit seiner Handlung zum Trotz, mit einer echten Überraschung auf: er verzichtet nämlich fast vollständig darauf, seine Hauptattraktionen auch mal zu zeigen. Sprich, bis zur Schlussviertelstunde haben wir es hier mit einem Zombiefilm ganz ohne Zombies zu tun (und dementsprechend auch ganz ohne Gore).

Das passt natürlich recht gut zum englischen Titel – im Fokus stehen hier die Menschen, die von einem Seuchenausbruch in ihrer unmittelbaren Umgebung betroffen sind; ihr Verhalten in der Krisensituation und seine Veränderung im Laufe der Wochen, die sie ohne weitere Informationen durch das Militär von der Außenwelt abgeschnitten gehalten werden. Insofern handelt es sich eigentlich fast mehr um einen Quarantänen- als um einen Zombiefilm. Die lebenden Leichen bekommt man erst spät so richtig zu Gesicht. Dann aber auch, äh, so richtig.

Die Stärke des Films ist dabei seine über weite Strecken gefühlt große Realitätsnähe. Der Look ist eher der eines Fernsehspiels als der einer typischen Genreproduktion, und das Setting samt seiner zumeist recht sympathischen, vor allem aber glaubwürdigen Bewohner erinnert stark an eine beliebige deutsche Kleinstadt – man kann sich also sehr gut ins Geschehen hineinversetzen. Erst recht, wenn man etwas jünger ist: im Mittelpunkt der Handlung steht nämlich ein (vergleichsweise wenig nerviges) Teenie-Pärchen.

In dieser Stärke des Films liegt aber vielleicht gleichzeitig auch seine größte Schwäche begründet: Er ist einfach verdammt unspektakulär. Kein Wunder, denn er fühlt sich ja eben (zunächst mal) sehr nach Alltag an. Und ist, abgesehen davon, nun mal äußerst vorhersehbar. Zu lange zu brav, zu oft zu wenig überraschend.

Zusammengefasst gibt das von mir 5,5 Punkte. So sympathisch das Ganze auch wirkt, ein paar Bissen mehr Eigenständigkeit – oder auch Bissigkeit – wären hier definitiv vorteilhaft gewesen.
todaystomorrow
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

17.04.2016, 02:17




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