von Fans für Fans

XX

Von Klingen und Klingeln in japanischen Wäldern

von GeorgeKaplan
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"Mashimashi" (das japanische Pendant zum knackigen italienischen "Pronto!") kreischt man heutzutage in sein quietschbuntes Handy, wenn man als japanisches Mädel nicht völlig abgemeldet sein möchte. Blinkende und kitschverzierte Handys von der stilistisch nicht gerade zurückhaltenden Sorte scheinen ähnlich essentiell zu sein wie die gerade angesagte japanische Schuhmode.

Handys sind auf jeden Fall der Dreh- und Angelpunkt des Films, der aus mehreren Perspektiven und mit verschiedenen Zeitsprüngen durchaus anspruchsvoll und nett erzählt ist. Auch wenn wir hier eine klassische Horrorgeschichte vorgesetzt bekommen, die weder auf die üblichen Verdächtigen aus sattsam bekannten japanischen Gruslern noch auf die übliche Hetzjagd des normalen Backwood-Slashers verzichtet, so hebt die leicht verschachtelte Erzählweise den Film aus dem Einerlei heraus. Das mag dem Einen oder Anderen sicher nerven, zu gewollt sein oder seine Hirnzellen zu sehr beanspruchen, mir hat es gefallen

Nach zwei Drittel wechselt der Film dann relativ unvermittelt die Stimmung und wird zu einem Partyfilm, der mit mindestens zwei Augenzwinkern daherkommt. Jepp, Japaner haben schon eine seltsame Art von Humor. Aber wenn er so schön schräg ist wie hier, sei er willkommen. "XX" bietet bis auf die Erweiterung des Waffenarsenals um eine überdimensionale Schere keine Neuigkeiten aus dem Reich der Hinterwäldler, aber kurzweilige, spannende und zum Ende hin auch amüsante Unterhaltung. Mashimasih? Arigato!
GeorgeKaplan
sah diesen Film im Cinedom 6, Köln

26.11.2007, 13:08




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