von Fans für Fans

Yakuza Apocalypse: The Great War of the Underworld

Die Yakuza ist auch nicht mehr das, was sie mal war

von MrRossi
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Filme von Takashi Miike sind wie eine Wundertüte - man weiß nie, was man bekommt. "Yakuza Apocalypse" ist - und das ist sicher kein Spoiler - reinster japanischer Trash.

Das bedeutet, den sehr platten Humor des Films muss man mögen, sonst werden es extrem lange 125 Minuten im Kinosessel. Hinzu kommt, dass jeglicher Gag bis zum Erbrechen breitgetreten wird. Sitzfleisch braucht man auf jeden Fall, um die schlecht choreografierten, lang andauernden, sich immer wiederholenden Martial-Arts-Kämpfe zu überstehen. Da wünscht man sich doch glatt die Fast-Forward-Funktion fürs Kino.

Wem all dies nichts ausmacht, der kann beruhigt in den Film gehen. Nicht falsch verstehen, ich mag einige Miike-Filme sehr gerne, "Yakuza Apocalypse" gehört aber definitiv nicht dazu.
MrRossi
sah diesen Film im Cinecitta', Nürnberg

13.08.2015, 00:49


Ein typischer Miike!

von Giallorossa
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Es fällt schwer, einen solchen Film objektiv zu bewerten, da Miikes Filme keine von der Stange sind (obwohl er schon so viele Filme gedreht hat). Es sind immer wieder einige total durchgeknallte Ideen dabei, insbesondere werden sehr skurrile Charaktere in den Film eingeführt (dabei meine ich nicht die Vampire selbst, sondern beispielsweise die Schildkröte oder den übergroßen Frosch). Wie so oft ist der Film auch wieder zu lang geraten, sodass zwischendurch ein paar Längen vorhanden sind. Miike macht auch Anleihen bei den alten Godzilla-Filmen, indem er z.B. seinen Frosch durch eine Spielzeuglandschaft laufen lässt. Der Blutzoll ist okay, es gab von ihm aber auch schon Heftigeres. Ich habe mich daher für eine Bewertung über dem Durchschnitt entschieden. Für Mainstream-Fans aber nicht zu empfehlen.
Giallorossa
sah diesen Film im Cinecitta', Nürnberg

13.08.2015, 01:27


Taste the Blood of Yakuza

von todaystomorrow
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Eins kann man Takashi Miike nun wirklich nicht vorwerfen: dass er mit zunehmendem Alter gesetzter und damit berechenbarer werden würde. Sein filmisches Schaffen ist eine einzige Wundertüte, die zudem immer prall gefüllt ist. Innerhalb vergleichsweise kürzester Zeit können aus ihr so unterschiedliche Filme herauskommen wie zuletzt etwa das zu zahme Slash-Spektakel LESSON OF THE EVIL, das verquaste Mystery-Drama OVER YOUR DEAD BODY und jetzt YAKUZA APOCALYPSE – der so bunt, durchgeknallt und durcheinander geraten ist, dass man ihn kaum noch einem Genre zuordnen kann.

Mafia- trifft Vampir- trifft Fantasyfilm trifft Blödel-Comedy, gekreuzt mit jeder Menge Groteske und ein wenig Endzeitstimmung, das trifft es vielleicht am besten. Aber wen kümmern auch eigentlich Genres, wenn man als Filmemacher seiner Phantasie und Spielfreude freien Lauf lassen kann? Dafür, dass dabei am Ende trotzdem ein immerhin halbwegs kohärentes, zumindest aber weitgehend unterhaltsames Ergebnis herauskommt, sorgt Miike mit seiner langen Erfahrung und hier mal wieder deutlich spürbaren Lust am Erzählen.

Zur Story muss nicht viel gesagt werden: Ein Yakuzaboss wird von einer feindlichen Organisation ermordet, entpuppt sich dabei als waschechter Vampir, gibt die Führungsverantwortung und seine besonderen Kräfte weiter an seinen jungen Protegé, der dann schließlich mit den Angreifern sowie den Verrätern in den eigenen Reihen aufräumt – und sich dabei einer wachsenden Armee von Blutsaugern erwehren muss. Bei denen es sich nicht etwa um normale Vampire handelt, sondern um sich dementsprechend danebenbenehmende Yakuza-Vampire. Ab spätestens der Hälfte der Laufzeit dreht sich die Handlung eigentlich nur noch um einen episch absurden Dreifrontenkrieg: Yakuzas gegen Yakuza-Vampire gegen die yakuzafeindliche gegnerische Organisation, die in ihren Reihen etwa auch einen Schildkrötendämon und einen Froschterroristen hat.

Hier gibt es kaum einen Einfall, der zu bescheuert wäre, um nicht eingebaut zu werden – entsprechend wahnwitzig (und gegen Ende sogar größenwahnsinnig) fühlt sich YAKUZA APOCALYPSE dann auch an. Zuweilen geht das allerdings arg zu Lasten des Tempos; die ohnehin sehr dünne Handlung dehnt sich vor allem im letzten Drittel über manchmal, den kaum noch zählbaren Bossfights zum Trotz, ganz schön ermüdende Längen.

Da kann es dann bei aller Farbenfrohheit und Durchgeknalltheit schon mal passieren, dass man das Interesse verliert. Zudem ist es schade, dass die beißende Persiflage von Yakuza-Klischees vom Anfang des Films bald eher sehr plattem Humor weicht. Die Fights dagegen sind vielleicht zu zahlreich und nicht immer spektakulär, dafür aber ziemlich hart.

Insgesamt ist YAKUZA APOCALYPSE sicher kein Meisterwerk, dafür wirkt die bunte Bizarrerie teils einfach zu beliebig, manchmal auch zu albern, und dafür ist die Story selbst auch zu beschränkt. Ein schräges Erlebnis und, mit dem richtigen Publikum, eine schöne Party ist das Ganze aber allemal. Von mir gute 6 Punkte; wer weniger übermüdet ist als ich, feiert bis zum Ende mit und bewertet vermutlich noch etwas besser.
todaystomorrow
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

20.08.2015, 02:17


Suckuza Strickopalypse

von Herr_Kees
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In Stuttgart – trotz DEATHGASM, TURBOKID lief noch nicht – der erste richtige Festivalfilm, der mit Szenen- und Schlussapplaus gefeiert wurde (wenn auch nicht von allen).

Bei Miike liegen Ernst und Spaß, Drama und Trash, Vampire und Yakuza ja nah beieinander – deshalb werden sich bei seiner Yakuza-Parodie wohl vor allem die Hardcorefans (sowie vielleicht noch Freunde von Helge-Schneider-Filmen) amüsieren, denn Miike verweigert nicht nur eine Handlung, er lässt z. B. auch Martial-Arts-Geheimwaffe Yayan Ruhian (THE RAID) nicht richtig kämpfen und bietet stattdessen Froschkarate vom Feinsten. Gut so – stay foolish!
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

27.08.2015, 01:21


Turbulentes Game

von landscape
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Wie in einem Game, bei dem der Vampir-Yakuza sich Level um Level hocharbeitet, spult sich dieser Spaß ab, und – Apokalypse deutet ja schon drauf hin – es läuft auf eine Art Endkampf hinaus...
Schön bescheuerte Ideen halten einen derweil bei der Stange, aber ich verstehe auch die, die meinen, das Ganze ist doch ein wenig lang. Aber es gibt viel viel zäheres japanisches Kino, hier ist man als Europäer doch ganz gut aufgehoben.
Keine Ahnung, ob ein Manga als Grundlage diente, würde mich nicht wundern.
Schönes Teil für zwischendurch, passt gut ins Festival rein.
landscape
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

31.08.2015, 20:59


2 Stunden Gehirnfurz... aber auch lustig

von Leimbacher-Mario
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Yakuza, Vampire & mittendrin ein riesiger Plüschfrosch als Mischung aus Bruce Lee, Kermit & einem Reiter der Apokalypse. Mehr brauche ich eigentlich nicht sagen über das neueste, wieder mal kontroverse Werk des Vielfilmers Takashi Miike. Für Fans des umstrittenen Meisters sicher ein Must-See, vollgestopft mit kranken Ideen & so etwas wie ein Nonstop-Best-Of, das keine Gefangenen nimmt oder Kompromisse macht. Hat in einigen Szenen richtig Spaß gemacht, gerade im Kino mit vielen Fans, & man staunt über den kompromisslosen Wahnsinn - aber trotzdem bleibt insgesamt zu oft Kopfschütteln, Leerlauf & Entsetzen. Hätte ich ihn zu Hause gesehen, wär ich mir schnell blöd vorgekommen. Ein auf & ab durch den Ideenpool eines Querdenkers & Verrückten.

Der Hauptdarsteller ist ein Star, nicht nur äußerlich, sondern auch vom Können. Absolut sehenswert! Viele Ideen & Dialoge sind einfach nur zum Wegschmeißen & so manch ein Kampf ist sehenswert (außer dem finalen Kampf, der an Dummheit grenzt, die dann wieder was lustig ist!). Aber trotzdem blieb bei mir ein verwirrt-fader Beigeschmack, sodass ich "Yakuza Apocalypse" nicht als einen seiner besseren Filme einordnen würde. Eher wie ein Ausleben der wildesten Träume &, wie gesagt, Überblick über sein Schaffen, Beispiel seines Mutes. Für Miike-Neulinge sicher interessant & extrem gewöhnungsbedürftig zugleich. Aber man weiß eigentlich, worauf man sich einlässt. Sogar geübte Fans werden überrascht sein, was der nie berechenbare Maestro diesmal zusammengebraut hat - ein wirklich wildes Potpourri. Manchmal weiß man vor lauter sinnlosem Durcheinander gar nicht, wer da gegen wen kämpft, wer davon gut ist & warum eigentlich. Muss ja nicht sein, ist nur Nebensache.

Hatte seine Momente, insgesamt aber doch eindeutig zäh. Viele Witze wiederholen sich, nicht alle treffen ins Schwarze. Das Ende zieht sich wie ein rosaner Weltuntergangs-Kaugummi, trotz zahlreicher genreübergreifender Referenzen von Bruce Lee bis Godzilla. Fast noch anstrengender als das überladene Ende, falls man das bei so einem Hirnfeuerwerk überhaupt noch auf die Spitze treiben konnte, sind die vielen ernsten Liebesszenen, die es nicht gebraucht hätte. Ernstnehmen oder mitfühlen ist hier eh nie angesagt. Wenn man den Film nachts nach einer Party guckt & am nächsten Morgen aufwacht, wird man nicht sicher sein, ob man das nicht nur geträumt hat. Wenn man nicht eh eingeschlafen ist. Kann man als Müll bezeichnen, kann man sich vor verbeugen - beide Seiten verstehe ich! Toll wäre, wenn mehr Regisseure auf der Welt solche Ideen- & Arbeitsfreiheit hätten.

Fazit: kranker als die meisten Fieberträume & gefühlt endlos... ein Miike-Overdrive & richtig sinnlos. Aber Spaß hatte ich schon!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

14.04.2016, 11:10




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