Alienoid: Return to the Future

The Girl who shoots Thunder vs. The Sorcerers of Twin Peaks

von Herr_Kees
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Der erste ALIENOID war vor einem Jahr ein herrlich kindischer Spaß, der mit Leichtigkeit zwischen SciFi und Swordsplay wechselte. Wer Teil eins verpasst oder nicht mehr präsent hat, kommt in die Fortsetzung trotzdem rein, denn ein großer Part des Films erzählt uns, was bisher geschah und zeigt auch den Showdown nochmals aus anderer Perspektive.

Der Perspektivwechsel ist leider auch die größte Schwäche des Films: Zum einen bleiben wir nun viel zu lange im alten China, zum zweiten dreht sich fast der ganze Film nur noch um eine Person, nämlich die inzwischen erwachsen gewordene Ean und zum dritten nehmen die „komödiantischen“ Elemente überhand. Bisweilen kommt einem der Film vor wie eine historische Verwechslungskomödie – mit Aliens.

Das führt auch dazu, dass man – trotz vieler wiederholter Szenen – bald den Überblick verliert, wer jetzt gerade die magische Klinge besitzt, wer sich mit wem verbrüdert hat und wer Host eines Aliens ist. Auch die Action lässt zu wünschen übrig, sieht man mal von einer finalen CGI-Schlacht mit magischen Effekten ab, die glatt als AVENGERS-Parodie angelegt sein könnte.

Vom Guilty Pleasure des ersten Teils sind hier leider nur noch ein paar traurige Reste übriggeblieben.
Herr_Kees
sah diesen Film im EM, Stuttgart

05.02.2024, 13:41


Quantensprünge & Quasselstrippen

von Leimbacher-Mario
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„Alienoid 2“ hat noch eine Rechnung mit den bösen Aliens offen und setzt direkt nach dem Cliffhanger des ersten Teils an. Eine kleine Zusammenfassung gibt es. Doch dann geht’s in die letzten Irrungen, Wirrungen und Kämpfe durch Zeit und Raum mit den fiesen Invasoren, die noch immer kurz davor stehen die Atmosphäre der Erde zu verändern und unsere Spezies auszulöschen…

Außerirdische auf Abwegen

Während der erste „Alienoid“ noch ganz gut als Korea-Bombast ohne viel Tiefe oder Anspruch die Filmfankehle runterging, kann dieser Part II deutlich weniger überzeugen. Mehr Comedy, mehr Augenzwinkern, weniger Story, alles aufgeblasener und gestreckter. Da bleibt natürlich ein blöder Beigeschmack, dass das kein epischer Zweiteiler insgesamt hätte sein müssen. Die Effekte sind sehr solide und eigentlich auf Hollywoodniveau - was heutzutage leider auch kaum noch Kompliment ist. Denn ich meine da eher „Morbius“ als „The Creator“. Die Figuren bleiben quirlig und comichaft unterhaltsam. Die besten kommen in der Fortsetzung jedoch zu kurz (Thunder). Und insgesamt verläuft sich das alles in einem Mix aus Blödeleien und Superheldenactionbombast. Handfeste Wuxia-Fights sind Mangelware. Die Aliens sehen aus wie frisch aus der Retorte. Austauschbar und egal. Der Korea-Kitsch sitzt mal wieder wie angegossen, damit muss man umgehen können. Bei guten Filmen ist das einem schnell egal. Doch „Alienoid 2“ sehe ich nicht als guten Film und über weite Teile sogar überflüssig. Dann stößt das noch übler auf. Ein paar der Charaktere lösen aber immerhin nach diesen gefühlt siebzehn Stunden ein bisschen Sympathie aus. Sie erhalten den Funken, dass einem das artifizielle Brimborium nicht ganz am Allerwertesten vorbeigeht. Aber im Grunde ist das auf dem Level der schwächeren Ableger des MCU - oder nicht weit davon entfernt. Im Positiven wie Negativen. Das darf das koreanische Kino auch - ich greife dann jedoch eher z. B. auf deren exzellente, eiskalte Thriller zurück. „Alienoid 2“ bzw. das gesamte zweiteilige Epos bekommt in diesem Leben von mir sicher keinen Rewatch. Da habe ich einfach keine Aktien im Spiel. Überdreht und überlang. Ohne Fokus, ohne Fallhöhe.

Fazit: Länger, loser und labender - dieser Zweiteiler hätte insgesamt nie und nimmer so ausgewalzt werden dürfen. Korea macht’s wie Marvel und Co. in Hollywood, teilweise sogar noch schlimmer. Seelenloses Kuddelmuddel, das über einen herprasselt wie Regen aus der Pixelkonserve. Insgesamt kann ich „Alienoid 1+2“ nur hartgesottenen Korea-Allesguckern empfehlen. Löst in mir bestenfalls ein Schmunzeln aus. Leere Kalorien.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

05.02.2024, 18:45


Review

von traab
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"외계+인 2부" (KR, 2024), international als "Alienoid 2: The Return to the Future" veröffentlicht, setzt die Geschichte des 2022er "Alienoid" fort und bietet einen wilden Mix aus ostasiatischer Kampfkunst und Science-Fiction.

Ich möchte nicht ungerecht sein, aber "Alienoid 2" war wirklich eine schwierige Angelegenheit für mich. Obwohl ich den ersten Teil vor gut einem Jahr gesehen habe und es glücklicherweise am Anfang einen kleinen Recap bzw. nochmalige Introduction in die Geschichte gibt, habe ich absolut nichts verstanden, was da eigentlich auf der großen Leinwand passiert ist.

Die soliden Effekte, das überzogene Schauspiel und der hochwertige Filmlook passen zum koreanischen Kino, aber inhaltlich halt völlig konfus und undurchsichtig. Und mit dieser Einschätzung war ich im Kino auch nicht alleine, wie ich beim netten Plausch danach von einigen Festival Besuchern hören durfte, bei denen der erste Teil nicht so lange her war wie bei mir.

Vielleicht liegt es auch daran, dass der Film nicht nach dem ersten Teil spielt, sondern parallel dazu, falls ich dies richtig eingeordnet habe.

Für mich konnten die humoristischen Einlagen überhaupt nicht funktionieren, was den Film noch schwieriger für mich machte - aber offensichtlich haben das andere im Kino ganz anders gesehen, was man unschwer durch das laute Gelächter überhören konnte.

Für Zuschauer, die auf großes Spektakel stehen und sich nicht davon abschrecken lassen, einen Film ohne klaren Zusammenhang zu sehen, könnte "Alienoid 2" dennoch unterhaltsam sein. Es ist jedoch dringend ratsam, vorher den ersten Teil anzusehen, um dem Geschehen überhaupt in Ansätzen folgen zu können.

"Thunder! Thunder!"
traab
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt - Original-Review

12.02.2024, 11:34




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