crazy

Appofeniacs

Deepfake it till you make it

von D.S.
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APPOFENIACS bildet gemeinsam mit GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE so etwas wie die aktuelle Speerspitze der apokalyptischen Zukunftsvisionen zum Thema „KI und die Folgen“. Er ist dabei zwar natürlich deutlich weniger groß budgetiert als der Trip von Gore Verbinski, dafür jedoch wesentlich, wesentlich brutaler und mindestens genauso überdreht. Im Mittelpunkt der episodenhaften Handlung steht eine Deepfake-App, die in die Hände eines rachsüchtigen Losers fällt. Er nutzt sie ohne Hemmungen und löst dadurch eine Reihe unschöner Ereignisse im Leben verschiedener Menschen aus, die immer weiter eskalieren – bis sich die Handlungsfäden in einem sensationell blutig-komischen Finale kreuzen.

Die Erzählung ist – abgesehen von einem kurzen Durchhänger ungefähr in der Mitte des Films – großartig unterhaltsam gestaltet, temporeich und so gemein wie clever. Vor allem, da das dargestellte Szenario nicht wirklich weit weg von den bereits heute vorhandenen technischen Möglichkeiten angesiedelt ist (man denke an den Fall Christian Ulmen/Collien Fernandes), sorgt sie auch für mitunter starke Beklemmung. Allerdings ist das Geschehen hier derart überzeichnet, dass der Eskapismus-Aspekt doch deutlich überwiegt. Zum Ende hin bekam ich jedenfalls vor lauter Absurdität und gnadenlos aufgedrehtem Gore-Level kaum noch den Mund zu und hatte dank fassungslosem Lachen glatt Tränen in den Augen.

Für mich ganz klar ein Highlight des diesjährigen Programms, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Gute 7,5 von 10 Punkten.
D.S.

21.03.2026, 18:19


Deepfakes of Death

von Leimbacher-Mario
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„Appofeniacs“ wirkt als hätte man die wild-videotischen Tarantino-Epigonen der 90er mit dem aktuellen Hype, Wahnsinn, Angstrundumschlag rund um K.I. gekreuzt - herausgekommen ist eine genauso schmissige, unberechenbare, blutige wie nervige, oberflächliche, freche Hatz. Über ein paar absolut unsympathische Figuren in einer verkappt-gekippten Welt, in der man nicht mehr glauben kann, was man sieht und mehr Panik als gesunder Menschenverstand regiert…

A.I. Unchained

So ganz weiß man bei „Appofeniacs“ (fragt mich nicht wofür das steht) nie wo man dran ist. Realität und K.I. kreuzen sich, immer in-your-face, sehr direkt und doch unterschwellig ziemlich undurchschaubar. Episodisch, verschachtelt, sprunghaft. Und nervig ohne Ende zum Großteil. Ich glaube hier meint jemand, er wäre weitaus genialer und cleverer als er eigentlich ist. Eine Abrechnung mit Los Angeles. Eine Warnung Hals über Kopf. Warum mir der scharfe Querschläger dennoch nicht allzu übel aufschlägt? Weil ich das Konzept mag und einzelne Momente Szenenapplaus ziehen, weil „Appofeniacs“ doch ganz gut in die aktuelle Zeit und Generation passt, weil er eben maximal unberechenbar scheint. Mich hätte nicht überrascht, wenn am Ende gestanden hätte: „Dieser Film wurde größtenteils mit K.I. gemacht“. Hat er allzu viel zu sagen bzw. bezieht deutlich Stellung? Eher nicht. Ist der Mittelteil lahm und misslungen? Eher ja. Sind das wohl etwas zu viele Figuren und die dazu noch wie gesagt höchst unleidlich und ätzend? Leider ja. Und trotzdem ist „Appofeniacs“ kurzweilig und kreuzkonfus genug, um einen zumindest bei der splattrigen Stange zu halten. Man will schon wissen, was hinter der nächsten Ecke lauert. Ein gewisser Trashfaktor ist auch kaum zu leugnen. Zumindest näher als echter Anspruch. Wahnsinn ohne Methode. Selbst wenn sich das psychosexuell-digitale Treiben wohl eher für einen geilen Trailer als einen durchgehend guten Film anbietet.

Fazit: Interessante Ideen von heute, episodisch-aggressiver Aufbau wie in den 90ern und komplett nervtötende Figuren wie selten… Plus ein explosives Splatterfinale. Und einem langen Hänger in der Mitte. „Appofeniacs“ macht ein paar Sachen verdammt richtig, einige aber auch frustrierend dumm. Inhalt wird nicht hängen bleiben. Konzept könnte es schon eher.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

17.04.2026, 18:43




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