crazy

Bamboo Revenge

Ich säe auf dein Grab!

von Leimbacher-Mario
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„Bamboo Revenge“ aka „Moso“ kombiniert theoretisch Rape'n'Revenge recht interessant mit Pflanzenhorror („Ruinen“, „Shrooms“) - jedoch leider nur mit sehr durchwachsenen Ergebnissen… Erzählt wird in dem „Botanikerrevenger“ (wird das ein neues Subgenre?!) von einer jungen Frau, die nach einer Partynacht in der Pampas ihre Schwester sucht - und die dafür die womöglich verantwortlichen Herren auf den nasskalten Waldboden gefesselt hat, wo unter ihren Ärschen „Turbo-Bambus“ in die Höhe sprießt und sie aufzuspießen droht…

Wenn dir dein Blumenbeet in den Rücken fällt…

Was auf dem Papier nach einem cleveren, umgedrehten Slasher düngt, sieht in der Tat dann leider wesentlich dünner, dümmer und tatenloser aus als man sich das grün ausmalt. Sowohl die schweinisch-feigen Männer als auch die rachsüchtige Dame bleiben blass und blöd. Die Kills sind halb so wild und gory wie man sich das vorstellt. Am waldigen Setting und aalglatten Look hat man sich schnell satt gesehen. Alles ist weder stylisch noch hart oder herzlich geschweige denn wirklich böse. Es bleibt ein zartes Pflänzchen der Rache und Ratlosigkeit. Am Thema „Glauben wir weiblichen Anschuldigungen denn nun?“ wird vorbeigearbeitet. Ganz zu schweigen davon, dass man genau das mittlerweile eh schon zu oft gesehen und durchdekliniert hat. Und „Bamboo Revenge“ macht aus seiner erdig-exotischen Idee einfach viel zu wenig, bleibt viel zu vage, hat auch etliche richtig dumme Stellen und kann sich nie ausreichend zwischen Anspruch und Exploitationer entscheiden. Und dann wird’s halt manchmal besonders bitter, wenn man unter solchen filmischen Identitätsproblemen leidet plus auch noch technische Mängel (schlechter, zu langsamer Schnitt; einmal sieht man beispielsweise, wie der Kameramann Gestrüpp umknickt mit seinen Füßen am unteren Bildrand) vorzuweisen hat…

Der kleine Horrorschaden

Fazit: Ab ins Beet - Sonderedition… „Bamboo Revenge“ ist hohl, hart und mit Wachstumspotenzial. Genau wie sein bevorzugtes Todesinstrument.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

19.09.2025, 02:21


Ein Bett im Bambusfeld

von D.S.
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GEO, dein Entdeckermagazin, präsentiert dir heute: die faszinierende Flora und Fauna Frankreichs! Hier gibt es Wälder, die unglaublich klein sind – von einem weitläufigen Partygelände mit Pool in der Mitte des Forsts sind es nur fünf Minuten bis zum Wohngebiet und gar nur ein paar Schritte bis zum Gebäude der botanischen Fakultät – und gleichzeitig unglaublich dicht und unübersichtlich: Wenn hier jemand schreit, hört es niemand; wenn hier jemand versteckt und gefoltert wird, findet ihn niemand. Selbst, wenn ein großer Suchtrupp der Polizei das Gelände voller Dringlichkeit (und mit schicken roten Pyros, die bedeutungsschwanger in die Luft gereckt werden) durchsucht. Außerdem wachsen hier auch superexklusive Bambussonderformen, die binnen Tagesfrist aus dem Boden einen Meter in die Höhe rasen und dabei menschliche Körper wie nix durchfräsen können …

Hätte sich der Film mit Inbrunst in seinen mehr als fragwürdigen Prämissen ergangen, hätte er ein kleines Trash-Fest werden können. Hat er leider nicht. Stattdessen präsentiert er uns ein Krimi-Szenario, in dem eine junge Frau nach ihrer Schwester sucht, die am Ende einer bräsigen Party im Wald verlorengegangen ist, und drei Männer in Bambus-Gewahrsam genommen hat, die sie verdächtigt, etwas mit ihrer Abwesenheit zu tun zu haben. Nun sollte man einen Film niemals für seine eigenen fehlgeleiteten Erwartungen in Haftung nehmen, aber ich muss zugeben: Ich hatte auf ein wenig Splatter und Gore gehofft. Für alles andere klang die Tödlicher-Bambus-Idee einfach zu bescheuert. Leider bekommt man davon jedoch leider so gut wie nichts geboten. Ja, es gibt (schwere) Verletzungen und Schlimmeres zu goutieren, daran ist Bambus jedoch nur sehr bedingt beteiligt. Vor allem aber ist der Impetus des Films ein anderer. Mehr ein Whodunit, mehr Krimi, mehr TATORT: BAMBUSWALD als Genrespaß.

Kurz gesagt: Hier passiert zu wenig Interessantes, hier fehlt es an (Herz-) Blut, hier fehlt es an Spannung. Zu brav, zu lahm, zu ernsthaft für seine dämlichen Rahmenbedingungen – und storyseitig andererseits bei Weitem nicht bösartig genug, um ernst genommen werden zu können. Ein paar minimaler Schauwerte wegen vergebe ich knappe 5 Punkte. Aber eigentlich sind die noch zu viel.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

19.09.2025, 04:26




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