Blades of the Guardians

Namen wie Sandkörner im Wind

von Leimbacher-Mario
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Yuen Woo-Ping fährt mit „Blades of the Guardians“ nochmal sehr viel auf von dem, was ihn als Stuntchoreograf und -koordinator weltweit berühmt, stilprägend und verehrt hat werden lassen (von seinen vielen Zusammenarbeiten mit Jackie Chan bis in die „Matrix“ von Hollywood), wenn in dieser aufwändigen Mangaverfilmung dutzende Figuren und Namen genannt werden, die in wilden Wüstenschlachten um die Vorherrschaft und das Leben eines kleinen Waisenjungen kämpfen…

Yuen Woo-Ping's „Fury Road“?!

„Blades of the Guardians“ ist ein typischer aktueller Chinablockbuster - dem Woo-Ping allerdings als alter Hase und spürbar absolute Legende seines Fightingfachs genug Meisterschaft, Kreativität, Wucht und Energie verleiht, um ihn nicht zur reinsten oberflächlichsten Materialschlacht werden zu lassen. Die kurze Szene im Abspann, wo er mit seinen Buddys über eine Art Staffelstabübergabe an die jüngere Generation spricht, ist sehr süß und charmant und passend. Und natürlich hätte „Blades of the Guardians“ noch besser und brachialer sein können. Der neueste und unsterbliche moderne Wuxiaklassiker ist's für mich sicher nicht. Aber wenn er damit nun das Business verlässt und seine wohlverdienten letzten Jahre im Ruhestand genießt, dann geht er hiermit definitiv mit einem nicht zu unterschätzenden Knall. „Blades of the Guardian“ leidet etwas unter seinem künstlichen Look, der teilweise sogar reale Drehorte wie Greenscreens erscheinen lässt. Die fast schon lächerlich vielen Namen, Charaktere und Konflikte sind inhaltlich und von der Fallhöhe sehr nah an Schall und Rauch. Und manch ein Einsatz von computergeneriertem Blut und CGI-Schwertklingen durch Körper gebohrt sind ärgerlich. Doch wenn die eigentliche Action dann anrollt - z. B. als Highlights vor brennender oder sandstürmiger Kulisse - dann macht das ordentlich Eindruck, dann klirrt und kracht das gewaltig, dann ist das schon auf dem massiv hohen Niveau, das man an Woo-Ping anlegt. Und er auch von sich selbst erwartet. Da hat der „alte Mann“ wenig verlernt und lässt Wu, Tse und Co. durchaus in die Vollen gehen. Auch Jet Li in einer starken Kampfsequenz nochmal in Aktion zu erleben ist beachtenswert und toll für jeden Martial Arts-Fan. Es wird geschwebt, geschnitten und gesaltot. Alles dabei, alles beeindruckend. Wenn's an's Eingemachte geht. Der Rest dazwischen … das Menschliche und das Dramatische … das Komische und der Sinn … geschenkt.

Dünen'sty Warriors

Fazit: Wildes Wüstenwuxiawimmelbild der wahnsinnigen Fights und wahnsinnig flachen Figuren, Handlungen und Konflikte. Episches Schwertklirren in Sandstürmen - elendiges Erzählen im Niemandsland. Trotzdem ein mächtiges Chapeau vor Altmeister Woo-Ping!
Leimbacher-Mario

29.08.2026, 12:46




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