Sex and Violencevon D.S. | Permalink |
Diego und Sage (Maddie Hasson, MALIGNANT), ein junges Paar im angespannten Beziehungszustand, erleben den Albtraum aller AirBnB-Nutzer: Die sorgfältig ausgewählte Villa am See wurde gleichzeitig an ein anderes Pärchen vermietet. Die nur wenig nach ihnen aufkreuzenden Eindringlinge geben sich zunächst unkompliziert und freundlich, also beschließt man kurzerhand, die geräumige Unterkunft einfach miteinander zu teilen. Aber steckt da nicht vielleicht doch ein bisschen mehr hinter der harmlosen Oberfläche? Was folgt, lässt die Wahl von „Sex and Violence“ von The Exploited als Titelsong nicht unbedingt zufällig erscheinen. Bei fortschreitender Laufzeit erinnert das gut gecastete und visuell bestechende vierte Feature von Mercedes Bryce Morgan (STARGATE ORIGINS) immer stärker an eine noch pervertiertere (und sexgefüllte) Version von SPEAK NO EVIL, die im Finale gekonnt Suspense aufbaut und auch das Blut spritzen lässt. Ein hochwertig umgesetzter, durchweg fieser Thriller. Knappe 7 Punkte. (gesehen in Sitges 2024) | |
06.08.2025, 18:34 | |
Villa Crystal Dildovon Leimbacher-Mario | Permalink |
„Game Night“ meets „Ready or Not“ meets „Speak No Evil“ meets Swingerclub?! „Bone Lake“ ist ein Mix mit Pfeffer im Hintern und lässt ein Paar ein abgelegenes Luxushaus für ein romantisches Wochenende mieten, nur um dann festzustellen, dass es zu einer Doppelbuchung kam und die beiden sich die Villa mit einem weiteren Pärchen teilen müssen. Doch nachdem die attraktiven Fremden anfangs noch etwas Wein und Würze in die Sache bringen, offenbaren sich recht schnell Risse in den Pärchenkonstrukten… Treuetest der Psychosorte „Bone Lake“ ist nicht wirklich ein Mysterythriller. Er läuft auch nicht wirklich auf einen Twist hinaus. Ein paar Finten oder „Oha!“ gibt's vielleicht auf dem Weg. Doch die meiste Zeit liegen die Karten deutlich, durchdacht und druckvoll auf dem Tisch. Attraktive Menschen, spaßige Blutbäder, doppeldeutige Dialoge, anzügliche Andeutungen. Trotzdem eindeutig amerikanisch, denn während der Blutzoll ungehemmt in die Höhe schwappt, wird sexuell viel um den heißen Brei herumgeredet, wenig wirklich gemacht und gezeigt. Aber erotisches Kopfkino funktioniert ja auch! Slasherige Anflüge punkten weiter bei mir. Ein Schachspiel zwischen unanständigen Gedanken und zögerlichen Taten. Insgesamt ziemlich befriedigend - besonders mit erleichterter (und teils verlegener?) Festivalmeute im Rücken. Aber der funktioniert in Zukunft auch völlig zu Hause auf der Couch. Vielleicht bei einem gemütlichen Pärchenfilmabend unter Freunden… Egal ob mit oder ohne gewisse Vorzüge. Kokettierendes Double Feature mit „Companion“. Unter der Oberfläche blubbert's gewaltig Fazit: Erotisch aufgeladen. Blutüberströmt und Spaß dabei. Sexy, verspielt, böse, trotzdem mainstreamig. Ein weiterer kurzweiliger, schön saftiger und (trotz seiner Härten und Perversionen) relativ leicht zugänglicher Pärchengenrefilm! | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 23.09.2025, 01:21 |
50 Shades of Mehvon Herr_Kees | Permalink |
Der Film läuft noch keine Minute, da werden einem nackten Typen schon die Eier vom Pfeil einer Armbrust durchbohrt. Ein neuer Hardcoresplatter erwartet uns in BONE LAKE allerdings nicht. Auch der Song zum Intro, „Sex & Violence“ von The Exploited, verspricht ein bisschen mehr, als der Film tatsächlich einlöst, obwohl es beides gibt. Aber der Reihe nach: BONE LAKE gehört zum Minisubgenre „doppelt gebuchtes Airbnb“. Zwei junge Paare beschließen, aus einem Buchungsfehler das Beste zu machen und das großzügige Anwesen übers Wochenende einfach zu teilen. Zwischen Möchtegern-Schriftsteller Diego und seiner ihn finanzierenden Freundin Sage läuft's sexuell nicht mehr so gut, während Brett und Cin (!) das Traumpaar schlechthin zu sein scheinen. Aber wie das so mit dem Schein ist: Er trügt mal wieder. Das edle Herrenhaus verbirgt nämlich ein paar Geheimnisse hinter sorgfältig verschlossenen Türen. Und einige der Urlauber legen nach und nach ein etwas merkwürdiges Verhalten an den Tag, bei dem man erst nicht so recht weiß, ob es nur verführerisch oder schon psychopathisch ist. Der Film verrät seinen ersten Twist schon in der Mitte, was den Zuschauenden allerdings sehr entgegenkommt, denn das Herumscharwenzeln bis dahin ist alles andere als abendfüllend. Zwar gibt der Film sich sexy und schamlos, ist letztlich aber mindestens so prüde wie jeder andere amerikanische Film auch: Beim Sex wird schön das Oberteil anbehalten (oder Hände auf die Brust gepresst) und eine Decke über die „private parts“ gebreitet, lediglich das nackt fliehende Pärchen zu Beginn wurde wohl genau für ein wenig „full frontal“ eingekauft. Das musste dann wohl mit ein paar überraschenden Gewaltspitzen wettgemacht werden, sowohl Chekhovs Axt als auch Chekhovs Kettensäge und Chekhovs Außenbordmotor finden pflichtschuldig Verwendung. BONE LAKE ist stylisch gefilmt, die zweite Hälfte genregerecht spannend und gegen Ende sogar nochmal etwas splattrig (s. o.), so dass man alles in allem zwar über die konstruierte Geschichte und die Logiklücken hinwegsehen mag, einen besonders cleveren Genrebeitrag hat man aber trotzdem nicht geschaut. | |
16.02.2026, 18:35 | |
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