Carolina Caroline

Sunny & Leid

von Leimbacher-Mario
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Nachdem mich Regisseur Adam Rehmeier vor 6 Jahren mit „Dinner in America“ auf dem Festivalzirkus voll überzeugen konnte, geht nun sein neuester Streich, „Carolina Caroline“, ein wenig in diesem Kinojahr unter. Unberechtigt, muss man sagen, denn auch wenn auf dem Papier diese klassische und zurückgelehnte „Bankräuberlovestory“ an gewohnte Muster der Filmhistorie erinnert, macht diese elegante Charakterreise zwischen Glück und Abgrund doch viel mehr her als man meinen könnte…

(Not so) Sweet Caroline

„Carolina Caroline“ ist für mich nicht ganz so gut wie „Dinner in America“. Aber diese Hürde war auch massiv. Wo Letzterer Punk ist, ist dieser neue Wurf deutlich näher am Country. Er singt, flirtet oder holt keine Sterne vom Kinohimmel. Und trotzdem war ich schon meistens gebannt von dem räuberischen Treiben. Weaving habe ich nie besser gesehen. Sie ist das Herz dieser Verhaltens- und Charakterstudie, dieser Suche nach dem Glück, von diesem sinnlichen Scheitern. Gallner ist eh faszinierend, auch wenn er aufpassen muss nicht auf diese Badboyrollen festgelegt zu werden. Und die Chemie der beiden fetzt und prickelt. Der Countryrocksoundtrack ist feinste amerikanische Sahne. Und Miss Weaving ist und bleibt ein absolutes Babe. Hier zeigt sie mehr Facetten als je zuvor. Und wenn sich das Ganze in ernstere Richtungen dreht, dann ist man schon gefesselt zwischen „Warum gerade den beiden?!“ und „Irgendwie haben sie das auch verdient“. Richtig böse, bitter oder pfeilschnell wie Vergleichbares etwa aus den 90ern, post-Tarantino, wie „Natural Born Killers“, „Kalifornia“, „True Romance“ oder „Love and a .45“, wird „Carolina Caroline“ jedoch nie. Ganz im Gegenteil. Richtig die Handbremse wird nie gezogen. Und irgendwie hat dies etwas erfrischendes Altmodisches und Charakterbezogenes, näher an den 70ern als an MTV und den 90ern… Rückgeld mit Haken.

Heists, Haare & Haariges

Fazit: Crime, Country & Crossroads… „Carolina Caroline“ ist mehr als nur „Bonnie & Clyde '26“. Tiefer, hübscher, melancholischer, intimer. Selbst wenn manch eine Abzweigung sehr langsam, sehr intern und sehr „geübt“ genommen wird…
Leimbacher-Mario

16.07.2026, 21:41




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