The Cleaning Lady

Tiefschlag mit Längen

von cthulhu314
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Der Film beginnt mit einem Schlag in die Magengrube und entwickelt sich dann erst mal gemächlich. Dabei werden die beiden Hauptfiguren gut in Szene gesetzt, die erst sehr oberflächlich wirkende Protagonistin gewinnt schnell an Tiefe und die titelgebende Cleaning Lady kommt auf eigenständige Art mysteriös daher. Und wenn man sich ans Plätschertempo gewöhnt hat, kommt der nächste Tiefschlag daher.

Ich war nicht vollends begeistert, die erste Hälfte hat kleinere Längen und später nervt der eine oder andere merkwürdige Zufall, um die nicht allzu komplexe Story in die vom Autor gewünschte Richtung zu leiten. Trotzdem ein Film, der in Erinnerung bleibt, dank gut eingesetzter Schock- und Ekelmomente und guter Charaktere.
cthulhu314
sah diesen Film im Cinestar, Berlin

12.09.2018, 12:11


Putzt gut was weg

von Leimbacher-Mario
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"The Cleaning Lady" handelt von der ungewöhnlichen Verbindung und Freundschaft zweier unterschiedlicher Frauen und wie diese aus den Fugen gerät und gleichzeitig enger denn je wird... Das Horrordrama hat was. Vor allem die tragische und verstörende und toll gespielte Figur der entstellten Putzfrau. Wie eine mainstreamigere Version von "The Eyes of My Mother", ohne je an dessen Kraft und Brillanz heranzureichen. Für den großen Wurf hätte man aber auf fast allen Leveln mehr in die Vollen gehen müssen.

Was macht eine Welt voller Schmerzen, Hass und Scheisse mit einem? Wie siehst du nach einem Martyrium die Welt? Kann Unschuld bewahrt werden? Wie weit sollte man gehen, um Süchte und schlechte Angewohnheiten abzulegen? "The Cleaning Lady" stellt vieles in den Raum, reißt einiges an, legt sich jedoch nie fest und wirkt teilweise fast etwas unfokussiert und wabbelig, unentschlossen und ratlos. Drama, Thriller, Psychostudie, Slasher - und keines davon wirklich. Am Ende bleibt nur Rachel Aligs schmerzhaft gute Darstellung der eigenartigen "Facility Managerin" und ihre hart anzusehende "Entstehungsgeschichte". Abhängigkeit kann die Hölle sein. Und pass auf, wen du für dich schwarz arbeiten lässt...

Fazit: keine neue Horrorikone, aber eine feine Studie über Schmerz und wie sich dieser auf die Seele und den Charakter legt. "The Eyes of My Mother" in platter und zugänglicher. Kann man machen. Starke Darstellerin der eigentümlichen Putzfrau!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

15.09.2018, 02:34


Reinemackefrau

von D.S.
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THE CLEANING LADY von Jon Knautz basiert auf seinem gleichnamigen Kurzfilm. Den kenne ich zwar nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass die hier erzählte Story im Kurz- besser funktioniert als im Langformat: In der vorliegenden Fassung jedenfalls gibt es, besonders in der ersten Hälfte, immer wieder Momente, die viel zu lange andauern und Sequenzen, die wenig zur Handlung oder auch der Atmosphäre beitragen und zugunsten von mehr Tempo hätten herausgeschnitten werden können.

Trotz solcher Pacing-Probleme kann der Film mit seiner ungewöhnlichen Story aber größtenteils unterhalten und sorgt vor allem mit der seltsamen Titelfigur nachhaltig für Eindruck. Für Freunde des etwas abseitigen Psychothrillers deshalb allemal eine Sichtung wert – THE CLEANING LADY wirkt deutlich runder als etwa Knautz’ vorheriger Langfilm GODDESS OF LOVE (von seinem B-Slasher GIRLHOUSE wollen wir hier gar nicht erst reden), da er sich diesmal nicht nur auf die körperlichen Reize seiner sowohl-dort-als-auch-hier-Hauptdarstellerin Alexis Kendra und ein paar schräge Inszenierungsideen verlässt, sondern eine tatsächlich kohärente, interessante Geschichte über zwei sehr verschiedene Welten erzählt, die mit harschen Konsequenzen aufeinandertreffen – die der Reichen und Schönen sowie die der Ausgestoßenen und Traumatisierten.

Hätte zwar Potential für mehr gehabt, gute 6 Punkte sind aber definitiv drin, nicht zuletzt auch für die beklemmend gute Maskenbildner-Leistung.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

22.09.2018, 05:00


"Cleeaning womaan!!"

von Herr_Kees
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Gestörte junge Frau mit schwieriger Kindheit „räumt“ im Leben einer poshen Kosmetikerin auf. Hat man am Anfang noch die Hoffnung auf eine böse Gesellschaftssatire, kippt der Film doch rasch in die bekannten und überstrapazierten Klischeesituationen – Folter und Verstümmelung sowie Erziehung durch Psychoterror als „Erklärung“. Das ist zwar bisweilen schön unangenehm anzusehen und erinnert in den besseren Momenten an die intensiveren Werke von Simon Rumley, langweilt aber einfach auch ziemlich.
Herr_Kees

21.06.2019, 00:57




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