Spiel mir das Lied vom Kamelkotvon Leimbacher-Mario | Permalink |
„Desert Warrior“ bietet etwas Prominenz aus Hollywood, ein paar internationalere, bekannte Gesichter, klare Vorbilder in berühmteren Sandalenschinken, nun mit arabischer Färbung und zusätzlich ein massives Budget im Rücken. Und trotzdem saß das (Un-)Ding gefühlt seit Beginn der Pandemie im nahöstlichen Investorengiftschrank. Angst vor Sandstürmen oder Shitstürmen? Produktion trotz aller Dubaikohlen nicht fertig geworden? Im Nachhinein qualitative Befürchtungen der westlichen Namen und Talente? Oder einfach gemerkt, dass man durch und durch einen Kackfilm fabriziert hat?! Ich sage: Alles auf einmal und das mal drei! Erzählt wird in dem sandigen Wüstenreinfall „episch“ aus Arabien von vor über tausend Jahren, das durch etliche Kriege und Stammesauseinandersetzungen im Clinch liegt, sich jedoch nun (unter Führung einer legendären Prinzessin!) zusammenraufen muss gegen einen noch größeren Feind… Schluck Staub, Investor! Bei „Desert Warrior“ weiß ich echt nicht, ob bei ihm die Peinlichkeit, die Unfähigkeit oder die Langeweile überwiegt. Sie halten sich schockierend die Waage, würde ich sagen. Und zeigen im Grunde jedem genregeneigten Gucker ungeniert und unmotiviert den Mittelfinger. Wenn das „großes Kino“ aus Saudi-Arabien ist, dann haben wir Michael Bay vielleicht doch viel zu früh abgestraft. Für mich würde „Desert Warrior“ selbst im Videothekenregal eher den Bodensatz aufmischen. Ja, ein paar Bilder und Locations sehen edel, echt und erhaben aus. Mindestens zwei ultrahübsche Ladies sind am Start. Der Score versucht das Ganze immerhin zu pushen. Und die finale Schlacht ist … zumindest da. Aber diese „Pros“ muss ich mir schon arg aus dem angefressenen Allerwertesten ziehen, denn die meiste Zeit ist „Desert Warrior“ ein Gähner vor dem Herrn. Oder vor Allah. Mackie, Kingsley und Co. laufen allesamt wenn überhaupt auf Autopilot und im Check-Abhol-Modus. Dass sie sich dafür überhaupt hergeben ist ein Armutszeugnis. Aber Geld regiert eben die Welt. Etliche Computereffekte wirken unfertig, das Schnittmassaker ist brutal, die Zwischentitel habe ich für Projekte in der neunten Klasse schon ansehnlicher hinbekommen, der historische Wahrheitsgehalt wird mit Füßen getreten und die Geschichte nimmt gerade in der ersten Hälfte null Fahrt auf. Fast 100 Minuten plätschert und staubt das vor sich her als ob man in einem Sandsturm gefangen wäre. Eine einzige Abschreibung. Eine Abschreckung. Eine Abart von Film und Geschichte. Anti alles, was Spaß macht und Sinn ergibt. Und „so bad it's good“ ist’s leider auch viel zu selten. Etliche RTL-„Eventmovies“ waren damals schon besser. „Desert Warrior“ ist für mich eine Frechheit. Und ein Tiefpunkt für etliche der Beteiligten. Das hätte aber mal ganz gemütlich im Giftschrank bleiben können… Königreich des Schimmel Fazit: Hier ist mehr Sand im Getriebe als Können am Drücker… Lowbar from Arabia. Dubaikohle & Dummbatzendenkmal. Sandalenschrott mit Sonnenbrand. Geschichtsverdrehung aus dem Giftschrank. Hauptsache Herr Mackie hatte einen schönen Urlaub… Pfui, was eine Zeitverschwendung und Geldverbrennung! Megamurks! | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 17.04.2026, 02:00 |
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