Hope

Der gelungene Abschlussfilm

von Edwinita
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HOPE kann berechtigt als gelungener Actionknaller und würdiger Abschluss des FFF bezeichnet werden! Mit Humor und gutem Gefühl für Pacing nimmt einen die erste Stunde voll mit. Die zweite hängt ein bisschen durch, doch in der dritten Stunde zieht es wieder mächtig an.

Der Sound erzeugt in den Actionsequenzen sein Übriges und drückt einen in die Polster. Was auch gut gefällt, sind die Monster, die mit so viel Energie und absolutem Willen zur Zerstörung über dieses kleine Dorf brettern. Die Scriptwriter hatten ihre helle Mühe, dem irgendwie Einhalt zu gebieten...

Die Grafik der Monster wurde oft kritisiert. Gewiss, sie ist nicht auf der Höhe der Zeit, aber sie ist ordentlich und erfüllt ihren Zweck.

Das Ende zeichnet dann ein Bild, dass nicht alles so ist, wie es scheint, und lässt auf Teil 2 hoffen. Btw. es lohnt sich noch die Endcredits anzuschauen.
Edwinita
sah diesen Film im Zoo Palast, Berlin

10.09.2026, 12:51


Godzilla minus Godzilla

von Alexander
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„Hope“ ist ein extrem lautes, krawalliges, hektisch inszeniertes und leider auch sehr klamaukiges „Action- und Monster-Spektakel“ mit grenzdebilen Dialogzeilen, Gags die selten zünden und so einigen zwar recht überraschenden, doch leider eher schwach animierten CGI-Monstern.

Die Handlung der ersten Stunde: Eine Horde von größtenteils verpeilten Idioten jagt in ihren Autos durch eine Kleinstadt, beleidigt sich im Minutentakt gegenseitig und ballert sinnlos in der Gegend herum. Das ist bereits nach kurzer Zeit extrem ermüdend und lange Zeit auch überraschungsarm, bis nach langer Wartezeit dann endlich mal ein „Monster“ seinen Auftritt hat.

Ich muss gestehen, mir nicht allzu viel aus reinen „Action“ Filmen zu machen. Sie langweilen mich. Eine Explosion mag beeindruckend sein, ein durch die Luft fliegendes Auto vielleicht auch noch. Aber grenzenloser Vandalismus quasi als Selbstzweck, sinnloses Geballere und die immer wieder gleichen Szenen von verwüsteten Häusern, brachial zerlegten Bäumen und durch die Luft fliegenden (sic!) Menschen werden nicht dadurch besser, dass sie bis zum Erbrechen solange wiederholt werden, bis sich die langen 160 Filmminuten fast ausschließlich mit diesen gefüllt haben.

Dass dazu gefühlt gleich mindestens die Hälfte des Films aus Verfolgungsjagden besteht, macht „Hope“ dann auch nicht interessanter. Ich dachte eigentlich, dass endlos lange Szenen von sich hinterherjagenden Autos, Pferden, Monstern … was auch immer, seit den 70er Jahren „out“ wären. Aber anscheinend war dies Regisseur Na Hong-jin egal und er suhlt sich förmlich in einer nicht enden wollenden, infantilen Redundanz von austauschbaren Verfolgungsszenen mit permanent nervig kreischenden Menschen, hoppelnden und schlecht animierten CGI-Wesen und quietschenden Autos, die einfach kein Ende nehmen wollen.

Na Hong-jin mag sich auf Action gut verstehen, aber von Spannungsaufbau hat der Mann keine Ahnung. Das alles war nicht spannend. Es war vor allem laut, hektisch, grotesk und oftmals viel zu klamaukig. Ein echtes Gefühl von Bedrohung wollte sich bei mir jedenfalls zu fast keinem Zeitpunkt einstellen, obwohl der viel zu lange Film wahrlich genug Raum dafür gehabt hätte, uns eine spannende Geschichte zu erzählen. Doch „Hope“ beraubt sich in seinem inkonsistenten und selbstverliebten Drehbuch dieser Möglichkeit selbst.

Es wäre sehr viel mehr möglich gewesen, in dieser Geschichte. Es finden sich viele kleine Nebenschauplätze, Ideen und Ansätze, die uns Zuschauer neugierig machen, die aber nie wirklich zu Ende erzählt werden und deren Fäden fast alle im Sande verlaufen und mit zu viel dumpfer Action in den Staub getreten werden, was extrem unbefriedigend ist. Es hätten sich hier so viele Möglichkeiten geboten ... allein, der Film macht so gar nichts daraus und entscheidet sich in seinem letzten Drittel für das selbe generische Gekloppe und Getöse, das man schon die gesamte erste Stunde ertragen musste und bereits aus unzähligen Hollywood-Streifen kennt. Das ist furchtbar öde und ärgerlich zugleich, weil es irgendwie so gar nicht zu den interessant gezeichneten, und dem (trotz schwacher CGI‑Effekte) faszinierenden Creature-Design der „Eindringlinge“ passt. Schade, dass hier nur auf primitive Gewalt gesetzt wurde, statt auf ein paar intelligente Twists.

Und es mag die Frage schon erlaubt sein, warum hochtechnologisierte und anscheinend auch intelligente und empathische Aliens die Galaxis durchquerten, nur um sich dann in unseren Wäldern benehmen zu müssen, wie grunzende Steinzeitmenschen auf zu viel Speed, noch dazu ausschließlich bewaffnet mit primitiven Speeren und Äxten?

„Hope“ ist vielleicht das extremste und am schnellsten geschnittene Gekloppe, das man seit langer Zeit gesehen hat. Es macht nur leider überhaupt keinen Sinn und hat mich über weite Strecken gelangweilt, weil jeder noch so kleine Funken fürs Hirn sofort in einem als Selbstzweck inszenierten, redundanten Stahlgewitter untergeht.

Was übrig bleibt, ist eine mit Steroiden vollgepumpte und mit Botox unterspritzte, einfältige Story ohne Anfang und Ende, deren Krach und Lärm über die vollkommene Abstinenz eines intelligenten Drehbuchs hinwegtäuschen sollen. Als reiner Actionfilm betrachtet, mag das für manche ein Fest sein, ich aber finde es jammerschade um das Potenzial, das hier verschenkt wurde.
Alexander

16.09.2026, 05:55


Es ist ein Soulslikeboss!

von Leimbacher-Mario
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„Hope“ ist von Laufzeit, Aufwand und Reputation mit Sicherheit einer der dicksten Brocken des Koreakinojahres, wenn sich in dem ausufernden Action-Alien-Angriff ein paar ländliche Bewohner Südkoreas unbekannten, hochzerstörerischen und körperlich übermächtigen Eindringlingen aus dem All gegenübersehen…

Monsteractionhochglanztrash … gone wrong!

Selbst wenn ich das ganze momentane Hype-Element aus dieser filmischen Rechnung nehme, ist „Hope“ für mich eine der größeren Enttäuschungen des Kinojahres. A Not So Quiet Place. A Not So Smart Place. Koreachaoskino ohne Konzentration, ohne Limit oder Leine, ohne Punkt und ohne Komma. Mit etlichen technischen Ärgerlichkeiten, mit massiven tonalen Schwankungen, mit einem echten Mittelfingerende. Unpassender Humor, der bei mir größtenteils nicht gezogen hat. Oft echt hässliche Effekte, auch nach der „Revision“ nach der Kritik an der „Cannes-Version“. Mit Action ohne Fallhöhe, mit Verfolgungen, die nicht enden wollen, mit Aliens, die blinder sind als Sturmtruppler, mit Helden, bei denen das Wort „Plotrüstung“ noch massiv untertrieben wäre. Mit zu vielen Figuren und zu wenig Selbstkontrolle. „Hope“ ist fast drei Stunden vollkommen überfrachtetes und bei mir kaum zündendes Überwältigungskino. Selbst die an vielen Stellen hochgelobten ersten 45 Minuten sind für mich nur halb so gut, turbulent und packend, wie ich es mir erhofft habe. Vielleicht habe ich nach „The Chaser“, „The Wailing“ und Co. des Regisseurs Falsches erwartet. Vielleicht hat mich das actionreiche Blockbusterbömbchen nach einem langen Fantasy Filmfest auf dem falschen Fuß erwischt. Aber es ist höchst unwahrscheinlich, dass ich den irgendwann in meinem Leben nochmal gucke. Zumindest komplett. Einige Stuntmomente und Ballersequenzen und Verfolgungsjagden haben ja auch echt etwas drauf. Das Monsterdesign ist jetzt auch nicht von schlechten Eltern. Manch ein Shot der Aliens wurde mit Sicherheit in die Ansehnlichkeit oder gar Schönheit aufbereitet. Und mittendrin einen fünfminütigen Monolog über Durchfall einzubauen, muss man sich auch erstmal trauen. Und trotzdem ist mir „Hope“ leider hoffnungsvoll auf die Nerven gegangen.

Kimchikinokontrollverlust

Fazit: Uiuiui, problematisch… Leider haben mir heftige Pacingprobleme, dumme Drehbuch-/Figurenentscheidungen, noch immer unfertig wirkende CGI, komische Schnitte, lächerliche Entfernungs-/Tempo-/Kraftschwankungen und elendiges Sequelbaiting den Monsteractionspass ordentlich verhagelt… Frustig. Wenn auch mit Wumms.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

17.09.2026, 01:30




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