crazy

Keep an Eye Out

Augen auf bei der Polizeibeamtenwahl

von Leimbacher-Mario
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"Au Poste!" ist der neue Einstiegs-Dupieux. Geradlinig, simpel, einfach. Zumindest für seine verquere Denke. Es geht um ein unterhaltsames Verhör nach einem Leichenfund, bei dem einiges schief läuft bzw. ans Licht kommt... Unter den Blinden ist der Einäugige König.

Wieder spielt Dupieux mit Zeit, Ort und Worten, mit Erinnerungen, Fantasien und bizarren Figuren, Unfällen und Anfällen. Und trotzdem ist "Keep an Eye Out!" leicht bekömmlich. Dagegen wirkt "Reality" wie ein Magnus Opus. Das hier ist eher eine effektive Fingerübung. Locker, leicht und zugänglich. Die Witze sind wie immer kreativ und einzigartig, sodass man sich wünscht französisch zu können und nicht auf verwässernde Untertitel angewiesen zu sein. Dupieuxs Stil kann man kaum beschreiben, man muss ihn sehen. Entweder man liebt ihn oder eben nicht. Nachmachen ausgeschlossen. Alleinstellungsmerkmale en masse. Ich mag es zwar eher, wenn dieser Brunnen von Ideen richtig in die Vollen geht, doch für zwischendurch ist dieses einmalige Verhör eine runde Sache. Ein zackiges Kammerspiel auf das nur einer kommen konnte. Selbst wenn das Ende sehr plötzlich kommt. Ein Schnellschuss. Platziert und selbstbewusst. Darf er auch sein.

Fazit: Kurzweilig, geschwätzig und immerhin am Ende surreal wie immer. Insgesamt schon straight für Dupieux’s Verhältnisse, dem die Kreativität noch lange nicht ausgeht. Solide Fingerübung und für seine Fans unumgänglich. Kann man machen. Wirkt nur nicht ganz abgeschlossen und zu Ende gedacht.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

18.09.2018, 01:45


Paradox

von Janina Himmen
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Auch wenn die Gagdichte meines geliebten WRONG hier nicht erreicht wird, ist KEEP AN EYE OUT ein Film mit vielen Lachern geworden. Quentin Dupieux schafft es wieder auf seine einzigartige Art, das Alltägliche mit dem Absurden zu verbinden. Diesmal in Form eines Kammerspiels, in dem es eigentlich bloß um eine Zeugenbefragung geht.

Von den Filmen, die ich bisher von ihm kenne, wirkt dieser nicht nur was den Produktionsaufwand angeht am zurückhaltendsten, sondern auch der Humor wird vorsichtiger eingesetzt. Ich frage mich, ob KEEP AN EYE OUT dadurch zugänglicher für Dupieux Neulinge wird, oder man ihn deshalb bei oberflächlicher Betrachtung leicht als zu gewöhnlich abstempelt? Jedenfalls lohnt es sich, sich auf den Film einzulassen, denn er macht wirklich Laune und ist trotz seiner Andersartigkeit ein typischer Dupieux. Nur eine Spur ruhiger, aber mit den gewohnt kreativen Merkwürdigkeiten gespickt.
Janina Himmen
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt - Original-Review

25.09.2018, 15:09


In der Dienststube...

von landscape
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...könnte man Au Poste besser betiteln. Ein im Stil der 70er erstarrtes Büro ist Hauptdrehort, in Rückblenden geht es dann auch mal in eine Hochhaussiedlung, wo ein Mann zu Tode gekommen ist und der Verdächtige/Verhörte mehrmals um die Tatzeit seine Wohnung verlassen hat. Das Verhör selbst erinnerte mich an de Funes Filme, die auch eine ziemlich anarchische, wenn auch überzogenere Humoristik haben. Und an Schauspiele von Alan Ayckborn... Die Auflösung ist grandios und hat ihren eigenen Horror, von einem Ende kann keine Rede sein.
landscape
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

03.10.2018, 22:47


C’est pour ca

von Herr_Kees
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Ein fast nackter Mann in roter Unterhose dirigiert ein Freiluftkonzert zu den Vorspanntiteln, bis die Polizei kommt und er die Flucht ergreift. Ein anderer Mann wird sehr lange auf einer Polizeiwache verhört. Er hat Hunger. Ein Missgeschick passiert. Das war es in etwa mit der Handlung. Das Verhör mit surrealen Zügen erinnert an zahlreiche Monty Python-Sketche, jedoch wurden diese immer gerade noch rechtzeitig abgebrochen, bevor sie zäh zu werden drohten. Quentin Dupieuxs absurde Komödie wird einzig dadurch interessant, dass er immer neue Metaebenen einzieht. So schafft es der Film gerade mal über seine 70 Minuten Laufzeit, ohne allzu sehr zu langweilen und dreht kurz vor Schluss sogar nochmal zwei bis drei Pirouetten, im Vergleich zu früheren Werken wie WRONG oder REALITÉ ist AU POSTE! jedoch überraschend zahm, lahm und ideenarm.
Herr_Kees

09.11.2018, 22:55




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