The Kinkikeepsie Tapesvon Leimbacher-Mario | Permalink |
„Kinki“ erzählt erstaunlich Found Footage-lastig von einem Fluch, der sich scheinbar von der titelgebenden Region Japans über die gesamte Insel ausbreitet. Durch mysteriöse Galgenmännchengemälde, durch verfluchte Torii-Tore, durch Internetvideos und alte, düstere Legenden, die ein Journalistenpärchen nun alle zusammenbringt und genauer untersucht… Fast wie eine verlorene Junji Ito-Geschichte… In der Tradition bester J-Horror-Klassiker aber vermischt mit digitalerem Grusel, war „Kinki“ für mich teils auf der Überholspur selbst in Klassikerregionen seines Fachs - nur um das Erreichte dann doch oft mit seinem eigenen Allerwertesten wieder einzureißen. Einzelne Szenen (wie z. B. die Sequenz im „Galgenhaus“) sind sensationell und zum Nägelkauen spannend. Auch verdammt kreativ und snappy. Es gibt sogar gänzlich animierte Sequenzen! Doch dann schleichen sich immer mehr Längen, Wiederholungen und Logiklöcher ein, gegen Ende sogar ein gewisses Maß an unfreiwilliger Komik und suboptimaler Effekte, sodass eher einzelne Momente anstatt das Gesamtwerk hängenbleiben. Bei mir hat er durch meinen Found Footage-Softspot dabei vielleicht sogar noch mehr Steine im Brett als bei anderen. Aber Atmosphäre, Aura und Augenblicke hat er in jedem Fall. Er kommt halt nur nicht durchgehend an die Vorbilder und Klassiker aus seiner Region heran, sei das „The Ring“, „Noroi“ oder „Cure“. Gruselige Galgenmännchen Fazit: „Kinki“ hat absolute Gänsehauteinzelszenen. Gerade für Found Footage-Fans macht das Sinn. Und höllisch Angst. Aber er hat auch Leerlauf und gegen Ende sogar unfreiwillige Komik. Insgesamt auf den (doch deutlich zu großen) Spuren von vor allem „Noroi“ - aber mit mehr Defiziten und zwei Jahrzehnte zu spät! | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 20.04.2026, 01:18 |
V/H/S Japanvon Herr_Kees | Permalink |
Es ist was faul in der Region Kinki: Ein Investigativjournalist des „Super Mystery Magazins“ ist mitten in der Recherche einer heißen Story verschwunden. Nun müssen die zwei Kolleg:innen Chihiro und Ozawa versuchen, aus dem zurückgelassenen Material schlau zu werden. Was letztlich als Rahmenhandlung für diverse Found Footage Videos aus rund 15 Jahren dient, in denen Menschen verschwinden oder zu Tode kommen, u. a. aufgrund urbaner Mythen wie verfluchter Onlinevideos und SMS-Kettenbriefen des Todes. In den Videopausen erklären die beiden sich (und uns) überdeutlich, was es mit dem Gesehenen auf sich hat, erschrecken ein Medium, schleichen nachts durch schlecht beleuchtete Gegenden und schauen ins Internet. Regisseur Kôji Shiraishi hat vor 20 Jahren mit NOROI einen der besseren J-Horrorfilme gedreht, aber vor 10 Jahren eben auch den unsäglichen SADAKO VS KAYAO. Ganz so schlimm ist KINKI zum Glück nicht geworden. Ein Grusel-Glanzstück allerdings auch nicht. Die Story wirkt durch die vielen Videos fragmentiert, ein rechter Spannungsbogen wird nie aufgebaut. Zwar gelingen ein paar spooky Szenen, aber die meisten Videos sind eher langweilig oder nervig, die Effekte zum Teil unfreiwillig komisch. Dabei hätte das Konzept durchaus getaugt, um wahlweise eine große Hommage oder einen intelligenten Meta-Kommentar zum Subgenre des J-Horror abzugeben. Es bleibt aber bei einem episodischen Durchschnittsgrusler. | |
sah diesen Film im das Metropol, Stuttgart | 19.06.2026, 18:56 |
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