crazy

Mag Mag

Genre-Crossover in extrem

von D.S.
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Mag Mag ist ein zwei Meter großer, wohlbeleibter weiblicher Geist im rosa Kleid, der seinen ausschließlich männlichen Opfern ewige Liebe schwört und sie bis zum Tod nicht mehr in Ruhe lässt … den er ultimativ herbeiführt, indem er ihnen die Augen aus dem Kopf puhlt. Hinter der Legende von Mag Mag steckt eigentlich, so wird anfangs erzählt, die tragische Geschichte der Schülerin Yurika, die ihrem Schwarm per Brief ihre Liebe gestand, daraufhin von ihm öffentlich gedemütigt wurde und vom Dach ihrer Schule sprang. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit, wie uns im weiteren Verlauf offenbart wird – von einem Film, dessen Drehbuch sich das konsequente Spiel mit Perspektiven und Erwartungen auf die Fahnen geschrieben hat. So bekommen wir mehrfach das Geschehen einer Szene nur im Ausschnitt gezeigt, ohne das aber zu wissen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt sehen wir die komplette Szene und können die folgende Handlung nun erst richtig einordnen.

Nur folgerichtig, dass das Regiedebüt der japanischen Komikerin Yuriyan Retriever uns auch im Hinblick auf seine Genreverortung in die Irre führt: Obwohl der Filmtitel bei seiner Einblendung aus Pisse gebildet wird, glaubt man sich zunächst in einem handelsüblichen J-Horror-Vertreter. Irgendwann kippt die Erzählung jedoch durch verschiedenste Fokus-Verschiebungen und Twists um und wird mehr und mehr zur größenwahnsinnig absurden Groteske, die nicht zuletzt ein fiktives YouTube-Interview mit Takashi Shimizu (JU-ON), einen Trailer für eine Reality-TV-Show, Tanztheater sowie ein „etwas“ entgleisendes Exorzismus-Ritual enthält. Wie die Regisseurin in Sitges erzählte, wollte sie eigentlich einen Liebesfilm drehen, aber daraus wurde dann versehentlich ein Horrorstreifen – wohl „ihren eigenen Erfahrungen geschuldet“. Wie auch immer: Für alle Freunde wirklich überraschender Genre-Crossovers ist MAG MAG äußerst empfohlen. 7,5/10.
D.S.

21.03.2026, 18:34


Da wirft Mann ein Auge drauf

von Leimbacher-Mario
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Zuerst weiß man nicht genau wo „Mag Mag“ als verkappter J-Horror eigentlich hin will … und irgendwann weiß er das selbst glaube ich auch nicht mehr genau, wenn wir einem gefräßigen „Liebesgeist“ folgen, der die von ihr auserwählten Jungs und Männern vor lauter Anziehung und Leidenschaft zum Fressen gern hat - vor allem ihre Augäpfel…

Eine Gesellschaft voller Missgunst

„Mag Mag“ könnte meiner Meinung nach ein echter Spalter sein. Selbst in J-Horror-Fanlagern. Der Humor ist wirklich weird. Die Anzahl an Figuren ist (zu) hoch. Die Klischees - zum Teil verdreht, zum Teil bestätigt - sind zahlreich. Und für mich haben eben weder seine Schocks noch seine Subversion geschmeckt, zusammengepasst, ihre volle Wirkung entfaltet. Am ehesten noch manch ein kurioser Witz. Wenn z. B. Szenen viel zu lange stehengelassen werden, kurze Tanzeinlagen zwischengeschoben werden oder der Titel anfangs mit Urin gezeichnet wird. Aber selbst da wird die Luft irgendwann dünn und „Mag Mag“ hat mich insgesamt schon weit vor seiner eigentlich nicht üblen, gesellschaftskritischen Auflösung verloren. Und das dann alles an die 120-Minuten-Marke heranreichend? Ne, ohne mich, da bin ich raus.

Fazit: „Mag Mag“ mag mag ich nicht wirklich… Weder der offbeat Humor hat gezogen noch der emotionale Anker hat gehalten. Kein Schmatzer von mir, liebe Mag Mag!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

18.04.2026, 20:46




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