crazy

Mutter: The Diary of a Mother

Mutterinstinkt vs. Überlebensinstinkt

von Leimbacher-Mario
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„Mutter“ ist ein weiterer harter und humorloser Genrebeitrag aus der Türkei, in dem eine Mutter ein Kind bekommt, das körperlich ganz anders ist als normale Kinder, und somit ein automatischer Ausschluss aus der Gesellschaft und ein Fortlaufen des Vaters folgen…

Wir Mütter vom Besiktaszoo

Monsterbabys – oder weiter gedacht auch erwachsene „Monster“ wie „Der Elefantenmensch“ – gibt es im Genre viele. Eine Mama-Monster-Geschichte wie in „Mutter“ allerdings noch nicht. Vielleicht weil er kaum dem (Horror-)Genre angehört?! Lassen wir das einfach mal stehen. Spielt auch wenig eine Rolle. Denn auch ein ekliges, unangenehmes, gesellschaftskritisches Drama kann ja durch ein Monsterbaby gewinnen. Aber leider hat mich „Mutter“ weder über den Drama- noch über den Monsterwinkel allzu begeistert. Mitgenommen schon. Mitleid hatte ich definitiv mit Mutter und Geschöpf. Mehr aber auch nicht. Viel Leiden, viel Schmerzen, viel Depressionen, viele graue Haare über Nacht, viel Last auf den Schultern, viele psychologische wie gesellschaftliche Druckpunkte, viel Metapher, viel brodelnde Wut, viel Verzweiflung, viel „Aua!“ wenig „Oha!“. Ganz und gar kein schlechter Film. Und dass ich mich durch ihn gehörig durchbeißen musste, gehört zum System bzw. seinem Anliegen. Gut machen ihn diese massiven Schmerzen und dieser trostlose Kummer aber für mich nicht automatisch. Unwohlfühlkino!

Es hat deine Augen!

Fazit: Monstermiseryporn. Tragisch, traurig, trügerisch. Hier tut mir viel leid – aber der Zuschauer irgendwie auch ein gehöriges Stück… Ich bleibe definitiv lieber bei „Basket Case“, „Elmer“ oder „It's Alive“!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

13.09.2026, 23:17


Turkish Eraserhead

von Herr_Kees
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Als Gül von der Geburt nach Hause kommt, braucht sie erstmal eine Kippe und einen Schluck aus der Rotweinflasche. Denn das, was sie da geboren hat, ist so schrecklich, dass ihr Schlappschwanz von einem Mann sofort Reißaus genommen hat. Was aber auch immer dieser rohe Fleischklumpen mit Haaren und Tentakeln (?) sein mag – es ist ihr Kind. Und sie wird für ihr Kind sorgen.

Nach den üblichen Problemen in dieser Art Film, wo Babys an der Brust lieber nagen als zu saugen, steht als Nächstes die Nahrungsbeschaffung an. Wer nun allerdings eine blutige Splatterschlachtplatte mit Monsterbaby erwartet, ist falsch gewickelt. Wir haben es hier – mal wieder – mit einer als Horrorfilm getarnten Gesellschaftskritik zu tun, die den Fokus mehr auf die Probleme einer alleinerziehenden Mutter aus der verarmten Unterschicht legt als auf Monsterhorror. Nun wurden beide dieser Geschichten schon einige Male erzählt und MUTTER hat keiner richtig viel hinzuzufügen.

Der Film ist erwartbar düster und deprimierend. Falls jemand die offensichtliche ERASERHEAD‑Hommage nicht versteht, gibt es später noch einen völlig unzusammenhängenden Chansonauftritt („Macabre“), der wie ein Remix aus „Llorando“ im „Club Silencio“ und „In Heaven“ der „Lady in the Radiator“ erscheint. Anerkennenswert ist das Creature Makeup, bei der später etwas gealterten Hauptdarstellerin wurde weniger sorgfältig gearbeitet.

Fazit: Schön, dass man solche Filme auch mal aus etwas exotischeren Ländern zu sehen bekommt, allerdings dürfen sie uns dann gerne auch mal etwas Neues erzählen und nicht nur alte Geschichten mit Lokalkolorit anreichern.
Herr_Kees
sah diesen Film im Gloria 2, Stuttgart

14.09.2026, 00:50




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