Egal was du wirst, Kleine, ich bin an deiner Seite!von Leimbacher-Mario | Permalink |
Zombiekomödien sind doch längst ausgelutscht? Dann fragt mal alleine fast 6 Millionen (!) Kinozuschauer in Südkorea, die "Jombittal" zum mit Abstand erfolgreichsten Kinofilm des letzten Jahres dort machten. Doch was ist diese ulkige Vater-Tochter-Zombie-Geschichte denn genau? Was macht sie zum Publikumsmagneten und scheinbar besonders? Ist's eher Mainstreammurks wie hierzulande "Kanu des Manitu" oder Untotenüberhit wie "Shaun of the Dead"? Oder irgendetwas dazwischen wie "Warm Bodies" oder "Fido"? Erzählt wird jedenfalls von einem Vater, der nach (!) einer eingedämmten Zombieinvasion in Korea seine infizierte jugendliche Tochter als womöglich Letzte ihrer untoten Art zuhause "hält" und die Hoffnung für eine Umkehr nicht aufgibt... Train to Papasan Ich will nicht übertreiben, denn vor allem der Vater-Tochter-Kern rund um einige wichtige Themen wie elterliche sowie gesellschaftliche Akzeptanz, Verantwortung und Hoffnung im Allgemeinen lassen mich verstehen, warum übertrieben gesagt ein ganzes Land auf "My Daughter is a Zombie" abfahren könnte. Richtig stolz auf diesen Massengeschmack sollten Seoul und Co. aber meiner Meinung nach nicht sein, denn etwas wirklich Besonderes ist dieses charmant-unspektakuläre Beißerkimchi kaum. Einige Sprüche und Situationskomiken gerade in der ersten Hälfte haben mich durchaus grinsen, vielleicht sogar lachen lassen. Und wie gesagt, als Papa fühlt man die ganze Geschichte härter. Was es wirklich ausmacht und bedeutet Vater zu sein - und indirekt auch Tochter zu sein! - spielt hier eine dramatische Rolle, wenn's um die Zombiewurst geht. Und trotzdem fehlt "My Daughter is a Zombie" ein ganzes Stück Pepp, Cleverness und das gewisse Etwas. Die Aussagen und Werte, für die er eintritt, sind alle Ehre wert und manch eine witzige Zombie- oder Vaterunart wird wunderbar ausgespielt. Klischees sind auch massig am Start. Zucker muss man ebenso abkönnen. Aber das war bei mir hier nicht das Problem. Mir fehlt hier eher Biss, Fallhöhe, Eigenständigkeit. Ein tonaler Wackelkandidat. Eine süße, safe gespielte Eskapade - aber nie mehr. In keiner Beziehung allzu motiviert, ehrgeizig oder gewillt mehr zu leisten als er muss. Ein zweifelloser Crowdpleaser in seiner Heimat. Aber sicher kein internationaler Zombiekomödienklassiker, der es aufgrund dickstem Pathos und speziellem Humor in der westlichen Welt auch eher schwer haben wird. Herzen und Anstand ticken aber immerhin ja weltweit gleich. Sollten sie zumindest. Und die fussiche Katze ist definitiv mein VIP! You're Still My Number 1* Fazit: Süße, naive und weitestgehend recht lustige Zombiekomödie, die den (zugegeben sehr überschaubaren) Horror und die Härte anfangs erstaunlich straight runterspielt und nicht allzu weich spült, dabei ihr riesig-pochendes Papaherz nicht verliert und u. a. mit klasse Tierkomik (!) und vor allem einer glaubhaften Vater-Tochter-Beziehung punktet. Das macht auf dem Papier wenig Sinn, funktioniert in der Praxis aber für ein breites Spektrum oder gar die ganze Familie solide - wenn man mit dem whacky Koreakitschhumor etwas anfangen kann... Und gerade in der zweiten Hälfte war das bei mir nicht mehr durchgehend der Fall. | |
07.01.2026, 15:10 | |
K-Pop Zombie Jumpersvon Herr_Kees | Permalink |
Der Film könnte glatt im selben Universum spielen wie TRAIN TO BUSAN – wenn der ein Happy End gehabt hätte. Hier wurde die koreanische Zombieseuche nämlich unter Kontrolle gebracht und es existiert nur noch eine einzige Infizierte: das Teenagermädchen Sooh-ah. Deren Vater Jeong-hwan tut nun alles, um seine Tochter vor Regierung, Militär und neugierigen Nachbarn zu beschützen – und sich vor ihr. Jeong-hwan trainiert ihr Beißhemmung an, lehrt sie einfache Kommunikationstricks und hofft auf ein Gegenmittel. Nicht nur das Genre ist seit Jahren durch, auch dieser spezielle Plot wurde schon mehrfach durchgespielt, sowohl mit Zombies (MAGGIE) als auch mit Vampiren (LET THE RIGHT ONE IN), ernsthaft, als Komödie und sogar als Kinderfilm (DER KLEINE VAMPIR). In den besten Fällen wurde dabei zumindest das Genre ernst genommen. JOMBITTAL (= Zombietochter) nimmt eigentlich nur ein Thema ernst: die Familie. Und was der Film hier anstellt, überschreitet mehr als einmal die Grenze zum Kitsch. Klar, Pathos und Komik koreanischer Filme gehören grundsätzlich zu den eher gewöhnungsbedürftigen Elementen für westliche Zuschauer. Ob man mit dem Film warm wird, entscheidet sich daher bereits in den ersten Minuten: Wenn Sooh-ah und ihr Daddy sich wild gestikulierend und grunzend durch die Zombiehorden bewegen, um nicht aufzufallen und dann noch ein paar Dancemoves einstreuen, dann kann man das albern, kindisch oder peinlich finden. Millionen Koreaner fanden es offenbar witzig. Ebenso wie die resolute Kung Fu-Oma, die K-Pop-Tanzeinlagen und die CGI-Katze. Das ist eben ein ganz eigener Humor. Wobei, die (reale) Katze ist schon ganz süß. Fazit: In Festivalatmosphäre vielleicht ein nettes Nachmittagsfilmchen, im Heimkino eine unlustige Quälerei für Anhänger echter Zombiefilme. | |
19.01.2026, 14:57 | |
Koreanische Süßspeisevon D.S. | Permalink |
Wenn man weiß, dass MY DAUGHTER IS A ZOMBIE der erfolgreichste einheimische Film des Jahres 2025 in Korea war, hat man auch schon eine ungefähre Ahnung davon, was einen hier erwartet: Feelgood-Kino für die ganze Familie, pendelnd zwischen albern, niedlich und kitschig süß. Im Mittelpunkt steht dabei eine 15-Jährige, die nach überwundener Zombie-Epidemie die einzige verbliebene Untote im Lande und äußerst bissig ist, von ihrem Vater allerdings trotzdem geliebt und vor den Behörden sowie rabiaten Nachbarn geschützt wird. Von Anfang an geht es hier überdreht und klamaukig zu, wobei das Ganze zunächst auch für Menschen mit weniger ausgeprägter Gaga-Toleranz durchaus noch lustig und unterhaltsam wirkt – vor allem auch der coolen Katze „Meowmeow“ (die ab und an leider überflüssig CGI-versaut wird) und der resoluten Oma wegen. Irgendwann nimmt der (Familien-) Kitsch-Faktor aber eindeutig überhand, spätestens, als überflüssige Seitengeschichten um die Mutter des Zombie-Mädchens und die Hintergründe ihres Vaters eingebaut werden. Sämtliche Figuren sind zwar sympathisch gezeichnet, aber das plumpe Appellieren an die Emotionen des Publikums, die Klebrigkeit der Erzählung strengt ab einem gewissen Punkt eindeutig zu sehr an. Zu viel Zucker, zu wenig Spaß: 5 Punkte von mir. | |
19.01.2026, 18:09 | |
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| mdbnase | ||
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