Living on Videovon Herr_Kees | Permalink |
Der Film nervt am Anfang ziemlich, weil man nicht mit den Charakteren vertraut gemacht wird (einer der echten Schwachpunkte) und daher erst mal eine Weile braucht, um sich in die Situation einzufinden, bzw. sich überhaupt um das Schicksal dieser nervtötenden Jugendlichen zu scheren. Interessant wird es erst, als der Typ, der aussieht wie Formel 1 Moderator Peter Illmann, auf der Bildfläche erscheint und der Handlung einen neuen Drive gibt. Von da an werden Hirn und Nerven deutlich stärker stimuliert. Interessanterweise mal ein Film, der sich zum Ende hin steigert und einen dann nicht doch noch enttäuscht.
Wie schon ST. JOHN’S WORT vom letzten Jahr lässt allerdings auch dieser Webcam-Film eine Menge Potential ungenutzt. Allein die Undeutlichkeit der grobkörnigen Bilder und die blitzend weißen, zombiehaften Augen bei den Nachtaufnahmen sind für sich genommen schon sehr gruselig und hätten sich dramaturgisch mit Sicherheit noch besser einsetzen lassen.
In England ist der Film schon lang auf DVD erschienen und einer der Macher gab den Tipp, sich den Streifen für den optimalen Effekt am besten am PC anzusehen. Fernseher reicht aber auch. | |
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart | 02.08.2003, 13:20 |
Sick Brother is Watching Youvon Leimbacher-Mario | Permalink |
„My Little Eye“ ist ein früher Found Footage-Horrorthriller zwischen dem damaligen Reality TV-Hype à la Big Brother und dem ebenso großen Kinohype à la „Blair Witch Project“. Hier ziehen auf Ruf einer geheimnisvollen Internetannonce fünf Fremde in ein Haus im Nirgendwo. Sechs Monate, dutzende Kameras, womöglich tausende Zuschauer im (damals noch recht jungen) Netz, viel Geld als Ziel zum Durchhalten. Man versteht sich, es klappt anfangs gut, die Zeit vergeht, der Schnee beginnt zu fallen. Doch schnell geschehen seltsame Dinge, das Misstrauen untereinander und zu den Organisatoren schrumpft und man ist sich gar nicht mehr sicher, was das hier überhaupt für eine Show sein soll… Gefühlt war „My Little Eye“ seiner Zeit etwas voraus. Definitiv mehr „Escape Room“, „Unfriended: Dark Web“ oder „Follow Me“ als Zlatko und Jürgen. Die meiste Zeit bleibt alles unterschwellig und ungewiss. Ist es nun Show oder echte Gefahr, Planung oder schon längst außer Kontrolle. Wem kann man vertrauen, inwieweit ist man käuflich bzw. ein kleiner Spanner. Richtig zum Slasher wird er nur in den letzten, noch mit am wenigsten funktionierenden und fesselnden Minuten. Bradley Cooper hat einen lustigen Kurzauftritt, weit vor „Hangover“ und seinem Durchbruch. Die Kamerawinkel und Toneffekte sind nicht immer der Situation angepasst und glaubwürdig, tun aber ihren Zweck. Die Laufzeit rafft sich sehr zusammen, die soziale Komponente ist heutzutage in einem wesentlich fortgeschrittenen Internet und einer nochmal womöglich verrohteren Gesellschaft natürlich akuter und aktueller denn je. Und das Verhalten der Bewohner fühlt sich durchgängig authentisch, ungekünstelt und glaubhaft an. Etwas steif vielleicht auch, ein großer Star ist hier zu Recht keiner geworden (abgesehen vom genannten Chameo). Insgesamt etwas zahm und unspektakulär. Aber beinahe als Frühwerk dieser snuffigen Netzfilmrichtung immerhin interessant bis in Ordnung. Fazit: Die kleinere Cousine von „Kolobos“ oder „Blair Witch 2“ - gar nicht allzu weit hergeholt. Für die damalige Zeit. Aber noch mehr für heute. | |
08.02.2022, 14:09 | |
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