A Bug's Wifevon Leimbacher-Mario | Permalink |
Ein weiterer animierter Titel aus dem 2025er-Jahrgang des Fantasy Filmfests. Über eine junge Frau, die merkt, dass es in ihrem düsteren Hochhauskomplex sehr viele krabbelnde Tierchen, schleimige Wesen und vielbeinige Monster gibt, die die Gute in eine andere Welt ziehen… Silent Krill f Wie eine Mischung aus tausendfüssigen Apartmentalpträumen, Soulslikelocations und „Paprika“ beginnt „Nightmare Bugs“ noch vielversprechend. Der Look ist nicht der hübscheste, aber das Mysterium dieses „Insektennestes“ aus Beton und Blut hatte mich am Haken. Eine Zeit lang. Doch dann entsteht leider ein Rausch in die völlig falsche Richtung. Nicht wie bei Fulci oder Argento (obwohl der gute Score in seinen besten Momenten daran erinnert!) oder gar wie bei sowas wie „Ghost in the Shell“. Sondern eher dermaßen träumerisch, trudelnd und trantütig, dass ich schnell jegliches Interesse verloren habe. Dann springen auch noch die Hauptfiguren. Und ganze Subplots verlaufen im Sand, werden komplett vergessen. Und fertig ist ein frustrierendes und wannabe-philosophisches Enigma, das über seine eigenen, langen Beinchen stolpert. Selbst für Animefans. Jucken, zucken, ducken! Fazit: Konfuser Kakerlakenkokolores, der einem im Verlauf immer egaler wird, der surrealer und bizarrer ausartet, in eine chaotische Collage. Zugang verloren. Schade um die ansprechenden Ansätze. | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 22.09.2025, 17:04 |
Ein traumhafter Albtraumvon D.S. | Permalink |
Aus mir wird kein Anime-Fan mehr. Ich kann mich in das Erleben von Zeichentrickfiguren einfach nicht genug hineinversetzen, um vom Geschehen auf der Leinwand so mitgenommen bzw. involviert zu werden, wie das bei Realfilmen der Fall ist. Aber halt - NIGHTMARE BUGS bildet eine Ausnahme. Denn zu 95 Prozent ist er nichts anderes als ein animierter Albtraum. Und Albträume sind ja selbst so weit weg von unserem „realen Erleben“, dass sich der Film als solcher ungemein stimmig, in seiner eigenen Logik nachvollziehbar und vor allem nachempfindbar anfühlt. Vielleicht ist ein Anime sogar die einzig angemessene Form, um einen Albtraum auf die Leinwand zu bringen. So abseitig, düster-verträumt, verwirrend und sagen-haft wie ein solcher wirkte der Film jedenfalls auf mich. Und, wenngleich jetzt bestimmt einige Leser:innen aufgrund meiner Blasphemie aufheulen werden: Er hat mich stärker fasziniert als etwa ein ANGEL‘S EGG. Um dieses Indie-Werk vollauf goutieren zu können, braucht man allerdings eine Vorliebe für Loop-Storys, Kafka- oder Lynch-eske Perspektivverzerrung und Toleranz für kaum kohärente Storykonstrukte. Denn NIGHTMARE BUGS macht es dem Betrachter nicht leicht, entzieht sich allen Regeln verständlicher Narration und wirft uns immer wieder aufs rein Symbolische und Metaphernhafte zurück. Seine Erzählung ist dabei in zwei Teile gesplittet, deren konkreter Zusammenhang sich erst ganz am Ende erschließt, in deren Mittelpunkt aber ein und derselbe finstere Gebäudekomplex steht, der offenkundig eine Art Portal zu einer Anti-, einer Albtraumwelt darstellt. Der erste Teil - dem sich der Text im Programmheft ausschließlich widmet - dreht sich um die dort unglücklicherweise seit Kurzem wohnende Studentin Rin, die unfreiwillig in der Lage ist, „Spirit Bugs“ zu sehen: alle Arten horrorhafter Käfer & Co., die in den Körpern ihrer Nachbar:innen leben und sie zu Berichten über mysteriöse rote Motten führen, die angeblich vor 40 Jahren als Folgeerscheinung eines großen Chemie-Unfalls in der Umgebung aufgetaucht sind und den Tod zahlreicher Menschen verursacht haben. Während das Radio vermeldet, dass die Leichen mehrerer junger Frauen gefunden wurden und man von der Anwesenheit eines Serienkillers ausgeht, sieht sie schließlich selbst die roten Motten … doch es heißt, dass ihre Sichtung den eigenen, unmittelbar bevorstehenden Tod ankündigt. Teil 2 des Films spielt 27 Tage vorher. Hier folgen wir der Schülerin Tamahi, die mit zwei Freundinnen im unergründlichen Gebäudekomplex verloren geht - und im Raum-Zeit-Komtinuum. Spätestens hier gestaltet sich NIGHTMARE BUGS als endgültig atemberaubend abseitige Mischung aus Loop-Horror, Rieseninsekten- und Body-Horror-Film, der mit deutlichen sexuellen Untertönen versehen ist und klare Reverenzen etwa an H.R. Giger, SILENT HILL und UROTSUKIDOJI enthält. Keine Frage: Beim Versuch, der unendlich verschachtelten Story zu folgen, kann einem leicht schwindlig werden. Und ob hier irgendwas am Ende eine Art Sinn ergibt, bleibt fraglich. Die in großartiger Vielzahl präsentierten, wunderschön verstörenden Visuals sprechen aber auch ganz einfach für sich. Ganz egal, ob man etwas aus der Erzählung machen kann. Mich hat dieses surreale Erlebnis jedenfalls sehr betört: 7 Punkte. | |
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt | 25.09.2025, 21:47 |
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