Dread

Noch besser als Midnight Meat Train

von JimPanse
Der folgende Review enthält SPOILER!
Super Sache... es geht bergauf mit den Clive Barker Verfilmungen. Nach einer Talfahrt mit Book of Blood und einer stylischen Überraschung mit Midnight Meat Train gibts mit Dread ein absolutes Highlight, das für Clive Barker verdammt realitätsnah und gänzlich ohne Monster auskommt.

Wenn Regisseur DiBlasio in diesem Stil Hellraiser neu verfilmt habe ich doch noch Hoffnung!
Dread handelt von einigen Studenten, die ein Projekt über das Thema Angst machen wollen wofür sie diverse Mitstudierende zu ihren innersten Ängsten befragen und ihre Ursachen herausfinden wollen. Das findet nicht ganz ohne Grund statt, denn wie wir bald lernen haben die Urheber der Idee selbst so ihr Säcklein zu tragen... einer verlor den Bruder in einem Verkehrsunfall und hat Probleme mit Autos, der andere hat seine Familie als Kind von einem Axtmörder dahingemetzt sehen müssen und kommt so gut auch nicht damit klar.
Letzterer hat dann auch bald so seine eigenen Thesen wie man den ganzen traumatisierten Zeitgenossen helfen könnte, nämlich sie knallhart mit ihrer Urangst zu konfrontieren. Diese Idee entartet immer mehr in seinem Kopf, während sein Kollege ein Faible für eine Kommilitonin mit einem recht schlimmen Muttermal entwickelt nachdem sich diese ihm vor der Kamera offenbart.
Von hier aus hat Dread so ziemlich alles... recht bedrückendes Drama speziell was die Dame mit dem Muttermal angeht, tiefschwarzen Zynismus der den Zuschauer zwischen verwundertem Grinsen und Schock wanken lässt und unglaublich coole Szenen die den an sich sehr langsam vor sich hin trabenden Psychohorror extrem fesselnd machen.

Die Art wie z.B. die Axtmörderei aus der Kindheit dargestellt wird ist großes Kino, ebenso wie einige eingeworfene Traumszenen die das bittere Ende vorwegnehmen und an sich einzige wirkliche Horror Elemente in Dread darstellen. Die Art wie dann die Konfrontation mit der Urangst erfolgt ist so bösartig daß man doch wieder an Hellraiser und das Konzept der individuellen Hölle erinnert ist. Dabei verweben sich die Handlungsstränge und treffen sich am Ende zu einer nachtschwarzen Auflösung bei der irgendwie niemand gut wegkommt. Wie man einer traumatisierten Vegetarierin den Fleischverzicht austreiben kann lernen wir dabei auf besonders beeindruckende und ausführliche Weise.

Alles in allem ist Dread ein langsamer und mitreissender Film, der mir für viele gute Ideen vom Plot und der visuellen Umsetzung in Erinnerung bleiben wird. Wer wie ich etwas Barker-gefrustet ist sollte seine Hoffnungen mit diesem schwarzen Psychostück wieder aus dem Keller holen lassen (wenn man das wirklich so nennen kann angesichts der frustigen Grundstimmung).
JimPanse
sah diesen Film im Cinemaxx 6, Hamburg

13.11.2009, 21:12



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