Full Speed aheadvon D.S. | Permalink |
TUBE bietet von vorne bis hinten exakt das, was man von einem koreanishen Actionfilm, der mit einem Millionenaufwand für ein Massenpublikum produziert wurde, erwartet: reichlich Shootouts und Explosionen, dargeboten in atemlosem Erzähltempo, mit hohen Produktionswerten realisiert, dazu eine je nach Gusto bewegende oder kitschige Liebesgeschichte... schlicht und einfach sehr gute Unterhaltung, und trotz einer Laufzeit von knapp unter zwei Stunden keine einzige Minute zu lang.
Sicher, die Story wurde von SPEED inspiriert - aber mehr auch nicht: aus Rache kidnappt ein Terrorist den ersten Zug auf einer neu eröffneten U-Bahn-Strecke und plaziert mehrere Bomben an Bord. Wird der Zug durch Abschalten der zentralen Stromversorgung gestoppt, explodiert die größte davon. Kommt man seinen Forderungen nicht nach, wird die Zahl der Passagiere, die anfangs knapp 2000 beträgt, dezimiert. Unter ihnen aber ist auch der Polizist Jay, der mit dem Terroristen noch eine alte Rechnung offen hat - sowie die junge Herumstreicherin und Taschendiebin Kay, die sich unsterblich in Jay verliebt hat. Die naturgemäß ohnehin angespannte Situation eskaliert, als auf Seiten der verzweifelt handlungsunfähigen Behörden Seouls die Politik ins Spiel kommt...
TUBE bietet ein edel inszeniertes Action-Dauerfeuerwerk, untermalt und getragen von sehr starken Emotionen: immer wieder gibt es Heldenhaftigkeit zu erleben, Aufopferungsbereitschaft und Loyalität, auf der anderen Seite Skrupellosigkeit und grenzenlosige Unmoral. Natürlich ist das gesamte Geschehen, sind die Reaktionen der Protagonisten, ist der Ausgang der Geschichte fast bis ins Detail vorhersehbar. Nichts ist hier neu oder auch nur sonderlich spektakulär - und die Klasse etwa von SHIRI wird in keiner Sekunde erreicht. Aber der Film schafft es dennoch sehr routiniert, den Zuschauer zu fesseln, ihm beste Unterhaltung und dazu auch noch was für’s Herz zu bieten: Romantik und Melodramatik nehmen, wie bei solchen Produktionen üblich, einen nicht zu unterschätzenden Raum ein.
Im letzten Drittel dreht TUBE noch ein mal richtig auf, es gibt nicht einen Showdown, sondern mehrere - und erst ganz kurz vor dem Abspann wird der letzte Höhepunkt erreicht, der in seiner Konsequenz im Hollywood-Kino noch immer nicht vorstellbar wäre. Das Ende dann.. rührt tatsächlich zu Tränen. Zumindest, wenn man für sich einen Zugang zum asiatischen Gefühlskino gefunden hat.
Kein neuartiger oder überragender, aber dennoch ein sehr guter Film für Korea-Freunde. 7,5 Punkte. | |
sah diesen Film im Cinemaxx, Berlin | 18.08.2003, 06:14 |
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