crazy

The Reef

Kein Piranha

von D.S.
Der angeblich (mal wieder) auf echten Geschehnissen basierende "The Reef" hat mich leider etwas enttäuscht. Aber gut, das wird zu einem guten Teil an meiner Erwartungshaltung gelegen haben. Denn zugegeben, er ist in sich stimmig inszeniert, wirkt oft erstaunlich realistisch und baut an einigen Stellen tatsächlich eine enorme Spannung auf. Trotzdem funktionierte er für mich nicht so gut wie etwa "Black Water" vom selben Regisseur: der zehrte meiner Meinung nach noch um einiges mehr an den Nerven - und bot am Ende ganz einfach auch mehr Action.

In dieser Hinsicht ist "The Reef" leider eher "Open Water" als "Der weiße Hai": die für die Protagonisten körperlich bedrohlichen Szenen sind dünn gesät, über einen guten Teil der Laufzeit ist ihr drängendstes Problem das im-Wasser-verloren-sein und nicht die Gefahr, die im Wasser lauert. Zudem kann man nicht wie in "Black Water" mit ihnen mitfiebern, ob die Entscheidung, gerade jetzt ins Wasser zu gehen, denn die richtige ist. Schließlich haben unsere Figuren hier ohnehin keine Wahl, sie sind im Wasser und um sie herum ist auch nur Wasser. Da ist ein Entkommen eben sowieso nicht möglich...

Aber vielleicht kurz von Anfang an: der Handlungsrahmen umfasst fünf Leute, von denen zwei professionelle Bootsmänner sind, während die anderen nur für einen Urlaub an den Ozean gekommen sind. Man macht sich auf eine Segeltour und erkundet ein wunderschönes Riff, wird dann aber von der einsetzenden Ebbe überrascht und muss sich hastig auf den Rückweg machen, wobei das mitgeführte Schlauchboot bereits Schaden nimmt. Kurze Zeit später erwischt es auch ihre Segelyacht, sie kentert und sie retten sich auf den umdrehten Schiffsrumpf. Aber dort bleiben kann man auch nicht: das Schiff droht, bald zu sinken und wird von der Strömung immer weiter aufs offene Meer getrieben. Also entscheiden sich vier von den fünf, zur nächsten Insel zu schwimmen. Diese allerdings können sie nicht mal sehen... und auch ihre Richtung nur ahnen. Auf dem Weg dorthin bekommen sie allerdings bald Besuch. Der ist hungrig. Und hat scharfe Zähne...

Wie gesagt: man leidet mit unseren verzweifelten Gruppe durchaus mit und zuckt bei jedem Hai-Besuch gemeinsam mit ihnen zusammen. In der Zwischenzeit passiert allerdings einfach zu wenig, jedenfalls, wenn man wie ich auf einen actionlastigeren Streifen gehofft hatte. Der Meeresjäger selbst sieht zwar schön böse aus, aber bekommt deutlich zu wenig Screentime.

Für Leute mit Wasserphobie und alle, die schon von "Open Water" begeistert waren, sicher ein Hit. Für alle anderen wohl nur unterer Durchschnitt. 4,5 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt

30.08.2010, 04:16



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