Autokinovon GeorgeKaplan | Permalink |
Ein Autoreifen verliebt sich und wird zum Stalker. Jedes Hindernis, das zwischen ihm und seinem Objekt der Begierde steht, räumt er aus dem Weg. Eine geradezu klassische Geschichte einer Obsession, zwischen Eifersucht, tiefem Begehren, echten Emotionen, Wahn und Wirklichkeit.
Ähm. Halt. Ein Reifen? Ja, und ganz ernsthaft, der Beginn ist absolut faszinierend, nicht nur von der rein technischen Seite, sondern auch von der Betrachtung, dass man als Zuschauer tatsächlich einem toten Gegenstand Gefühle zugesteht. Aber damit nicht genug, Mr. Oizo führt noch eine Metaebene ein, auf der über das Wechselspiel zwischen Film und Zuschauer philosophiert wird, bis sich Film und Metaebene verwischen und das zu weiteren, extrem absurden Situationen führt.
Doch genau dadurch verheddert sich leider diese amüsante Stilübung. Wäre der Film bei seinem Profilneurotiker geblieben, hätte es eine reizvolle Hommage an HITCHER oder DUEL werden können. Durch den gewollten Bruch nimmt sich der Film aber selbst die Möglichkeit, die absurde Grundidee in letzter Konsequenz durchzuziehen. Das augenzwinkernde Hey-das-ist-nur-ein-Film ist redundant, weil der Zuschauer bei einer amoklaufenden Gummiummantelung einen solchen Hinweis nicht mehr braucht. Es sei denn, im Kino sitzen ein paar Autoreifen. | |
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln | 03.09.2010, 17:01 |
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