crazy

The Revenant

Boondock Zombies

von D.S.
THE REVENANT rockt. Er ist der Zombie-Buddy-Movie mit untoter Perspektive, der WASTED AWAY vielleicht sein wollte, aber mangels Vision und ausreichend origineller Ideen niemals sein konnte. Er nimmt den Zuschauer schnell, voll und ganz für seine unglücklichen Protagonisten ein; verfolgt eine durchdachte Storyline; setzt dabei immer noch einen obendrauf - und hat deutlich mehr smarte Dialoge als pubertär-peinliche Jokes aufzuweisen.

Ein ziemlicher Gewinner also, was man zu Beginn nicht unbedingt glauben mag. Es dauert nämlich ein wenig, bis die Party startet, die ersten 20 Minuten schleppen sich ziemlich dahin. Noch fataler ist der sehr billige Digital-Look - man wähnt sich erstmal in einem Amateurfilm der unteren Schublade. Die Eröffnungssequenz will die Ölfelder des Iraks zeigen, die fühlen sich aber eher wie die Lüneburger Heide mit ein paar brennenden Fackeln im Hintergrund an. Protagonist Gregory ist hier als US-Soldat im Einsatz und lässt sich in einen billigen Hinterhalt locken, als nächstes sehen wir ihn auch schon im Sarg in der Heimat Los Angeles liegen. Auftritt bester Freund - im Steve-Buscemi-„LIVING IN OBLIVION"-Gedächtnis-Look -, der nach der müden Beerdigung mit Gregorys Freundin im Bett landet und dann mit dem versifft-verfaulenden Wiedergänger konfrontiert wird.

Was folgt, ist weitgehend erwartbar, aber klasse gespielt: Die gemeinsame Suche erst nach einer Erklärung für das untote Dasein, dann nach einer Lösung, dann nach einem Weg, das beste aus der Situation zu machen.

Dabei begeben sich unsere Slacker-Kumpel nach und nach in Gefilde, die denen aus BOONDOCK SAINTS gar nicht mal so unähnlich sind, liefern lässige One-Liner ab und überraschen dann eben doch durch einige innovative Ideen. Zwar hat die Story immer mal wieder ihre Durchhänger, im Großen und Ganzen aber macht es sehr viel Spaß, THE REVENANT beim Entfalten der Konsequenzen des Zombie-Seins zuzusehen.

Erst gegen Ende übernimmt sich der Film vielleicht ein bisschen, will mehr sein als er ist und wandelt seinen Tonfall in eine Richtung, die nicht unbedingt glaubwürdig oder gelungen wirkt. Dafür sind bis dahin sowohl die Kameraarbeit als auch die anfangs sehr spärlichen Effekte und Masken zahlreicher und besser geworden - und die Party ist ohnehin längst am Laufen.

Im FFF-Kontext ist THE REVENANT ein purer Gute-Laune-Pflicht-Film. Im Vergleich mit anderen Zombiekomödien fast ein Meilenstein, wenn man sich mit dem Amateur-Look anfreunden kann. Und in allen anderen Belangen nichts weniger als eine dicke, sympathische Überraschung. 7 Punkte von mir.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

25.08.2011, 02:17



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