crazy

Julia X - 3D

Hype mich oder ich fress dich

von D.S.
Jedes FFF hat sein Hype-Splatterfilmchen. Letztes Jahr war es THE LOVED ONES, 2011 ist es JULIA X. Im Gegensatz zu ersterem ist JULIA X eine eindeutige Komödie, aber tatsächlich sind sie sich gar nicht so unähnlich, im Härtelevel wie auch darin, dass sie eine vergleichsweise originelle Grundidee aufweisen. Allerdings kranken sie auch beide daran, dass die Story selbst extrem dünn gestrickt ist. Man verlässt sich auf den einen Twist in der Erzählung, bemüht sich dann noch um ein paar Jokes und Derbheiten und fertig ist ein Film, der immer und immer wieder dasselbe erzählt und dabei dramaturgisch nicht besonders gelungen konstruiert ist.

Es gibt in JULIA X nach dem ersten Drittel keine echten Höhepunkte, keine Spannung, kein Ziel, auf das der Film zuläuft. Was es gibt, ist eine Menge Blut und einige, zugegeben gelungene, One-Liner. Im Gegensatz zu THE LOVED ONES gibt es außerdem 3D, eins der besseren Sorte, das uns ein paar hübsch komponierte Bilder und amüsante Einzelmomente beschert. Übermäßig spektakulär ist es dann allerdings auch nicht. Genauso wenig wie eben die Story: nachdem sie uns in einem furiosen ersten Drittel auf einen Wendepunkt zu führt, passiert danach nicht mehr viel. Es wird gekämpft, geschlachtet, geblutet, gejagt, weiter gekämpft, und alles noch mal von vorn. Das zieht sich bis zum Ende so, ohne nennenswerte ergänzende Einfälle.

Nach einer gewissen Zeit fängt JULIA X darum an, ein kleines bisschen zu langweilen. Das 3D, das viele Blut und das gar nicht mal so schrecklich hübsche weibliche Blond reicht meiner Meinung nach nicht, um darüber hinwegzutäuschen, dass wir hier eine letztlich recht gewöhnliche Splatterkomödie vor uns haben, die sich viel zu sehr auf ihren Plottwist und auf Kevin Sorbo verlässt.

Gerade anfangs und auch zwischendurch hat man mit dem Film schon seinen Spaß, kann die Effekte genießen und sich an Jokes wie Splattereinlagen laben. Der Hype aber ist nicht gerechtfertigt, und eine zu hohe Erwartungshaltung dürfte dem kleinen Filmchen eher schaden, denn der neue heilige Gral des Blutlachens ist hiermit definitiv nicht gefunden worden. 6,5 Punkte von mir.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt

31.08.2011, 06:37



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