Beasts of the Southern Wild

Wunderschöne, wenn auch nicht makellose Fabel

von ArthurA
Hört man heutzutage von einem amerikanischen Independent-Drama, welches sich mit den Auswirkungen von Hurricane Katrina auf die Bevölkerung von Louisiana auseinandersetzt, dann erwartet man ein Stück harte, deprimierende Kost. Hat man es mit einem optimistischen Filmemacher zu tun, dann erhalten die Charaktere zumindest ein Happy End und die Geschichte wird mit viel Humor und Herz versehen. Vor allem würde man bei der Prämisse und trotz des Independent-Siegels wahrscheinlich einen Film nach einem gewohnten Muster erwarten. Es dauert keine fünf Minuten, bis Beasts of the Southern Wild den Zuschauer vom Gegenteil überzeugt.

Wie seine Charaktere, die Bewohner von Bathtub, weigert sich der Film jeglichen Regeln zu folgen. Er macht sein eigenes Ding und ist dabei so von sich überzeugt wie seine kleine Heldin. Von der ersten Minute an zieht der diesjährige Sundance-Gewinner den Zuschauer in seinen Bann und entführt ihn in die magische, surreale Welt von Bathtub, gesehen durch die wissbegierigen Augen einer jungen Philosophin.

Angelehnt ist das Setting tatsächlich an die reale Insel Isle de Jean Charles, doch man fühlt sich in eine andere, archaische Welt hineinversetzt, die sich jenseits von Zeit befindet. Es sind die einfachsten Verhältnisse, in denen diese Menschen leben, doch sie sind glücklich und sie haben einander. So ist jedenfalls Hushpuppys Sicht auf die Dinge. Ihre Kindheit sieht für den in „normalen" Verhältnissen aufgewachsenen Außenbetrachter nicht sonderlich optimal aus, doch sie könnte kaum glücklicher sein.

Das größte „Problem" von Beasts of the Southern Wild ist wohl, dass er mit seiner furiosen Eröffnung, die in einem perfektes Zusammenspiel von Bildern und Musik ein buchstäbliches Feuerwerk an nicht zu bändigender Energie auf der Leinwand entfacht und so die Welt von Bathtub vorstellt, viel von seinem Pulver verschießt. Es ist ein grandioser Einstieg, der zu den besten Filmszenen des Jahres 2012 gehört und ein gutes Argument dafür vorlegt, dass die von Zeitlin mitkomponierte zauberhafte Musik bei den kommenden Oscars auf jeden Fall Berücksichtigung finden sollte. Doch zu diesem Zeitpunkt hat der Film die eigene Messlatte fast unerreichbar hoch gelegt.
ArthurA
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln - Original-Review

20.12.2012, 00:41



Weitere Informationen (externe Links):
Unterstütze f3a.net durch eine(n) Leihe/Kauf bei unseren Partnern. #VerdientProvisionen


OFDb€ 6,98 € 7,98
amazon.de€ 7,99 € 6,95


Der tatsächliche Preis kann abweichen! Preise werden max. stündlich aktualisiert. Markierte Preise sind seit dem letzten Abruf ↓ gesunken oder ↑ gestiegen.