In the Name of the Son

Gott vergibt - eine Mutter nie!

von Michaela
Der Film wurde uns als Komödie präsentiert, er sei extrem lustig.

Ich fand ihn allerdings überhaupt nicht lustig. Eher bitterböse mit teilweise schwarzem Humor. Irgendwo auch passend zu Big Bad Wolves. Beides Filme mit sehr ernstem Hintergrund, beides Filme, bei denen es auf das Gesagte ankommt.

Es geht in "In the Name of the Son" um eine gläubige katholische Familie, der Vater ist in einer militanten christlichen Söldnergruppe und läßt sich zum Krieger gegen die Ungläubigen ausbilden. Bei einem Manöver stirbt er. Der ältere Sohn der Familie begeht Selbstmord. Diese beiden Schicksalsschläge verkraftet die Mutter nicht. Sie denkt, ihr Sohn wurde Opfer eines pädophilen Priesters, der - kirchenüblich - versetzt wurde, und beginnt einen Rachefeldzug gegen die Kirche. Während dieses Rachefeldzuges ergeben sich abstruse Situationen und Dialoge, die einen schon schlucken lassen, bei denen man eigentlich vor Entsetzen lacht bzw. bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Der Film versucht sich mit den Themen Pädophilie, christlicher Militantismus, Homosexualität und der Stellung der Kirche in diesen Fragen auseinanderzusetzen. Dies gelingt natürlich bei solch komplexen Themen nur ansatzweise und der Zuschauer wird schon angehalten, hier für sich Stellung zu beziehen. Der Regisseur erzählt nicht einfach nur plakativ eine Geschichte, indem er anklagt, nein, man muss schon aufmerksam zusehen und dann selbst beurteilen, was man von dem Gesehenen halten soll.

Ferner finde ich das Thema Rache zwiespältig, besonders in diesem Film. Die Wandlung der Mutter ist übrigens hervorragend gespielt von Astrid Whettnall, sie verkörpert ihre Rolle absolut überzeugend. Sie macht sich große Sorgen um das Seelenheil ihres Sohnes, einerseits wegen seiner Homosexualität, andererseits wegen seines Selbstmordes. Was aber ist mit ihrem Seelenheil, denn sie verstößt ja eindeutig gegen das Gebot "Du sollst nicht töten". Bleibt auch die Frage, ob sie sich von der Kirche abwendet, aber ihren Glauben behält. Auch hier bleibt es dem Zuschauer überlassen, was er von der Rache der Mutter hält, ob er sie für gerechtfertigt hält oder ob sie nicht einen großen Fehler macht.

Vielleicht ist es ja das Gute an dem Film, dass er einem Denkanstöße gibt und zum Nachdenken anregt. Als Komödie würde ich ihn sicherlich nicht bezeichnen. Bei mir bleibt nach Betrachten dieses Filmes ein eher zwiespältiges Gefühl zurück.
Michaela
sah diesen Film im Cinema, München
 
01.09.2013, 01:15



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