Makkhi

Makkhi Makkhi Makkhiiii - Ich bin eine Fliege, unterschätz mich nicht

von Frank
Makkhi ist der! Spaßmacher vom FFF ’13 und mein diesjähriges Festival-Highlight. Er strotzt nur so vor schrägen, durchgeknallten und wahnwitzigen Ideen.

Dabei beginnt Makkhi wie eine klassische Bollywood-Liebesgeschichte mit guten Ideen, bekanntem Schnulz und Tanzeinlagen.
Diese Einführung dürfte wohl auch die einzige Gedulds- bzw. Toleranzprobe für Bollywood abgeneigtes Publikum sein.
Doch selbst hier fällt auf, dass Makkhi bekanntes Bollywood-Schema bis an die Grenzen der Karikatur überzeichnet. Gleichzeitig legt er wunderschön den Grundstein dafür, dass wir reichlich Mitgefühl für unseren "Helden" empfinden und später mehr in einer Fliege sehen als nur eine Fliege.

Hätte man mir vor Entstehung des Film von der Idee erzählt, ich hätte vermutlich gesagt, das wird nichts. Doch hier funktioniert so gut wie alles. Der "Böse" ist wirklich böse, doch mangelt es ihm nicht an Menschlichkeit. Der "Gute" ist herzensgut, kämpft aber mit allen Mitteln für die Liebe und seine Rache. Und das "Objekt der Begierde", natürlich eine sympathische Augenweide, erfüllt alle Erwartungen an das Klischee ohne zu langweilen oder gar zum Nebencharakter degradiert zu werden. Die detailreichen Animationen machen auf der großen Leinwand Spaß.

Makkhi ist ultralustig, doch mangelt es ihm nicht an Spannung und Dramaturgie eines Rachethrillers.
Und während er seine Story auf der philosophischen Grundlage östlicher Glaubenssysteme aufbaut, gelingt es ihm gleichzeitig, diese, wie nebenbei, überzeugend an die Zuschauer als Idee weiterzureichen.

Bei soviel euphorischer Sympathie darf man sich fragen, warum ich dem Film keine 10 Punkte gebe. Geschätzte 6-8 Minuten sagten mir nicht zu. Der Übergang in die Animationsphase war mir zu plump inszeniert, den Song zum Fliegentanz empfand ich als nervig und eine kurze Sequenz im Mittelteil wirkte etwas albern. Das war es aber auch schon an Meckerpotenzial. Film und Spaßfaktor sind mir neun Punkte wert. Einen halben leg ich noch drauf für Langzeitwirkung, seine einzigartige Idee und mein verändertes Verhältnis zu Fliegen, gegen die ich zwar noch nie was hatte, aber in denen ich seit Makkhi ein beseeltes Wesen zu erkennen glaube.

Fazit

Makkhi ist grandios und definitiv ein must see, für mich sogar ein must have. Wer den ca. 125 Minuten nicht irgendetwas abgewinnen kann, frage bitte seinen Arzt oder Apotheker.
Frank
sah diesen Film im Cinemaxx 8, Hamburg

04.09.2013, 19:23



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