crazy

App

Nette Spielerei

von D.S.
Ganz klar, APP richtet sich an ein eher jüngeres Publikum - das verdeutlicht die routiniert allen Horrorfilmregeln und -klischees entsprechende Handlung ebenso wie die Grundidee des Films sowie natürlich auch seine Natur als „Second-Screen-Feature", die sich beide an den Mediennutzungsgewohnheiten der aktuellen Teenagergeneration orientieren.

Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, ganz gleich, welcher Altersklasse man angehört: Wer über genügend technische Neugier verfügt, um die erste filmerweiternde Echtzeit-App der Geschichte auszuprobieren und genügend Toleranz gegenüber dem achthundertsten Aufguss einer alten Story im neuen Gewand aufbringen kann, wird hier mehr als passabel unterhalten.

Soll heißen: Man darf weder von der App noch von APP Wunderdinge erwarten. Erstere ist wenig mehr als eine Spielerei, die uns ein paar ergänzende Kameraperspektiven, Zeitungsmeldungen, Messenger-Chats der Filmfiguren zeigt. Das ist zwar irgendwo lustig, mit einer Ausnahme aber inhaltlich alles andere als essenziell. Diese Ausnahme nun spoilert einen Großteil der Hintergründe des Story-Mysteriums eine knappe halbe Stunde, bevor der Film soweit ist - eine zumindest fragwürdige Entscheidung, die der sehr sympathische Regisseur beim Q&A in Frankfurt seinen Produzenten in die Schuhe schob (und sich nicht unbedingt begeistert von ihr zeigte).

Wichtiger ist aber dann doch noch der Film selbst, und der ist grundsolide - mehr allerdings auch nicht. Eine wildgewordene, unlöschbare App auf dem Smartphone der Hauptfigur Anna macht ihr und ihren Freunden das Leben zunächst ein bisschen, dann ein bisschen krass ungemütlicher. Bald schon verursacht sie sogar Todesfälle; und egal, was Anna versucht, die App scheint sich nicht stoppen zu lassen... Woher kommt sie, wer oder was steckt dahinter, wie kann man ihren fiesen Plänen entkommen? Das wird dann leider ziemlich plump aufgelöst, schlimmer als bei I KNOW WHAT YOU DID LAST SUMMER & Co. fühlt es sich aber auch nicht unbedingt an.

Man darf auf das Hollywood-Remake gespannt sein, das bereits in trockenen Tüchern ist. Zwar dürfte die Story dort auch nicht großartig origineller ausfallen - aber zumindest die Effekte und die Fähigkeiten der filmbegleitenden App könnten ein lohnendes Update erfahren.

Der Jetzt-Zustand, kurz gesagt: Ein durchschnittlicher Teenie-Horrorfilm, der durch seinen Neuheitsfaktor extra punktet. Ist kurzweilig und unterhält auf der Leinwand wie auf dem Smartphone, etwas Revolutionäres sollte man nun aber nicht gerade erwarten. 6 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 8, Frankfurt

08.09.2013, 04:56



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