Frankenstein’s Army

Großartiges Kreaturen-Design und gute Unterhaltung - aber warum Found Footage?!

von ArthurA
Wer denkt, im "Found Footage"-Bereich der Horrorfilme schon alles gesehen zu haben, wird von Frankenstein’s Army eines Besseren belehrt. Wie wäre es denn mit einem "Found Footage"-Film aus der Sicht eines sowjetischen Armeetrupps auf dem Vormarsch im Nazi-Deutschland, bei dem sie auf Kreaturen eines Nachfahren von Dr. Frankenstein stoßen?! Es muss wohl auch ein Zeitreisefilm sein, denn bei der Bildqualität und der offensichtlichen Handlichkeit der Kamera muss sie aus moderner Zeit stammen!

Leider könnte die Entscheidung, diesen Film mit Handkamera zu drehen und im "Found Footage"-Format zu präsentieren, nicht falscher sein und kostet den Film mindestens einen halben Punkt. Nicht nur, dass es bei Frankenstein’s Army noch weniger Sinn als sonst macht, dass jemand die Geschehnisse immer mitfilmt, die Wackelkamera schadet auch dem Gesamterlebnis hier und es gibt wirklich keinen Grund, warum man den Steifen nicht einfach auf ganz altmodische Art und Weise präsentieren konnte. Ansonsten handelt es sich bei Frankenstein’s Army um einen überraschend gelungenen Nazi-Horror-Vertreter, mit Karel Roden als durchgeknalltem Wissenschaftler. Wer einen neuen Dead Snow erwartet, wird enttäuscht sein, denn Frankenstein’s Army nimmt sich, bis auf einige wenige Momente, durchaus ernst. Umso schockierender, dass er tatsächlich funktioniert. Schließlich ist es ein Film, in dem Kreaturen mit Propellern statt Köpfen durch die Gegend taumeln. Dennoch baut der Film in einigen Momenten (nicht wegen, sondern trotz "Found Footage"-Herangehensweise) genuine Spannung auf. Die Schauspieler sind, bis auf Roden, alle entbehrlich und keine Erwähnung wert, denn die wahren Stars sind hier die überaus kreativen Monster, die genau so gut dem Silent-Hill-Universum entstammen könnten. Das Beste an der Sache - auf CGI-Effekte wurde fast vollständig verzichtet, sodass hier gute handgemachte Arbeit zum Einsatz kommt, was angesichts der wirklich zahlreichen Monster-Variationen besonders gut kommt. Ein Bohrer statt Gesicht? Propellerkopf? Zangenarme? Ein Topf mit menschlichen Beinen? Hier wurden den Machern beim Kreaturen-Design wirklich keine Grenzen gesetzt - viel Lob dafür. Wenn jetzt doch nur das dämliche "Found Footage" nicht wäre...
ArthurA
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln - Original-Review

09.09.2013, 03:03



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