crazy

You’re Next

Kurzweiligster Slasher seit mindestens fünf Jahren

von ArthurA
Die Handlung von You’re Next ist schnell erzählt und wirkt auf den ersten Blick, als hätte man sie allein in den letzten fünf Jahren schon mehrfach gesehen. Crispian (AJ Bowen) fährt mit seiner Freundin Erin (Sharni Vinson) zu einem großen Familientreffen seiner Verwandtschaft. Der Anlass - der 35. Hochzeitstag seiner Eltern. Gerade hat sich die große Familie samt Anhang am Esstisch versammelt und mit den üblichen Zankereien angefangen, fliegt plötzlich ein Pfeil durch das Fenster und durchbohrt einen der Anwesenden. Mehrere maskierte Personen belagern das Haus, scheinbar mit einem einzigen Ziel: alle darin zu töten. Doch sie haben die Rechnung ohne Erin gemacht, die sich zur Überraschung aller als äußerst widerstandsfähig und einfallsreich entpuppt.

Ein Home-Invasion-Thriller, denkt man sich also, wie man ihn bereits mit The Strangers, Them und dieses Jahr schon The Purge - Die Säuberung gesehen hat. Vermummte, unheimliche Gestalten dringen in das traute Heim einer Familie ein und schlachten alle ab. Hat man davon nicht schon genug gesehen? Nicht so wie in You’re Next jedenfalls. Ja, in vielen Fällen beugt sich You’re Next den Genrekonventionen, doch das tut er ganz bewusst, um sie häufig geschickt auf den Kopf zu drehen. Sind in solchen Filmen die Familien einfach nur wehrlose Opfer, die von den Killern, die ihnen stets einen Schritt voraus sind, dezimiert werden, und das auch noch ohne ersichtliches Motiv, so haben die Killer bei You’re Next durchaus eine Motivation und die Opfer bleiben nicht wehrlos, während die Täter bei weitem nicht allmächtig wirken, sondern tatsächlich menschlich. Während der Film einen Anlauf braucht, bis die Dinge sich in Bewegung setzen und in der ersten halben Stunde (nach einem furiosen, genretypischen Einstieg) eher wie eine Familien-Tragikomödie anmutet, geht nach dem ersten Angriff alles so schnell, dass der Zuschauer kaum noch die Zeit hat, um Luft zu holen. Zum absoluten Star der zweiten Filmhälfte entwickelt sich dann Sharni Vinson. In Bait - Haie im Supermarkt noch als Leinwandschmuck eingesetzt, ist sie als Erin hier eine der besten Scream-Queens der letzten Jahre - ohne Übertreibung. Sie weigert sich von erster Sekunde an, Opfer zu sein und wehrt sich mit allen Kräften und überraschend effektiv gegen die Eindringlinge in einer Manier, die an eine Horrorversion von Kevin allein zu Haus erinnert. Dabei fließt das Blut in Strömen und die Zuschauer schwanken zwischen Lachern und Anspannung. Darüberhinaus hat der Film noch die eine oder andere mehr oder minder überraschende Wendung bis zum Ende und eine perfekte Schlussszene.
ArthurA
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln - Original-Review

16.09.2013, 00:07



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