S-VHS

Etwas besser als der Vorgänger

von ArthurA
Wenige Filme haben die Fantasy-Filmfest-Besucher von 2012 so sehr gespalten wie die Horror-Anthologie V/H/S. Auch wenn bei weitem nicht so gelungen wie beispielsweise Trick ’r Treat, fand ich V/H/S für Genrefans, denen der "Found Footage"-Ansatz keine Kopfschmerzen bereitet, durchaus sehenswert. Das Problem des ersten Films war die ungleiche Qualität der einzelnen Beiträge und eine ziemlich öde Rahmenhandlung, in die die verschiedenen Tapes eingebettet wurden. Die gute Nachricht für alle: V/H/S 2 ist definitiv eine Verbesserung gegenüber seinem Vorgänger und stellt tatsächlich die beste Horror-Anthologie seit dem oben erwähnten Trick ’r Treat dar. Die schlechte Nachricht: Die Rahmengeschichte, die von einem Detektivpaar handelt, das auf der Suche nach einem verschwundenen Teenager in einem scheinbar verlassenen Haus auf einige merkwürdige VHS-Tapes stößt, ist immer noch träge und bildet den uninteressantesten Teil des Films. Dafür sind die einzelnen Segmente insgesamt deutlich stärker als das, was der erste Film geboten hat.

In Adam Wingards "Phase I Clinical Trials" wird einem Mann nach einem Unfall ein künstliches Auge eingesetzt, welches alles, was er sieht, aufzeichnet. Durch das Auge ist er aber plötzlich in der Lage, Geister zu sehen - und sie ihn! Die innovative Sichtweise, bei der man das Geschehen buchstäblich durch das Auge des Hauptcharakters sieht, sorgt für einige sehr spannende Momente, wenn auch der Schluss etwas zu plötzlich kommt und einen mit offenen Fragen zurücklässt. In "A Ride in the Park" von Eduardo Sánchez, einem der Blair-Witch-Project-Regisseure, erleben wir einen Zombieangriff aus Sicht eines Radfahrers, der selbst zum Zombie mutiert ist. Es ist eine nette, innovative Herangehensweise an das abgedroschene Zombie-Thema. Das unumstrittene Highlight ist aber das dritte Segment vom The-Raid-Regisseur Gareth Evans und Timo Tjahjanto. Darin begibt sich eine Gruppe Dokumentarfilmer zu einer mysteriösen Sekte und erlebt wahrlich die Hölle auf Erden. Je weniger ich über diese Episode, genannt "Safe Haven", erzähle, desto besser. Es sei nur gesagt, dass sie gut anfängt, die Spannungsschraube sehr schnell anzieht und am Ende ein solches bizarr-durchgeknalltes Niveau erreicht, dass ich in den letzten fünf Minuten den Mund kaum noch schließen konnte. Allein wegen dieses Segments wird der Film absolut keine Chance bei der FSK haben. In "Slumber Party Alien Abduction" von Jason Eisener (Hobo with a Shotgun) erleben wir wiederum eine eher unoriginelle, aber dennoch nicht minder spannungsgeladene (tolle Soundeffekte!) Alien-Entführungsgeschichte, wobei hier ein Teil der Ereignisse durch eine Kamera gesehen wird, die an einem Hund angeschnallt ist.

Insgesamt behebt V/H/S 2 erfolgreich diverse Mängel des Vorgängers, unter anderem dadurch, dass er etwa 20 Minuten kürzer geraten ist und er letztlich darauf pfeift, den Zuschauer glauben zu lassen, es würde sich tatsächlich um VHS-Aufnahmen handeln. Stattdessen konzentriert sich der Film darauf, möglichst spannende Geschichten auf eine möglichst "neue" Art und Weise darzubieten. Gegner der Wackelkamera wird V/H/S 2 aber dennoch nicht überzeugen.
ArthurA
sah diesen Film im Cinedom 10, Köln - Original-Review

16.09.2013, 00:09



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