The Hills Have Eyes

Der richtige Mann am richtigen Remake

von Leimbacher-Mario
Meiner Meinung nach haben Remakes völlig zu Recht ihren schlechten Ruf von unnötigen, oft sogar unwürdigen Cash-Grabs. Schön, dass auch hier ein paar Ausnahmen diese Regel bestätigen. Und zu genau denen Alexandre Ajas Neuinterpretation der Hügel der blutigen Augen sicher zählt. Auch wenn Teil 2 ziemlich grotte ist & der Film auch nicht das erste gelungene 2000er-Remake war (die Ehre gebührte dem bayrischen Kettensägenmassaker) - Hills Have Eyes (2006) hat es absolut in sich, ist ein spannender Terror-Ritt durch die verlassene, atomar verseuchte Wüste.

Im Grunde ist es eine der flachsten & typischsten Horrorstorys samt etlicher Klischees - Tankstelle, Falle, Familie, Freaks, Massaker, Rache, offenes Ende. Aber der Teufel steckt im Detail. Ist es ein enormer Härtegrad, bei dem die FSK einen ihrer wenigen guten Tage hatte, etliche Verluste im Lager der sympathisch realistisch dargestellten, typischen Ami-Familie oder das gelungene Freak-Design - es ist einfach ein gelungener Cocktail aus Schock, Spannung, Mitleiden, Terror & Spaß. Sogar die soziale Kritik an den Atomtests, ähnlich wie bei Godzilla, wirkt nicht allzu aufgesetzt, samt coolem Vorspann. Ich mag die langsame Einführung der Familie, die Wandlung einiger Familienmitglieder, denen man dies so nicht zugetraut hätte, den Höhepunkt mit einem nervenaufreibenden Angriff von allen Seiten ziemlich genau in der Mitte des Filmes & einige 1-gegen-1-Duelle, die immer gorig enden. Sogar der experimentell-krawallige Soundtrack ist genial & erinnert an eine Kreuzung der French-New-Terror-Wave und dem amerikanischen Traum. Aber da hätte auch allein California Dreamin’ schon gereicht, um mich musikalisch zu überzeugen.

Außer dem kleinen, lieben, typischen Freak-Rotkäppchen, einer unnötigen doppelten Einführung & dem niemals wieder erreichten Höhepunkt schon in der Mitte habe ich nichts auszusetzen. Der Film ist schon fast in Akte unterteilbar wie ein klassisches Drama. In dieser Kategorie wäre es sicher das blutigste Drama aller Zeiten. Wirklich mehr als solide Arbeit, die in Hollywood Mangelware ist im Bereich des harten Horrors. Da ist sicher nicht nur Wes Craven mit dem Ergebnis höchst zufrieden.

Fazit: eines der besten Remakes aller Zeiten & dem Original weit überlegen. Selten war die amerikanische Wüste grausamer. Gelungen verschleppte Aja den französischen Terror nach Übersee, hier zumindest noch weitgehend unangetastet!
Leimbacher-Mario

14.04.2016, 13:18



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