Hostel

Initialzündung des Torture-Porn

von Leimbacher-Mario
Eli Roth sollte die Verrisse & das Nicht-Wirklich-Ernst-Nehmen von einigen "seriösen" Kritikern eher locker & mit Humor nehmen - denn auch, wenn ihm vielleicht noch unumstrittene Meisterwerke oder Kultfilme fehlen, anders als bei seinen Freunden Tarantino & Rodriguez, ist er für jeden Genrefan & Anhänger härterer Kost doch eine Bereicherung. Sowohl als Regisseur, aber vielleicht in Zukunft noch eher als Produzent mit dem richtigen Riecher - was tolle gesponserte Indie-Projekte à la "Clown" oder "The Stranger" in jüngster Zeit zeigen. Credits also zum "Bärenjuden", denn ein paar schön-perverse Stunden hat er uns allen beschert. Er ist noch recht jung, hat die besten Jahre (hoffentlich) noch vor sich & ist eine treibende Kraft im Horrorbereich. Hochglanzschund, den ich mag.

Das Highlight in seiner Filmographie ist & bleibt für mich "Hostel". Dreckig, hart, krank, durchdachter als man glaubt. Zusammen mit "Saw" einen neuen Stil im Horrorbereich lostretend, wenn auch zugegebenermaßen qualitativ keinen allzu ertragreichen. Dennoch eine Perle des schlechten Geschmacks, die dem Wort Horrormeisterwerk wohl noch am nächsten kommt. Jedem mit ähnlichem Sicko-Verstand & Herz für C-Movie-Grindhouse-Ware aus den 70ern/80ern gehen da schon mal Herz & Hose auf. Kein Wunder, dass Tarantino angetan war & gerne seinen Namen als Produzent gab. Jeder, der das Gebotene allerdings zu ernst nimmt, zart besaitet ist oder seinen Kopf nicht ausschalten kann, der kann eigentlich nur verzweifeln. Kaum zu glauben, dass sein Release schon über 10 Jahre her ist - man, werde ich alt. Trotzdem mag ich "Hostel" & mit etwas mehr Abstrichen seinen Nachfolger auch heute noch recht gerne. Nicht zuletzt, weil sie die Goregrenzen in Hollywood neu ausgelotet haben. Und richtig viel Härteres kam aus der Stadt der gefallenen Engel seitdem auch nicht wirklich.

Ein paar notgeile, recht stumpfe & unsympathisch dargestellte Ami-Rucksack-Touris in Osteuropa - und ein Hostel, in dem nicht geschlafen & relaxed wird, sondern gefoltert & qualvoll gestorben. Das ist eigentlich inhaltlich alles, was es braucht - der Rest hing an den Effekten, der Stimmung & der abgefuckten Idee. Punktlandung, würde ich sagen. Natürlich ist der Film nicht wirklich spannend & selbst ein überraschend langer Party & Titten-Prolog macht die Amis nicht sympathischer - trotzdem wünscht man selbst diesen einfältigen Jungs natürlich nicht die trashige Hölle auf Erden, die auf sie in der Slowakei wartet. Keine Werbung für das Land, welches glaube ich sogar rechtliche Schritte einleitete. Irgendwie verständlich ^^. Der Film lebt vom schaulustigen Perversen in uns, der nur die nächste Foltermethode & den nächsten qualvollen Tod herbeisehnt - auch wenn er eigentlich weiß, wie krank dieser Gedanke & dieses Verhalten ist. Aber ist doch nur ein unrealistischer, fast schon zwinkernder Film... oder doch nicht? ;)

Fazit: der (Mit)Begründer des berühmt-berüchtigten Torture-Porn-Subgenres & für sich genommen ein verdammt guter, harter & kranker Horrorfilm aus Eli Roths B-Movie-Hit-Hirn - besser als 99,99% aller Nachfolger, den eigenen wie seinen Kopien. Geht dahin, wo es weh tut & gleichzeitig Spaß macht.
Leimbacher-Mario

13.04.2016, 14:04



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